His Dark Materials ist eine Romanreihe des Autors Philip Pullman, bestehend aus Northern Lights (1995) (deutsch Der Goldene Kompass, The Golden Compass in den USA), The Subtle Knife (1997) (deutsch Das Magische Messer) und The Amber Spyglass (2000) (deutsch Das Bernstein-Teleskop). Die deutsche Übersetzung ist beim Carlsen Verlag und beim Heyne Verlag erschienen. Der Titel der Reihe wurde jedoch nicht übersetzt, weshalb sie sowohl unter dem Originaltitel als auch unter dem Titel Der Goldene Kompass – Die Trilogie geführt wird. Im Dezember 2007 erschien die Verfilmung des ersten Buches Der Goldene Kompass mit Nicole Kidman und Daniel Craig in den Hauptrollen. Eine gleichnamige Veröffentlichung als Fernsehserie startete mit einer ersten Staffel im November 2019 im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten auf dem Pay-TV-Sender Sky Atlantic HD.

Die Romanreihe beschreibt die Abenteuer des Mädchens Lyra, das aus einer Parallelwelt stammt, und des Jungen Will, der in unserer Welt geboren wurde. Pullman vermischt phantastische Realitäten mit der menschlichen Wirklichkeit sowie wissenschaftliche Erkenntnisse mit Religion und Schamanismus. Ausgangspunkt ist eine dem Steampunk ähnelnde viktorianische Kulisse, welche in Lyras eigener, sehr von einer strengen Kirche dominierten Welt den Hintergrund bildet. Thema der Trilogie ist das Erwachsenwerden, Erkenntnis und Verantwortung. Das Werk hat einen religiösen, aber deutlich anti-theistischen Grundton und war vom Autor bewusst als Gegensatz zur Reihe Die Chroniken von Narnia, verfasst von C. S. Lewis, konzipiert. Die Trilogie wurde von bestimmten katholischen Gruppen in den USA scharf kritisiert.Katholiken gegen Kirchenkritik. In: Focus Online, 4. Dezember 2007 Sie wurde über 22 Millionen Mal verkauft.His Dark Materials author Philip Pullman admits he didn’t like Harry Potter ‘enough to read a second book’. In: Independent. 4. März 2024, abgerufen am 24. Oktober 2025.

Inhalt Lyra macht sich auf zu ergründen, welche Bedeutung der kosmische „Staub“ für die Menschen hat. Sie bereist dabei zunächst ihre Welt, dann unsere und schließlich mehrere Parallelwelten.

Der Goldene Kompass (erstes Buch) Die Hauptperson der Trilogie, Lyra Belacqua, wächst im Jordan College in Oxford auf. Das Oxford, in dem Lyra lebt, ist nicht gleichzusetzen mit dem unsrigen Oxford. Lyra ist stets in Begleitung ihres Dæmons Pantalaimon. In Lyras Welt haben alle Menschen einen Dæmon, er hat normalerweise das gegenteilige Geschlecht und begleitet den Menschen in Tierform. Lyras Dæmon hat noch keine feste Gestalt, da sie noch ein Kind ist. Erst mit der Pubertät nimmt der Dæmon eine unveränderliche Gestalt an und macht damit auch eine Aussage über den Charakter des Menschen. Mensch und Dæmon sind nicht zu trennen, sie sind wie Leib und Seele. Lyra lebt mit männlichen Gelehrten im Jordan College, weil ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kamen. Ihr einziger Verwandter ist Lord Asriel, ihr Onkel, zu dem sie aber kein gutes Verhältnis hat.

Das Buch beginnt damit, dass Lyra ein Gespräch zwischen ihrem Onkel und einigen Gelehrten des Colleges belauscht und dabei erfährt, dass die Welt kurz vor einem Krieg steht. Anlass dazu gibt die Diskussion um „Staub“, eine noch nicht vollkommen erforschte Materie, die die Welt in Ungleichgewicht bringt und die Lord Asriel und auch die Kirche weiter erforschen wollen. Staub klebt an Menschen, jedoch nicht an Kindern, erfährt Lyra. Sie ist verunsichert, doch ihr Onkel reist erst einmal ohne weiteres Gespräch ab. Dafür bekommt das College Besuch von Marisa Coulter, einer glamourösen, attraktiven und in der von Männern dominierten Welt auch beruflich äußerst erfolgreichen Frau. Lyra ist fasziniert von ihr und freut sich sehr, als diese ihr anbietet, mit ihr nach London zu kommen. Sie ermöglicht Lyra einen Einblick in die schönen Dinge des Lebens, kleidet sie neu ein und pflegt ihr Haar – alles Dinge, die Lyra von den Männern im College nicht bekommen hat. Gleichzeitig bereiten sich die beiden auf eine Expeditionsreise in den Norden vor, auf der Lyra Mrs. Coulter assistieren soll. Es kommt jedoch auch immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den beiden, wobei Mrs. Coulters Dæmon immer sehr aggressiv und brutal Pantalaimon gegenüber agiert. Nach einiger Zeit bei Mrs. Coulter gibt diese eine Cocktail-Party, auf der Lyra ein paar Gäste belauscht. Sie sprechen nicht besonders gut über Mrs. Coulter. Als Lyra noch in Oxford war, wurden immer wieder Kinder aus armen Familien entführt, unter anderem auch Lyras Freund, der Küchenjunge Roger. Es gab das Gerücht, dass sich hinter den Aktionen die Gobbler verstecken, aber keiner wusste genau, wer sie sind. Lyra erfährt nun von den Gästen der Party, dass Mrs. Coulter die General-Oblations-Behörde gegründet hat und leitet, sie also all die Kinder gefangen hat. Lyra und Pantalaimon trauen ihr nicht mehr und laufen fort.

Sie schließen sich den Gyptern an, ein Volk, das auf Hausbooten auf den Flüssen Englands lebt. Auch einige ihrer Kinder sind entführt worden, und die Gypter befinden sich gerade auf dem Weg in den Norden, um ihre Kinder zurückzuholen. Auf der Reise erfährt Lyra, dass ihre Eltern gar nicht tot sind, sondern Lord Asriel und Mrs. Coulter ehemalige Geliebte sind und Lyra ihr Kind. Lyra gefällt das gar nicht.

Auf dem Weg in die Arktis lernt Lyra den Panzerbären Iorek Byrnison kennen. Man hat ihm seinen Panzer abgenommen, was in etwa so ist, als ob man einem Menschen seinen Dæmon nähme. Er hat nämlich einen anderen Bären im Streit getötet und damit seine Stellung als Anführer der Panzerbären verloren. Lyra hilft ihm, seinen Panzer zurückzubekommen, und die beiden werden enge Freunde. Iorek hilft Lyra in allen drei Teilen immer wieder, wenn sie in Schwierigkeiten steckt, genauso auch Serafina Pekkala, die Königin der Hexenclans des Nordens. Sie wird vor allem am Ende der Trilogie nochmal wichtig.

Kurz vor dem Erreichen der Festung Bolvangar, in der die Kinder gefangengehalten werden und mit ihnen experimentiert wird, werden die Gypter, nun auf Schlitten unterwegs, überfallen, und Lyra wird von den Männern direkt nach Bolvangar gebracht. Dort trifft sie Roger und auch einige andere Kinder und erfährt, was dort mit ihnen gemacht werden soll: Durch „Intercision“ werden Kind und Dæmon mit einer Guillotine voneinander getrennt. Dies verhindert, dass sich Staub auf ihnen festsetzt, was das Hauptziel des General Oblation Boards und allgemein der Kirche ist, weil der Staub mit der Erbsünde in Verbindung gebracht wird.

Auch Lyra steht diese Prozedur bevor; sie sieht sich schon von ihrem Dæmon getrennt, als ihre Mutter sie im letzten Moment rettet. Aber Lyra will nichts von ihr wissen und unternimmt mit den anderen Kindern einen Fluchtversuch. Sie werden von den Gyptern und Iorek aufgesammelt, und die anderen Kinder reisen zurück nach Hause.

Der titelgebende „Goldene Kompass“ ist ein Alethiometer, ein Instrument, das dem Menschen, der es lesen kann (darunter auch Lyra), immer die Wahrheit verrät. Lyra und Roger wollen erst noch Lord Asriel in seiner Festung besuchen, da Lyra denkt, dass er das Alethiometer haben möchte. Daran ist er aber nicht interessiert, umso mehr dafür an ihrem Freund Roger, denn er braucht ein Kind, um genügend Energie zu erzeugen, damit er eine Brücke in eine Parallelwelt bauen kann. Roger stirbt bei der Operation, und Lyra und Pantalaimon beschließen, Asriel in die neue Welt zu folgen.

Das Magische Messer (zweites Buch) Am Anfang dieses Buches lernen wir Will kennen. Er lebt allein mit seiner Mutter, kommt aus „unserer“ Welt und findet dort zufällig ein Fenster, durch das er in die Parallelwelt Cittàgazze kommt. Dort trifft er auf Lyra. Die Stadt ist wie ausgestorben, und die beiden erfahren auch schnell warum. Die Stadt wird von Gespenstern bevölkert, für Kinder unsichtbare Wesen, die aber die Dæmonen der Erwachsenen angreifen. Lyra und Will beschließen, in Wills Welt zu gehen, um dort mehr über Staub herauszufinden. Dort treffen sie auf Mary Malone und Lord Boreal. Mary ist Wissenschaftlerin und erforscht in ihrer Welt mit ihren eigenen Mitteln den Staub, der bei ihr dunkle Materie heißt. Sie wird im dritten Band eine zentrale Rolle spielen. Lord Boreal kennt Lyra von Mrs. Coulters Cocktailparty. Er bietet ihr an, sie ein Stück in seinem Auto mitzunehmen, und hinterher bemerkt Lyra, dass er ihr das Alethiometer gestohlen hat. Sie gehen zu ihm und verlangen es zurück. Er fordert als Gegenleistung, dass sie ihm das Magische Messer aus Cittàgazze besorgen sollen. Sie gehen auf den Handel ein und gewinnen in einem Kampf das Messer; Will verliert dabei zwei Finger. Dies ist das Zeichen dafür, dass er der rechtmäßige Träger des Messers sein wird. Die Kinder erfahren, dass das Messer jede Materie durchschneiden kann und auch Fenster in andere Welten öffnet. Mit diesem Wissen gelingt es ihnen, das Alethiometer aus Lord Boreals Haus zu stehlen, ohne ihm das Messer geben zu müssen.

Will möchte seinen verlorenen Vater finden, und Lyra und Will wandern los, wobei Wills Handverletzung sie immer wieder zu Pausen zwingt. Sie werden hier von den Hexen um Serafina Pekkala begleitet und beschützt. Am Ende des Buches findet Will sogar seinen Vater, hat aber nur wenige Minuten mit ihm, denn eine Hexe, die früher in Wills Vater verliebt war, erschießt ihn mit einem Pfeil als Rache dafür, dass er ihre Liebe aus Treue zu Wills Mutter abgewiesen hat. Als Will ins Lager zurückkehrt, ist Lyra verschwunden, aber ihr Rucksack mit dem Alethiometer ist noch da.

Das Bernstein-Teleskop (drittes Buch) Der Leser erfährt, dass Lyra von Mrs. Coulter in eine Höhle im Himalaya gebracht wurde, um sie dort vor der Kirche zu verstecken. Ihre neu entdeckten Muttergefühle für Lyra haben dafür gesorgt, dass sie ihrem ehemaligen Arbeitgeber den Rücken gekehrt hat und nun gegen das Magisterium bzw. die Kirche kämpft. Sie hält Lyra mit einem Trank im ständigen Ohnmachtszustand, da diese nie freiwillig bei der verhassten Mutter bleiben würde.

Zeitgleich machen sich sowohl Will, der Iorek auf dem Weg findet, Asriels Truppen und Truppen der Kirche auf den Weg zu der Höhle, um Lyra zu entführen. Mittlerweile ist bekannt, dass Lyra die neue Eva ist und es zu einem erneuten Sündenfall kommen könnte, je nachdem, wie sie sich entscheidet. Die Kirche will Lyra töten, um dies zu verhindern. Alle drei Parteien kommen gleichzeitig an der Höhle an, doch letztlich gelingt es Will, Lyra zu retten. Ihnen schließen sich zwei Spione Asriels an, die Gallivespier Chevalier Tialys und Lady Salmakia. Sie halten Kontakt zu Lord Asriel und wollen die Kinder überreden, zu Asriel zu reisen. Doch die beiden bestehen darauf, erst in die Welt der Toten gehen zu müssen, da Lyra Roger um Verzeihung bitten und Will seinen Vater noch einmal treffen möchte. Sie machen sich auf den Weg und gelangen schließlich an eine Stelle, an der sie in die Welt der Toten gelangen können – unter der Bedingung, dass die Dæmonen nicht mitgehen dürfen. Diese werden nämlich beim Sterben von ihrem Leib getrennt. Unter Qualen gelingt es Lyra und auch Will, der zwar keinen Dæmon hat, jedoch merkt, wie sich ein Teil von ihm abspaltet.

Lyra und Will wandern durch die trostlose graue Welt der Toten, in der die leeren Körper hoffnungslos auf ewig umherwandern. Es gelingt ihnen, Roger und Wills Vater zu finden. Während der Leser immer wieder erfährt, wie sich die Lage in den anderen Welten dramatisch auf einen letzten Kampf zuspitzt, beschließen Lyra und Will, die Menschen zu befreien und ihnen ein Tor in eine andere Welt zu öffnen. Der Weg ist lang, und die Kräfte schwinden bei den Kindern und den Gallivespiern, doch letztlich schaffen sie es. Will schneidet ein Fenster in eine andere Welt und ermöglicht so den Körpern, sich in Staub aufzulösen und so wieder mit ihren Dæmonen zu verbinden.