Am 24. November 1976 versammelte sich der Landesausschuss der Jungen Union Bayern in einem Sitzungssaal der Hauptverwaltung des Wienerwald-Konzerns in München.Wienerwald-Rede von Franz Josef Strauß am 24. November 1976, Signatur des Landesarchivs Baden-Württemberg Unter den Anwesenden war auch der damalige CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß, der in einer hitzigen Rede die CDU und deren Vorsitzenden Helmut Kohl mit groben Formulierungen angriff („Er [Helmut Kohl] ist total unfähig. Ihm fehlen die charakterlichen, die geistigen und die politischen Voraussetzungen. Ihm fehlt alles dafür [fürs Kanzleramt]“). Die Rede wurde von einem Unbekannten mitgeschnitten und fünf Tage später vom Spiegel als Niederschrift veröffentlicht. Bald darauf war sie als Wienerwald-Rede bekannt.

Politischer Zusammenhang Am 19. November 1976 beschloss die CSU in einer Sitzung in Wildbad Kreuth, sich von der Unionsschwester CDU zu trennen und bundesweit zu kandidieren (→ Kreuther Trennungsbeschluss). Am 22. November forderte die CDU von ihrer Schwesterpartei, sich zur Union zu bekennen; andernfalls wollte sie einen eigenen Landesverband in Bayern gründen. Am 12. Dezember beschlossen CDU und CSU, auch künftig als gemeinsame Fraktion aufzutreten.

Der Tonmitschnitt Von Strauß’ gut dreistündiger Rede ist ein Tonmitschnitt von 45 Minuten Dauer bekannt.

Auszüge des Mitschnitts wurden von dem Münchner Bibliothekar und Vorstandsmitglied der SPD-Südbayern Jürgen Heckel auf Kassetten für fünf DM vertrieben, bis Strauß im November 1982 eine Einziehung wegen StGB („Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“) durchsetzte.

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