Metal Massacre ist eine Reihe von Kompilationen des amerikanischen Musiklabels Metal Blade Records.

Entstehungsgeschichte Brian Slagel, Gründer von Metal Blade Records, arbeitete 1981 in einem Plattenladen in Los Angeles. Auf seine Bitte hin erhielt er die Erlaubnis vom Inhaber, neben den aus den USA stammenden Alben auch Importe wie die Veröffentlichungen von Iron Maiden anbieten zu dürfen. Dieses Zusatzangebot stieß auf reges Interesse der Käufer, die Slagel auf die aktive Metal-Szene in Los Angeles mit Bands wie Ratt, Malice oder Steeler aufmerksam machten. So gründete er wenig später ein Fanzine mit dem Namen The New Heavy Metal Revue und entwickelte die Idee, diese Szene mit einem Sampler unter dem Titel Metal Massacre vorzustellen.

Slagel, der mittlerweile über sehr gute Kontakte zu den Bands in Los Angeles verfügte, fragte die aus seiner Sicht in Frage kommenden Gruppen, ob sie einen Beitrag leisten wollen. Eine der Voraussetzungen war allerdings, dass sie aktuell bei keinem Musiklabel unter Vertrag stehen, weshalb Mötley Crüe auf Metal Massacre I nicht wie ursprünglich geplant vertreten war. Mit geborgtem Geld ließ Slagel 1982 5000 Exemplare von Metal Massacre I pressen, die sehr schnell ausverkauft waren. Ursprünglich als Beilage zu seinem Fanzine gedacht, brachte einer der Distributoren Slagel auf die Idee, Metal Massacre als Serie herauszubringen. Er sollte die Musik liefern, die Vertriebsfirma würde die LPs pressen und vertreiben. Dies gilt als Initialzündung für die Gründung des Labels Metal Blade.

Die Anregungen für mögliche Bands holte sich Slagel für die ersten Ausgaben durch Tape-Trading und den Besuch von Konzerten. Lars Ulrich und James Hetfield von Metallica, die Ende 1981 das Angebot, auf dem Sampler einen Beitrag zu veröffentlichen, angenommen hatten,Wieland Harms: The Unplugged Guitar Book 2. Gerig, 1996, ISBN 3-87252-250-7, S. 98. schickten Slagel ein Demoband von Hit the Lights. 1983 sah Slagel Slayer als Vorband von Bitch und war so überwältigt, dass er sie als erste Band auf die dritte Ausgabe des Samplers holte. Zu den Bands, deren Erfolg auf einem Beitrag zum Sampler beruht, gehören auch Armored Saint, Voivod oder Fates Warning.

Seitdem wurden unter der Bezeichnung Metal Massacre insgesamt 14 Sampler veröffentlicht, der bislang letzte im Jahr 2016.

Die einzelnen Metal-Massacre-Kompilationen im Überblick Metal Massacre (1982)

+ Erste Auflage # Band Titel HerkunftGenannt wird die Veröffentlichung, auf welcher der Titel vor Erscheinen auf dem Sampler erstmals vertreten war. Offizielle VeröffentlichungGenannt wird die erste offizielle Veröffentlichung, auf welcher das Stück nach dem Erscheinen des Samplers enthalten ist (keine Demos, Bootlegs, Selbstveröffentlichungen oder Live-Alben). 1 Steeler Cold Day in Hell (4:11) Cold Day in Hell (Demo, 1982) Steeler (Album, 1982) 2 Bitch Live for the Whip (5:15) Live for the Whip (5:15) (Demo, 1982) Damnation Alley (EP, 1982) 3 Malice Captive of Light (3:17) unveröffentlicht Crazy in the Night (EP, 1989) 4 Ratt Tell the World (3:05) unveröffentlicht Ratt (EP, 1985) 5 Avatar Octave (3:44) unveröffentlicht keine bekannt 6 Cirith Ungol Death of the Sun (3:54) unveröffentlicht King of the Dead (Album, 1984) 7 Demon Flight Dead of the Night (2:32) unveröffentlicht Flight of the Demon (EP, 1982) 8 Pandemonium Fighting Backwards (3:43) unveröffentlicht keine bekannt 9 Malice Kick You Down (4:26) unveröffentlicht The Rare and Unreleased (Kompilation, 2008) 10 Metallica Hit the Lights (4:25) unveröffentlicht Kill ’Em All (Album, 1983)

+ Zweite Auflage # Band Titel HerkunftGenannt wird die Veröffentlichung, auf welcher der Titel vor Erscheinen auf dem Sampler erstmals vertreten war. Offizielle VeröffentlichungGenannt wird die erste offizielle Veröffentlichung, auf welcher das Stück nach dem Erscheinen des Samplers enthalten ist (keine Demos, Bootlegs, Selbstveröffentlichungen oder Live-Alben). 1 Black ’n Blue Chains around Heaven (3:45) 3 Track Demo (Demo, 1982) Black ’n Blue (Album, 1984) 2 Bitch Live for the Whip (5:15) Live for the Whip (Demo, 1982) Damnation Alley (EP, 1982) 3 Malice Captive of Light (3:17) unveröffentlicht Crazy in the Night (EP, 1989) 4 Ratt Tell the World (3:05) unveröffentlicht Ratt (EP, 1985) 5 Avatar Octave (3:44) unveröffentlicht keine bekannt 6 Cirith Ungol Death of the Sun (3:54) unveröffentlicht King of the Dead (Album, 1984) 7 Demon Flight Dead of the Night (2:32) unveröffentlicht Flight of the Demon (EP, 1982) 8 Pandemonium Fighting Backwards (3:43) unveröffentlicht keine bekannt 9 Malice Kick You Down (4:26) unveröffentlicht The Rare and Unreleased (Kompilation, 2008) 10 Metallica Hit the Lights (4:12) unveröffentlicht Kill ’Em All (Album, 1983)

Dritte und weitere Auflagen # Band Titel HerkunftGenannt wird die Veröffentlichung, auf welcher der Titel vor Erscheinen auf dem Sampler erstmals vertreten war. Offizielle VeröffentlichungGenannt wird die erste offizielle Veröffentlichung, auf welcher das Stück nach dem Erscheinen des Samplers enthalten ist (keine Demos, Bootlegs, Selbstveröffentlichungen oder Live-Alben). 1 Black ’n Blue Chains around Heaven (3:45) 3 Track Demo (Demo, 1982) Black ’n Blue (Album, 1984) 2 Bitch Live for the Whip (5:15) Live for the Whip (Demo, 1982) Damnation Alley (EP, 1982) 3 Malice Captive of Light (3:17) unveröffentlicht Crazy in the Night (EP, 1989) 4 Avatar Octave (3:44) unveröffentlicht keine bekannt 5 Cirith Ungol Death of the Sun (3:54) unveröffentlicht King of the Dead (Album, 1984) 6 Demon Flight Dead of the Night (2:32) unveröffentlicht Flight of the Demon (EP, 1982) 7 Pandemonium Fighting Backwards (3:43) unveröffentlicht keine bekannt 8 Malice Kick You Down (4:26) unveröffentlicht The Rare and Unreleased (Kompilation, 2008) 9 Metallica Hit the Lights (4:12) unveröffentlicht Kill ’Em All (Album, 1983)

Cold Day in Hell von Steeler wurde ab der 2. Auflage durch Chains around Heaven von Black ’n Blue ersetzt.discogs. com – Various – Metal Massacre (MBR 1001; 1. Auflage). Zuletzt abgerufen am 16. November 2015.discogs. com – Various – Metal Massacre (MBR 1001; 2. Auflage). Zuletzt abgerufen am 16. November 2015. Tell the World von Ratt wurde ab der 3. Auflage aus der Songliste gestrichen.discogs. com – Various – Metal Massacre (MBR 1001; 3. Auflage). Zuletzt abgerufen am 16. November 2015. Die auf der 1. Auflage enthaltene Version von Metallicas Hit the Lights unterscheidet sich von der aller weiteren Auflagen: Während Lloyd Grant auf der Version der Erstauflage als Leadgitarrist neben James Hetfield, der für die Aufnahme Gesang, Rhythmusgitarre und Bass übernahm, und Schlagzeuger Lars Ulrich zu hören ist, spielten für die Version, die seit der 2. Auflage inkludiert ist, Dave Mustaine die Leadgitarre und Ron McGovney den Bass ein.ultimatemetallica.com – Metal Blade Records’ 'Metal Massacre' Featuring Metallica’s ‘Hit the Lights’ – 30 Years Later. Zuletzt abgerufen am 16. November 2015. Für die 2. Auflage wurde im Vergleich zur Original-LP ein anderes Frontcover benutzt: Statt des Coverdesigns von Elaine Offers ziert die 2. Auflage lediglich der Metal Massacre-Schriftzug in schwarz auf grauem Hintergrund. Ab der 3. Auflage wurde allerdings wieder das Originalcover verwendet. Die auf der 1. Auflage dieser Kompilation enthaltene, 1981 gegründete US-amerikanische Heavy-Metal-Band Steeler ist nicht zu verwechseln mit der deutschen Heavy-Metal-Band Steeler, u. a. mit Axel Rudi Pell an der Gitarre. Diese US-amerikanische Band wurde von Sänger Ron Keel gegründet. Nach der Aufnahme der Single Cold Day in Hell stieß auch der bekannte schwedische Gitarrist Yngwie J. Malmsteen zu dieser Band. Die hier enthaltene, US-amerikanische Heavy-Metal-Band Avatar ist nicht zu verwechseln mit der 1979 gegründeten US-amerikanischen Power-Metal-Band Avatar, die sich später in Savatage umbenannte. Co-Produzent John Kornarens (unter dem Namen Anthony Kornarens aufgelistet) spielte Gitarrenparts und seine Schwester Diane Kornarens den Bass des Instrumentals Octave ein.thecorroseum.org – Forum – Molten Leather. Abgerufen am 16. November 2015. Metallica wurde auf der 1. Auflage unter der falschen Bezeichnung Mettallica aufgelistet. Black ’n Blue wurde auf der 2. Auflage von Metalworks Records unter der falschen Bezeichnung Black And Blue aufgelistet.. Abgerufen am 16. November 2015.

Metal Massacre II (1982)

# Band Titel Herkunft Offizielle Veröffentlichung 1 Armored Saint Lesson Well Learned (2:51) Demo (1982) Armored Saint (EP, 1983) 2 3rd Stage Alert Mind Invader (3:51) unveröffentlicht 3rd Stage Alert (EP, 1983) 3 Surgical Steel Rivit Head (3:03) unveröffentlicht keine bekannt 4 Obsession Shadows of Steel (4:31) unveröffentlicht Obsession (Best Of, 2008) 5 Savage Grace Sceptre of Deceit (3:45) Demo (1982) keine bekannt 6 Overkill No Holds Barred (4:12) unveröffentlicht Triumph of the Will (Album, 1985) 7 Warlord Lucifer’s Hammer (3:18) Demo (1981) Deliver Us (EP, 1983) 8 Trauma Such a Shame (2:53) Demo (1982) Scratch And Scream (Re-Release, 2013) 9 Dietrich It’s Alright (3:26) unveröffentlicht keine bekannt 10 Molten Leather Inversion (4:04) unveröffentlicht keine bekannt 11 Hyksos The Kings (6:11) unveröffentlicht Hyksos (Album, 1982) 12 Aloha Heavy Metal Virgin (3:01) Demo (1982) keine bekannt

Die hier enthaltene, 1980 gegründete US-amerikanische Speed-Metal-Hardcore-Band Overkill ist nicht zu verwechseln mit der wesentlich bekannteren, 1980 gegründeten US-amerikanischen Thrash-Metal-Band Overkill. Daher änderte man auch später den Namen in Overkill L.A. und SST Overkill, um Verwechslungen vorzubeugen. Die hier enthaltene, 1981 gegründete US-amerikanische Band Aloha nannte sich ursprünglich Vixen (nicht zu verwechseln mit der 1980 gegründeten US-amerikanischen Glam-Metal-Band Vixen), ehe die Band zunächst in Aloha und dann in Hawaii umbenannt wurde. Alle Songs von Metal Massacre II sind auch auf dem aus Liedern von Metal Massacre II und Metal Massacre Volume III zusammengesetzten, 1983 auf MC erschienenen Bundle Metal Massacre II & III (Songs 1–12) enthalten.

Metal Massacre Volume III (1983)

# Band Titel Herkunft Offizielle Veröffentlichung 1 Slayer Aggressive Perfector (3:29) unveröffentlicht Haunting the Chapel (EP, Bonus auf der Wiederveröffentlichung 1993) 2 Bitch Riding in Thunder (3:57) unveröffentlicht Be My Slave (Album, 1983) 3 Tyrant The Battle of Armageddon (5:14) unveröffentlicht Legions of the Dead (Album, 1985) 4 Medusa Piranhas (2:11) Demo ’83 (1983) keine bekannt 5 Test Pattern Bite the Knife (5:25) unveröffentlicht keine bekannt 6 Black Widow Blitzkrieg (2:56) unveröffentlicht keine bekannt 7 Warlord Mrs. Victoria (5:55) Demo (1981) Thy Kingdom Come (Compilation, 1986) 8 Virgin Steele Let’s Go All the Way (3:12) unveröffentlicht keine bekannt 9 Sexist Fire and Wind (3:00) Demo (1983) keine bekannt 10 Snowhite Hell Bent (1:49) Demo (1983) keine bekannt 11 Marauder The Kid (3:01) Demo (1983) keine bekannt 12 La Mort Fist and Chain (2:37) unveröffentlicht keine bekannt

Der Song The Battle of Armageddon von Tyrant wurde auf den MC- und CD-Editionen dieser Kompilation unter der falschen Bezeichnung Armagedon aufgelistet.musik-sammler.de – Metal Massacre III – Tape. Zuletzt abgerufen am 17. November 2015.. Zuletzt abgerufen am 17. November 2015. Der Song Piranhas von Medusa wird auf dieser Kompilation unter der Bezeichnung Piranahs aufgelistet.discogs.com – Various - Metal Massacre Volume III – Images. Abgerufen am 17. November 2015. Da aktuell kein Bild von Medusas Demokassette Demo ’83, auf dem dieser Song erstmals erschien, verfügbar ist, lässt sich nicht zweifelsfrei klären, ob der Schreibfehler nur bei Metal Massacre Volume III auftritt oder ob Metal Blade Records den Schreibfehler vom Demo übernommen hat. Die Internetseite Encyclopaedia Metallum führt den Song in der korrekten Schreibweise Piranhas.metal-archives.com – Medusa – Demo ’83. Abgerufen am 17. November 2015.