mini|Das Präsidium des österreichischen Reichsrats, 1917 Die Liste der Abgeordneten zum österreichischen Abgeordnetenhaus (XII. Legislaturperiode) führt alle Parlamentarier im Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrats der XII. Legislaturperiode an, die als letzte von 1911 bis zum Ende der Monarchie, 1918, dauerte.

Verlauf XXI. Session (1911–1914) Die Legislaturperiode begann nach der Reichsratswahl 1911, der letzten Altösterreichs, mit der XXI. Session ab 17. Juli 1911. Zur Vorsitzführung im Abgeordnetenhaus wurden für diese Session Abg. Julius Sylvester als Präsident sowie sieben Vizepräsidenten gewählt. Außerdem wurde die Nachwahl von Abg. Malfatti zum Vizepräsidenten wegen Rücktritts des Abg. Conci von diesem Amt vorgenommen. Nach der Sitzung vom 13. März 1914 wurde der Reichsrat von Kaiser Franz Joseph I. auf Antrag der k.k. Regierung des Grafen Karl Stürgkh vertagt und vor der Kriegserklärung an Serbien nicht zu Beratungen einberufen. (Offiziell endete die XXI. Session wenige Tage vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs, am 25. Juli 1914.)Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates (Session 21) auf ALEX – Historische Rechts- und Gesetzestexte Online (Ausschussmitgliedschaften, Reden, Anträge etc.)

XXII. Session (1917/1918) Nach Wiedereinberufung des Reichsrats durch Kaiser Karl I. auf Vorschlag des Ministeriums Clam-Martinic folgte die XXII. Session, die letzte, vom 30. Mai 1917 bis zum 12. November 1918. Die Legislaturperiode wäre verfassungsmäßig 1917 zu beenden gewesen, wurde aber 1917 durch Beschluss vorsorglich bis Ende 1918 verlängert.RGBl. Nr. 300 / 1917 (= S. 729)Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates (Session 22) auf ALEX – Historische Rechts- und Gesetzestexte Online (Ausschussmitgliedschaften, Reden, Anträge etc.)

Für diese, die letzte Session wurden vom Abgeordnetenhaus Abg. Gustav Groß als Präsident sowie wiederum sieben Vizepräsidenten gewählt, von denen fünf dieses Amt bereits in der XXI. Session bekleidet hatten. Außerdem wurde wegen Todes des sozialdemokratischen Vizepräsidenten Pernerstorfer die Nachwahl von Abg. Seitz durchgeführt.

Ende Ende Oktober 1918 schieden Galizien, Böhmen, Mähren und die südslawischen Gebiete Altösterreichs (u. a. Krain, Dalmatien, Untersteiermark) formlos aus dem Staat aus, wie dies ihre Sprecher großteils bereits am 30. Mai 1917 im Reichsrat angekündigt hatten. (Ebenso war Ende Oktober 1918 die Realunion mit dem Königreich Ungarn zu Ende gegangen.) Am 21. Oktober 1918 traten die deutschen Abgeordneten des Abgeordnetenhauses zur „Provisorischen Nationalversammlung des selbstständigen deutsch-österreichischen Staates“ zusammen; diese Versammlung bestand bis Februar 1919.

Das Herrenhaus hatte zuletzt am 30. Oktober 1918 getagt und dauerte fünf Minuten. Die letzte Sitzung des Abgeordnetenhauses und somit letzte Reichsratssitzung, nur mehr von ganz wenigen nichtdeutschen Abgeordneten besucht, fand am 12. November 1918 statt und dauerte zehn Minuten. Präsident Gustav Groß hielt eine Schlussansprache. Laut Protokoll waren die Vizepräsidenten Jukel, Seitz und Simionovici (Bukowina) anwesend.

Funktionen Fraktionen In der XII. Legislaturperiode bildeten die Sozialdemokraten mit 82 Abgeordneten und die Christlichsozialen mit 74 Abgeordneten die stärksten Fraktionen. Die partikularistischen Interessen der Abgeordneten bzw. der Parteien, die sie zur Wahl stellten, drückten sich in der Gesamtzahl von über 20 (!) Fraktionen aus.

In den Namen der einzelnen Fraktionen zeigt sich die nationale Zersplitterung der österreichischen Reichshälfte und das nationale Bewusstsein der Wählerschaft:

Abgeordnete