Der Kreis Osterburg war ein Landkreis im Bezirk Magdeburg der DDR. Von 1990 bis 1994 bestand er als Landkreis Osterburg im Land Sachsen-Anhalt fort. Sein Gebiet liegt heute im Landkreis Stendal und im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie
Lage Der Kreis Osterburg lag in der nördlichen Altmark am linken Elbufer und berührte im Nordwesten die innerdeutsche Grenze. Wichtige Gewässer neben der Elbe waren die Aland, die Biese und die Uchte sowie der Arendsee.
Nachbarkreise Der Kreis Osterburg grenzte im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die (Land-)Kreise Ludwigslust, Perleberg, Havelberg, Stendal, Gardelegen (bis 1987 Kalbe (Milde)), Salzwedel und Lüchow-Dannenberg (ab 1965) bzw. Seehausen (bis 1965).
Geschichte Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfangreichen Verwaltungsreform, bei der unter anderem die Länder der DDR ihre Bedeutung verloren und neue Bezirke eingerichtet wurden. Der damalige Landkreis Osterburg gab Gemeinden an die Kreise Seehausen und Kalbe (Milde) ab. Aus dem verbleibenden Kreisgebiet wurde zusammen mit Teilen des Landkreises Stendal der neue Kreis Osterburg mit Sitz in Osterburg gebildet. Der Kreis wurde dem neugebildeten Bezirk Magdeburg zugeordnet. Am 1. Januar 1957 wechselte die Gemeinde Natterheide aus dem Kreis Kalbe (Milde) in den Kreis Osterburg. Am 2. Juli 1965 wurde der Kreis Seehausen aufgelöst und in den Kreis Osterburg eingegliedert. Am 1. Januar 1988 wurde der Kreis Osterburg um die Gemeinde Meßdorf des aufgelösten Kreises Kalbe (Milde) vergrößert.
Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Osterburg umbenannt.Durch Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990, im Gesetzblatt der DDR 1990, Band I, S. 255, Online (PDF). Landrat des neuen Landkreises war Karlheinz Mewes. Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis 1990 dem wiedergegründeten Land Sachsen-Anhalt zugesprochen. Bei der ersten Kreisreform in Sachsen-Anhalt, die am 1. Juli 1994 in Kraft trat, ging er im Landkreis Stendal auf, ein kleiner Teil im Westen des Kreisgebiets kam zum Altmarkkreis Salzwedel.
Einwohnerentwicklung Kreis Osterburg Jahr 1960 1971 1981 1989 Einwohner 30.597 50.070 44.816 44.470
Städte und Gemeinden
Zum Ende seines Bestehens im Jahr 1994 gehörten dem Kreis Osterburg die folgenden Städte und Gemeinden an:Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaues und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Sachsen-Anhalt vom 25. Juli 1952 Altenzaun Arendsee, Stadt Aulosen Baben Ballerstedt Behrendorf Bertkow Beuster Boock Bretsch Dobbrun Erxleben Falkenberg Flessau GagelGeestgottberg Gladigau Goldbeck Gollensdorf Groß Garz Heiligenfelde Hindenburg Hohenberg-Krusemark Höwisch Iden Kläden Klein Schwechten Kleinau Königsmark KossebauKrevese Krüden Leppin Lichterfelde Losenrade Losse Lückstedt Meseberg Meßdorf Neukirchen Neulingen Osterburg, Stadt Pollitz Rossau SandauerholzSanne Schönberg Schrampe Schwarzholz Seehausen, Stadt Thielbeer Wahrenberg Walsleben Wanzer Wendemark Werben Ziemendorf
Eingemeindungen bis 1994 Behrend, am 1. Februar 1974 zu Seehausen Berge, am 1. Februar 1974 zu Behrendorf Bömenzien, am 1. Januar 1973 zu Gollensdorf Dalchau, am 1. Januar 1969 zu Altenzaun Dequede, am 1. Februar 1974 zu Krevese Deutsch, am 1. Januar 1973 zu Groß Garz Drüsedau, am 1. Februar 1974 zu Bretsch Ellingen, am 1. Februar 1974 zu Hohenberg-Krusemark Genzien, am 1. Dezember 1968 zu Arendsee (Altmark) Gethlingen, am 1. Januar 1973 zu Hindenburg Giesenslage, am 1. Februar 1974 zu Behrendorf Harpe, am 15. Januar 1969 zu Leppin Häsewig, am 1. Januar 1974 zu Klein Schwechten Krumke, am 1. Februar 1974 zu Osterburg Lindenberg, am 1. Februar 1974 zu Groß Garz Lohne, am 1. Februar 1974 zu Kleinau Natterheide, gehörte bis zum 1. Januar 1957 zum Kreis Kalbe (Milde), am 1. Februar 1974 zu Flessau Osterholz, am 1. Januar 1969 zu Altenzaun Räbel, am 10. Oktober 1965 zu Werben Rathsleben, am 1. Januar 1969 zu Kossebau Rengerslage, am 1. Januar 1974 zu Königsmark Rönnebeck, am 1. Juni 1973 zu Flessau Schmersau, am 1. Februar 1974 zu Gladigau Stapel, am 1. Januar 1974 zu Lückstedt Storbeck, am 1. Juni 1973 zu Flessau Wasmerslage, am 1. Januar 1957 zu Iden Wohlenberg, am 1. Januar 1974 zu Lückstedt Wollenrade, am 1. Juni 1973 zu Flessau Wolterslage, am 1. Januar 1974 zu Königsmark Zedau, am 11. Dezember 1968 zu Krumke Ziegenhagen, am 1. April 1959 zu Häsewig Zießau, am 1. Februar 1974 zu Schrampe
Wirtschaft Wichtige Betriebe waren unter anderen VEB Betonwerke Altmark VEB Brillenfabrik Osterburg VEB Rathenower Optische Werke Werk Osterburg VEB Rathenower Optische Werke Werk Werben
Verkehr Die F 189 von Magdeburg über Osterburg nach Wittenberge und die F 190 von Seehausen nach Salzwedel dienten dem überregionalen Straßenverkehr.
Dem Eisenbahnverkehr dienten die Strecken Stendal–Meßdorf–Salzwedel, Magdeburg–Osterburg–Wittenberge und Geestgottberg–Arendsee–Salzwedel.
Kfz-Kennzeichen Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren HM und MM begannen, zugewiesen. Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war HR 90-01 bis HR 99-99.
Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen OBG. Es wurde bis zum 30. Juni 1994 ausgegeben. Seit dem 27. November 2012 ist es im Landkreis Stendal erhältlich.
Einzelnachweise
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