miniatur|Friedrich Rochleder, Lithographie von Adolf Dauthage, 1853
Friedrich Rochleder (* 15. Mai 1819 in Wien; † 5. November 1874 ebenda) war ein österreichischer Chemiker.
Friedrich Rochleder war von seinem Vater, dem Apotheker Anton Rochleder, zum Pharmazeuten bestimmt, worin er keine Befriedigung fand. Ab 1836 studierte er Medizin an der Universität Wien und promovierte 1842 zum Dr. med. Wie sein Freund Josef Redtenbacher wandte er sich dann der Chemie zu und setzte sein Studium in Gießen bei Justus von Liebig fort. Liebigs Ideen zur Anwendung der Chemie auf die Physiologie und den Ackerbau ergänzte sich mit Rochleders Interesse für Biologie. Nach Abschluss seiner Ausbildung war er mehrere Monate in Paris und London. Nach seiner Rückkehr im Jahr 1845 ernannte Minister Graf Stadion ihn zum Professor für technische Chemie an der neuerrichteten Technischen Akademie in Lemberg. Ab 1848 war er wirkliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien. 1849 wurde er Professor für Chemie an der Karls-Universität Prag und 1870 Professor für allgemeine und pharmazeutische Chemie an der Universität Wien.
Er beschäftigte sich hauptsächlich mit Pflanzenchemie.
Veröffentlichungen Über einige Bestandtheile der Blätter u. Rinde von Cèrasus acida Borckh; Wien, 1869 Ueber die Stammrinde von Pyrus Malus L. und Aesculus Hippocastanum L; Wien, 1867 Ueber die Krystallisierten Bestandteile der Rosskastanie: (Aesculus Hippocastanum L.); Wien 1863 Notiz ueber eine Reihe homologer Farbstoffe; Wien, 1863 Untersuchung der reifen Samen der Rosskastanie; Wien, 1862 Über das Vorkommen des Querzitrin als Blüthenfarbestoff; Wien, 1859 Handbuch der Chemie, Bd. 8, Phyto- und Zoochemie (mit Leopold Gmelin) 1858 Mittheilungen aus dem chemischen Laboratorium zu Prag; Wien, 1858 Chemie und Physiologie der Pflanzen; Heidelberg, Winter, 1858 Anleitung zur Analyse von Pflanzen und Pflanzentheilen; Würzburg, Stahel, 1858 Ueber die Anwendung des Tonerdehydrates und der Tonerdesalze in der Analyse von Pflanzentheilen; Wien, 1857 Notiz über die Gerbsäuren; Wien, 1856 Vorläufige Notiz ueber den Galläpfel-Färbestoff; Wien, 1856 Ueber eine eigentümliche Zersetzung des schwefligsauren Ammoniumoxydes; Wien, 1856 Ueber das Aesculin; Wien, 1856 Über die chinesischen Gelbschoten; Wien, 1855 Ueber die Oxyde R2O3; Wien, 1855 Über das Trocknen der zu analysirenden Substanzen; Wien, 1855 Ueber die Einwirkung doppeltschwefeligsaurer Alkalien auf organische Substanzen; Wien, 1854 Ueber die Bildung der Kohlenhydrate in den Pflanzen; Wien, 1854 Notiz über Aesculetin und Origanum-Oel; Wien, 1854 Phytochemie; Leipzig, Engelmann, 1854 Ueber einige Bitterstoffe; 1853 Nachschrift zu der Untersuchung von Pinus sylvestris des Herrn Kawalier; 1853 Über die natürliche Familie der „Rubiaceae“; 1852 Über die natürliche Familie der Ericineae; 1852 Die Genussmittel und Gewürze in chemischer Beziehung; Wien, 1852 Untersuchung der Wurzel der Rubia tinctorum; Wien, 1851 Ueber die Wurzel Rubia tinctorum Notiz über Richardsonia scabra; 1851 Ueber die Wurzel der Chiococca racemosa; Wien, 1850 Ueber das Caffein; 1850 Notiz über ein Stearopten aus Kassiaöl; 1850 Beiträge zur Phytochemie; Wien, 1847
Literatur
Johannes Uray, Organische Chemie in chemischer Forschung und Lehre an österreichischen Universitäten zwischen 1840 und 1870. In: Bericht über den 25. Österreichischen Historikertag in St. Pölten 2008. St. Pölten 2010, S. 402–427.
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