mini|hochkant|Drei musizierende Mädchen,Meister der weiblichen Halbfiguren: Drei musizierende Mädchen. zeno.org. ca. 1530 Schloss Rohrau, Graf Harrach’sche Familiensammlung mini|hochkant|Die Lautenspielerin, 1520–1530, Galleria Sabauda mini|hochkant|Bildnis einer jungen Frau, Kunsthistorisches Museum mini|hochkant|Lesende Maria Magdalena, 1500–1550, Louvre mini|Landschaft mit der Ruhe auf der Flucht nach Ägypten, Kunsthistorisches Museum Mit Meister der weiblichen Halbfiguren () wird wahrscheinlich ein in der Renaissance zwischen 1525 und 1550 in den südlichen Niederlanden vielleicht auch in Antwerpen tätiger Maler benannt.
Namensgebung Der Notname des Meisters der weiblichen Halbfiguren leitet sich von den zahlreichen ihm zugeschriebenen, aber unsignierten Gemälden mit weiblichen Halbfiguren ab. Diese zeigen – meist als Einzelporträts – den Oberkörper von elegant gekleideten weiblichen Figuren mit „gefälligen“ Gesichtern, oft beim Lesen oder Musizieren. Eines der bekanntesten Bilder zeigt drei scheinbarHarald Kümmerling: Zu unserem Titelbild: Drei musizierende Damen vom „Meiser der weiblichen Halbfiguren“. In: Gitarre & Laute 1, 1979, 4, S. 2 (= Bild oder Abbild, 2) musizierende Damen beim „Hauskonzert“.
Stil Die große Zahl der Porträts und das Festhalten an einem Konzept geben den Bildern nach Ansicht von Experten fast „industriellen Schematismus“. Durch die immer wieder wiederholte Komposition der Frauengestalten unterscheidet sich der Meister vom Stil eines Adriaen Isenbrant oder Ambrosius Benson. Jedoch stehen die dem Meister der weiblichen Halbfiguren zugeschriebenen religiösen Bilder der Arbeitsweise und dem Stil dieser beiden Zeitgenossen nahe. Man kann daraus schließen, dass der Meister auf der einen Seite – wie auch Benson – für kirchliche Auftraggeber in vielleicht traditioneller, für weltliche Auftraggeber dagegen noch mehr als Benson nach seinem eigenen, fast starren „Erfolgsrezept“ arbeitete. Eventuell arbeitete eine größere Werkstatt an den Bildern.
Interpretation Das weltliche Werk des Meisters der weiblichen Halbfiguren zeigt den Wandel der Motive in der Renaissance, die – im Gegensatz zum Mittelalter – nun typische Ereignisse und Szenen aus dem täglichen Leben des Menschen aus dem religiösen Umfeld und ausschnitthafter Schilderung zur Stärkung des christlichen Hauptmotives heraushebt. Das profane, das heißt rein weltliche Porträt wird ein eigenständiges Bild. Der Meister der weiblichen Halbfiguren ist in seiner Art somit fast ein „Genremaler“,Genremaler. In: Das Fischer-Lexikon Bildende Kunst. Fischer 1960. indem er das wachsende Interesse an der diesseitigen Welt nutzt und eine gleichartige Reihe von Bildern für den Privatmarkt schafft.
Werke (Auswahl) Bildnis einer jungen Frau. Wien, Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie Inv. Nr. 998 Drei musizierende Mädchen. St. Petersburg, Eremitage Drei musizierende Damen. Rohrau, Gemäldegalerie der Grafen Harrach, W. F. 169 Dame am Clavichord. Poznań, Muzeum Narodowe Nr. 115 Kreuzabnahme mit Stiftern, 1501–1533. Münster, LWL-Museum für Kunst und Kultur (online) Neptun und Thetis (Neptun umarmt eine Nymphe). Berlin, Gemäldegalerie Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (Leihgabe) Venus und Amor. Berlin, Gemäldegalerie Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz Die Hl. Maria Magdalena. Privatsammlung, ausgestellt in: Schatzhäuser Deutschlands – Kunst in adligem Privatbesitz. München, Haus der Kunst, November 2004 bis Februar 2005 Flucht nach Ägypten. Raleigh, North Carolina Museum of Art, Inv. Nr. G.52.9.105 Die Hl. Maria Magdalena, lesend. Paris, Louvre, Dpt. des Peintures, INV 2156 Landschaft mit Maria Magdalena. Dijon, Musée des Beaux-Arts Landschaft mit der Ruhe auf der Flucht nach Ägypten. Wien, Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie Inv.-Nr. GG 950 Die Versuchung des Heiligen Antonius, Dublin, National Gallery NGL 552
Werke sind auch in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt.
Dem Meister werden auch einige Mariendarstellungen zugeschrieben, die sich heute in spanischen Museen befinden.J. H. Perera: Del Maestro de las Medias Figuras. In: Goya. Revista de Arte. 49, 1962, S. ?.
Einige dem Meister zugeschriebenen Mariendarstellungen gingen nach 1935 verloren und werden von der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste gesucht.
Literatur
Franz Wickhoff: Die Bilder weiblicher Halbfiguren aus der Zeit und Umgebung Franz I. von Frankreich. In: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses. 1901, S. 221 (uni-heidelberg.de).
Master of the Female Half-lengths. In: The Grove Dictionary of Art. Macmillan 2000 (englisch) – .
Weblinks
Neptun und Thetis, Abbildung und Provenienzrecherche beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen Muttergottes mit Kind Lost art Meister der weiblichen Halbfiguren sammlung.pinakothek.de
Einzelnachweise
Kategorie:Maler der Renaissance Weiblichen Halbfiguren, Meister Der Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 16. Jahrhundert Kategorie:Mann