Der Brasilkauz (Strix hylophila), auch Rostkauz genannt, ist eine Art aus der Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae). Er kommt ausschließlich in Südamerika vor.

Merkmale Mit einer Körpergröße von etwa 35 bis 36 Zentimetern ist der Brasilkauz innerhalb seiner Gattung eine mittelgroße Art. König et al., S. 372 Federohren fehlen. Der Gesichtsschleier ist rötlich-braun mit sehr auffälligen grauen, konzentrischen Linien. Der Gesichtsschleier ist am äußeren Rand durch eine feine braune Linie begrenzt. Die Körperoberseite ist rötlichbraun mit cremefarbenen Querstreifen. Die Körperunterseite ist hell ockerfarben bis weißlich mit dunkelbraunen Querstreifen. Die Augen sind braun. Der Schnabel ist gelblich. Die Läufe sind befiedert, während die Zehen unbefiedert und gelblich sind.

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen vor allem mit dem Chacokauz, der auf der Körperoberseite jedoch keine rötlichen Farbtöne hat und befiederte Zehen aufweist. Er nutzt außerdem einen anderen Lebensraum als der Brasilkauz. Der Zebrakauz ist deutlich dunkler und weist ein Gefieder mit feinen weißen Linien auf. Der Sprenkelkauz ist auf der Körperunterseite längs gestreift.

Verbreitungsgebiet und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Brasilkauzes (grün) Das Verbreitungsgebiet des Brasilkauzes reicht von Ostbrasilien bis in den Süden von Paraguay und den äußerten Nordosten Argentiniens. König et al., S. 371 Er ist ein Standvogel, der Primär- und Sekundärwälder mit dichtem Unterholz besiedelt. Seine Höhenverbreitung reicht von der Tiefebene bis in Höhenlagen von 1.000 Meter über NN.

Lebensweise Der Brasilkauz ist nacht- und dämmerungsaktiv. Er übertagt im dichten Blattwerk der Baumkronen und sitzt dann häufig zwischen Lianen. Er nutzt aber auch Baumhöhlen als Tagesrastplatz. Brasilkäuze sind territorial; sowohl Männchen als auch Weibchen verteidigen ihr Revier. Das Nahrungsspektrum umfasst kleine Säugetiere und Vögel, Reptilien und vermutlich auch Amphibien. Außerdem spielen Insekten in seinem Beutespektrum eine Rolle.

Der Fortpflanzungszeitraum ist nicht genau bekannt, fällt aber wohl in die Monate August und September. Das Gelege besteht aus zwei bis drei Eiern, die mit einem Legeabstand von etwa zwei Tagen gelegt werden. Es brütet allein das Weibchen. Die Jungvögel verlassen mit 35 Lebenstagen das Nest und sind mit etwa vier Monaten von den Elternvögeln unabhängig. Sie erreichen ihre Geschlechtsreife im zweiten Lebensjahr.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Brasilkauzes erfolgte 1825 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Strix hylophila. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an.Coenraad Jacob Temminck (1825), Tafel 373 & TextZum Publikationsdatum siehe Edward Clive Dickinson (2001). Bereits 1758 führte Carl von Linné die Gattung Strix ein.Carl von Linné (1758), S. 92 Der Begriff leitet sich vom lateinischen strix, strigis oder griechischen für Eule ab.Strix The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname »hylophila« stammt von und ab.hylophila The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. In der Literatur betrachte er nur Nyctale Bergiana 1901Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 173–174 aus dem Departamento Alto Paraná und in Nyctale fasciata , 1901Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 174–175 aus Djaguarasapá als Nachweise für Paraguay.Alfred Laubmann (1939), S. 228 Bergiana ist Karl Friedrich Wilhelm Berg (1843–1902), örtlich bekannt als Carlos Berg, gewidmet. Fasciata hat seinen Ursprung in .fasciata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Belege Einzelbelege

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

Kategorie:Strix (Gattung)