miniatur|Blick auf Lomnitz aus der Luft

Lomnitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Wachau im sächsischen Landkreis Bautzen. Der Ortsteil hat den Status einer Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit eine Ortschaftsverfassung mit Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Der Ort Lomnitz mit ca. 1000 Einwohnern liegt etwa 25 Kilometer nordöstlich von Dresden entfernt.

Geschichte Die Gemarkung Lomnitz wurde in einer Urkunde vom 27. Oktober 1313 erstmals als Lomenitz erwähnt. Der Ortsname stammt, ebenso wie etwa Lomske, vom altsorbischen łom für einen Ort am Windbruch oder auch Steinbruch, wobei im Falle von Lomnitz beides möglich ist. Wahrscheinlich bezog sich der Name zunächst auf ein durch den Ort fließendes Gewässer.Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band I, Berlin 2001, S. 615

Der Ortskern bildete sich aus dem Rittergutsgelände, dem Komplex um das ab 1927 vom Freien Turn- und Sportbund erbaute und am 2. Juni 1929 eingeweihte VolksheimWenn alte Mauern sprechen könnten. Artikelserie in „die Radeberger“ Ausgabe Nr. 37/2019 vom 13. September 2019. Online-Ressource sowie aus der evangelisch-lutherischen Kirche. Funde, wie beispielsweise ein Gräberfeld, lassen auf eine Besiedelung bereits in der Bronzezeit schließen.

Das heutige Rittergut bestand ab 1563 als Vorwerk von Wachau, bis es 1602 als selbständiges Rittergut fungierte. Es wurde 1949 enteignet und diente anschließend als Wohnungsfläche. Nach der Wende 1990 hat sich auch in Lomnitz viel verändert. Neben der Verlegung der Trink- und Abwasserleitungen wurden die Straßen erneuert, außerdem wurde ein Neubaugebiet erschlossen. Am 1. Januar 1998 ist Lomnitz nach Wachau eingemeindet worden.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Evangelische Kirche in Lomnitz

Früher arbeiteten in Lomnitz drei Wassermühlen, von denen nur die Buschmühle an der Kleinen Röder noch funktionstüchtig ist und besichtigt werden kann.

Eine Dorfkirche wurde erstmals um 1495 erwähnt. Die heutige Kirche wurde in den Jahren 1840/1841 durch den Baumeister Christian Gottlieb Ziller neu errichtet, das wesentlich ältere Pfarrhaus stammt wohl aus dem Jahre 1781. Das neue Altargemälde Christus erscheint seinen Jüngern, einschließlich des Thomas ist 1842 von Heinrich Gotthold Arnold geschaffen worden.Cornelius Gurlitt (Bearb.): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Heft 26, Teil 2. Meinhold, Dresden 1904, S. 81 (Öl/Lwd., bez. rechts: Hein. Arnold / Prof. pinx. 1842).Abb.: Kirchenrundgang Lomnitz

Persönlichkeiten Johann Georg Oppel (1594–1661), Rittergutsbesitzer ab 1631 Heinrich Gotthold Arnold (1785–1854), Maler Rudolf Leopold (1894–1986), Schachkomponist Günter Zumpe (1929–2024), Bauingenieur und Hochschullehrer Helfried Schreiter (1935–1992), Schriftsteller, Redakteur und Verleger Peter Kern (* 1945), Bildhauer

Literatur

Jonathan Gotthold Häntzschel: Altes und Neues von Lomnitz bey Dreßden. Friedrichstadt 1763 (Digitalisat)

Weblinks

Lomnitz In: Webauftritt der Gemeinde Wachau.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bautzen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bautzen) Kategorie:Geographie (Wachau, Sachsen) Kategorie:Ersterwähnung 1313 Kategorie:Gemeindeauflösung 1998