Der Hawthornden-Preis, , ist der älteste Literaturpreis in Großbritannien.Information The London Library (engl.) in: londonlibrary.co.uk, abgerufen am 12. Dezember 2018 Etabliert im Jahr 1918, wird er seit 1919 in der Regel jährlich an Schriftsteller für ein Literaturwerk verliehen, das in den letzten zwölf Monaten veröffentlicht wurde und sich durch besondere Imagination auszeichnet.Susan Leckey: The Europa Directory of Literary Awards and Prizes. Routledge, 2015, S. 124. Die Gewinner werden von einem Komitee der Hawthornden Foundation ermittelt. Die Stiftung hat ihren Sitz auf Hawthornden Castle in der Nähe von Edinburgh.Craig Alan Lerner: The Grants Register 1989–1991. Springer, 1988, S. 297.

Geschichte Hawthornden ist eine alte Baronie in den schottischen Midlands unweit von Edinburgh. Besonders die landschaftlich reizvolle Gegend um Hawthornden Castle, gelegen an einer dicht bewaldeten Schlucht des North Esk, inspiriert seit Jahrhunderten Künstler, Maler, Poeten, Dichter und Schriftsteller. Spätestens nachdem Ben Jonson, neben William Shakespeare der bedeutendste englische Dramatiker der Renaissance, im Jahr 1619 zu Fuß von London nach Edinburgh ging und den schottischen Dichter William Drummond of Hawthornden besuchte, gilt Hawthornden Castle als eine bedeutungsvolle Begegnungsstätte für Dichter und Denker.The Castle of Words in: The Bardic Academic, abgerufen am 13. Dezember 2018.

Über die Stifterin des Literaturpreises, Alice Warrender (1857–1947), ist wenig bekannt. Sie wurde in Hawthornden geboren und war die zweite Tochter von Helen Purves-Hume-Campbell und Sir George Warrender, 6. Baronet of Lochend and Bruntsfield. Die alleinstehende und kinderlose Literatin wollte mit dem Preis junge britische Schriftsteller fördern, deren Werke sich durch außergewöhnliche Imagination auszeichnen.Graham Swift’s Mothering Sunday wins fiction’s most secretive prize in: theguardian.com, abgerufen am 13. Dezember 2018.Mary Pache: The tree Warrender Sisters. Ruislip. Northwood & Eastcote Journal, 2010, S. 34. in: Northwood & Eastcote Local History Society, abgerufen am 13. Dezember 2018. Formal wurde der Preis von ihr im Frühjahr 1918 etabliert, weshalb er als ältester Literaturpreis in Großbritannien angesehen wird. Berücksichtigung fanden Werke, deren Veröffentlichung zwischen dem 31. Mai und dem 1. Juni des Folgejahres erfolgte. Dieser Bewertungszeitraum gilt bis heute. Die erste Preisverleihung fand am 10. Juli 1919 statt. Erster Preisträger war der 27-jährige Edward Shanks. Die Auszeichnung für sein Werk The Queen of China erhielt er aus den Händen von Sir Edmund Gosse.William Henry Hills, Robert Luce: The Writer. A Monthly Magazine for Literary Workers. Band 31. Writer Publishing Company, 1919, S. 139.

Ihr Vermögen übertrug Alice Warrender im Jahr 1935 einer Stiftung, der Miss Alice Warrender Foundation for Hawthornden Prize, heute Hawthornden Foundation genannt, die neben dem Literaturpreis Einzelpersonen unter anderem Darlehen, Stipendien und Pensionen gewährt.Charity Details Miss A H Warrender Trust For Hawthornden Prize in: Scottish Charity Regulator, abgerufen am 13. Dezember 2018 Der Preis ist für ein Buch auf Englisch, nicht für eine Übersetzung. Bis Mitte der 1980er Jahre konnten nur Autoren bis zur Vollendung des 41. Lebensjahrs ausgezeichnet werden.Susan Leckey: The Europa Directory of Literary Awards and Prizes. Routledge, 2015, S. 124. Das Preisgeld beträgt 25.000 £. Bisherige Preisträger sind von der Shortlist ausgeschlossen.The 2024 Hawthornden Prize for Literature has been awarded to Samantha Harvey for Orbital Hawthornden Foundation, abgerufen am 10. September 2024.

Der Hawthornden-Preis wird im Gegensatz zu anderen Literaturpreisen nicht auf Grundlage von Anträgen, Bewerbungen oder Empfehlungen vergeben. Eine Jury, bestehend aus Schriftstellern, Journalisten, Wissenschaftlern und Professoren verschiedener Universitäten, entscheidet über den Gewinner. Die Verleihung erfolgt in der Regel jährlich, meist im Juni oder Juli in der London Library. Die Vergabe kann unter anderem ausgesetzt werden, wenn das Komitee keine der in den letzten zwölf Monaten veröffentlichten imaginativen Literatur für auszeichnungswürdig befindet. In der Vergangenheit war hierbei zudem die erwähnte Altersgrenze zu beachten. Bisher wurde 23 Mal kein Preisträger bestimmt (Stand 2026).Merritt Moseley: The Hawthornden Prize. University of North Carolina, 2010.

Der Hawthornden-Preis gilt in Schriftstellerkreisen aufgrund seiner Hürden und politischen Unabhängigkeit als äußerst prestigeträchtig. Nicht selten verhalf erst die Auszeichnung den Gewinnern zum literarischen Durchbruch. Dementsprechend wird die Preisträgerliste oft als „who is who“ der britischen Literatur der letzten hundert Jahre betrachtet.The Castle of Words in: The Bardic Academic, abgerufen am 13. Dezember 2018.Tessa Hadley wins Hawthornden Prize 2016 in: The Bookseller, abgerufen am 14. Dezember 2018.

Liste der Preisträger Die folgende Übersicht listet chronologisch sämtliche Preisträger des Hawthornden-Preises seit der allerersten Verleihung im Jahr 1919 auf: Jahr Gewinner Werk 2026 Caleb Klaces Mr Outside 2025 Manya Wilkinson Lublin 2024 Samantha Harvey Orbital 2023 Moses McKenzie An Olive Grove in Ends 2022 Ian Duhig New and Selected Poems 2021 nicht vergeben nicht vergeben 2020 John McCullough Reckless Paper Birds 2019 Sue Prideaux I Am Dynamite! A Life of Friedrich Nietzsche 2018 Jenny Uglow Mr Lear 2017 Graham Swift Mothering Sunday 2016 Tessa Hadley The Past 2015 Colm Tóibín Nora Webster 2014 Emily Berry Dear Boy 2013 Jamie McKentrick Out there 2012 Ali Smith There but for the 2011 Candida McWilliam What to look for in Winter 2010 Alice Oswald A sleepwalk on the Severn 2009 Patrick French The World Is What It Is: The Authorized Biography of V. S. Naipaul 2008 Nicola Barker Darkmans 2007 M. J. Hyland Carry Me Down 2006 Alexander Masters Stuart: A Life Backwards 2005 Justin Cartwright The Promise of Happiness 2004 Jonathan Bate John Clare: A Biography 2003 William Fiennes The Snow Geese 2002 Eamon Duffy The Voices of Morebath: Reformation and Rebellion in an English Village 2001 Helen Simpson Hey Yeah Right Get a Life 2000 Michael Longley The Weather in Japan 1999 Antony Beevor Stalingrad 1998 Charles Nicholl Somebody Else: Arthur Rimbaud in Africa, 1880-91 1997 John Lanchester The Debt to Pleasure 1996 Hilary Mantel An Experiment in Love 1995 James Michie The Collected Poems 1994 Tim Pears In the Place of Fallen Leaves 1993 Andrew Barrow The Tap Dancer 1992 Ferdinand Mount Of Love and Asthma 1991 Claire Tomalin The Invisible Woman: The Story of Nelly Ternan and Charles Dickens 1990 Kit Wright Short Afternoons 1989 Alan Bennett Talking Heads 1988 Colin Thubron Behind the Wall: A Journey through China 1987 nicht vergeben nicht vergeben 1986 nicht vergeben nicht vergeben 1985 nicht vergeben nicht vergeben 1984 nicht vergeben nicht vergeben 1983 Jonathan Keates Allegro Postillions 1982 Timothy Mo Sour Sweet 1981 Douglas Dunn St. Kilda's Parliament 1980 Christopher Reid Arcadia 1979 P. S. Rushforth Kindergarten 1978 David Cook Walter 1977 Bruce Chatwin In Patagonia 1976 Robert Nye Falstaff 1975 David Lodge Changing Places 1974 Oliver Sacks Awakenings 1973 nicht vergeben nicht vergeben 1972 nicht vergeben nicht vergeben 1971 nicht vergeben nicht vergeben 1970 Piers Paul Read Monk Dawson 1969 Geoffrey Hill King Log 1968 Michael Levey Early Renaissance 1967 Michael Frayn The Russian Interpreter 1966 nicht vergeben nicht vergeben 1965 William Trevor The Old Boys 1964 V. S. Naipaul Mr. Stone and the Knights Companion 1963 Alistair Horne The Price of Glory: Verdun 1916 1962 Robert Shaw The Sun Doctor 1961 Ted Hughes Lupercal 1960 Alan Sillitoe The Loneliness of the Long Distance Runner 1959 nicht vergeben nicht vergeben 1958 Dom Moraes A Beginning 1957 nicht vergeben nicht vergeben 1956 nicht vergeben nicht vergeben 1955 nicht vergeben nicht vergeben 1954 nicht vergeben nicht vergeben 1953 nicht vergeben nicht vergeben 1952 nicht vergeben nicht vergeben 1951 nicht vergeben nicht vergeben 1950 nicht vergeben nicht vergeben 1949 nicht vergeben nicht vergeben 1948 nicht vergeben nicht vergeben 1947 nicht vergeben nicht vergeben 1946 nicht vergeben nicht vergeben 1945 nicht vergeben nicht vergeben 1944 Martyn Skinner Letters to Malaya 1943 Sidney Keyes The Cruel Solstice and The Iron Laurel 1942 John Llewellyn Rhys England is My Village 1941 Graham Greene The Power and the Glory 1940 James Pope-Hennessy London Fabric 1939 Christopher Hassall Penthesperon 1938 David Jones In Parenthesis 1937 Ruth Pitter A Trophy of Arms 1936 Evelyn Waugh Saint Edmund Campion: Priest and Martyr 1935 Robert Graves I, Claudius 1934 James Hilton Lost Horizon 1933 Vita Sackville-West Collected Poems 1932 Charles Morgan The Fountain 1931 Kate O’Brien Without My Cloak 1930 Geoffrey Dennis The End of the World 1929 David Cecil The Stricken Deer: or The Life of Cowper 1928 Siegfried Sassoon Memoirs of a Fox-Hunting Man 1927 Henry Williamson Tarka the Otter 1926 Vita Sackville-West The Land 1925 Sean O’Casey Juno and the Paycock 1924 Ralph Hale Mottram The Spanish Farm 1923 David Garnett Lady into Fox 1922 Edmund Blunden The Shepherd 1921 Romer Wilson The Death of Society 1920 John Freeman Poems New and Old 1919 Edward Shanks The Queen of China

Jurymitglieder (Auswahl)

Siehe auch Liste von Literaturpreisen

Literatur Susan Leckey: The Europa Directory of Literary Awards and Prizes. Routledge, 2015.

Weblinks Homepage der Hawthornden Foundation

Einzelnachweise

Kategorie:Literaturpreis (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Erstverleihung 1919