Neunkirchen () ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.
Geografie Geografische Lage Die ländliche Wohngemeinde Neunkirchen liegt im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald zwischen Wertheim und Miltenberg. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit auf einer nicht weiter benannten Hochfläche nördlich von Umpfenbach, der niedrigste liegt am Otterbach auf .
Gemeindegliederung Neunkirchen hat drei Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp): Neunkirchen (Pfarrdorf) Richelbach (Kirchdorf) Umpfenbach (Kirchdorf)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Neunkirchen, Richelbach und Umpfenbach. Die Gemarkung Neunkirchen hat eine Fläche von 6,820 km². Sie ist in 1349 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5055,24 m² haben.
Name Etymologie Der Name Neunkirchen besteht aus den mittelhochdeutschen Wörtern niuwe und kirche. Sie bedeuten neue Kirche.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1248 Nůwenkirchen 1289 Nuwenchirchen 1312 Nuwenkirchen 1337 Nuenkirchen 1361 Nůnkirchen 1554 Neunkircha 1576 Neunkirchen
Ortsnecknamen Neunkirchen
Das Vierzehn-Nothelfer-Fest im August war ein hoher Feiertag in der Gemeinde, an dem viele Gläubige von auswärts kamen. Hochamt und Prozession durch das Dorf waren Höhepunkt des Tages. Mit dem Fest war auch ein vollkommener Ablass verbunden. Dies führte zum Ortsnecknamen „Ablasstiker“.Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Landkreis Miltenberg 2003
Richelbach In Richelbach war das „Arme-Leute-Gericht“ Semmede, eine in Öl ausgebackene einfache Mehlspeise, zu der es Apfelbrei gab, verbreitet. Dies führte bei den Nachbarorten zur Beschimpfung der Richelbacher als „Samedsfresser“.Werner Trost Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer Landkreis Miltenberg 2003
Geschichte Erste Erwähnung Der Ort wurde 1232 erstmals erwähnt, war die längste Zeit seiner Geschichte unter der Herrschaft des Erzstifts Mainz und galt als wohlhabende Bauerngemeinde.
Verwaltungsgeschichte Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Neunkirchen lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Neunkirchen war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.
Eingemeindungen Die Gemeinde Neunkirchen entstand durch den Zusammenschluss der Gemeinden Neunkirchen, Richelbach und Umpfenbach am 1. Juli 1975.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1297 auf 1460 um 163 Einwohner bzw. um 12,6 %. 2001 zählte Neunkirchen 1560 Einwohner. Quelle: BayLfStat
Politik Bürgermeister Wolfgang Seitz (Wählergemeinschaft Umpfenbach, Neunkirchen, Richelbach) ist seit 1. Mai 2002 ehrenamtlicher Bürgermeister; er wurde am 15. März 2020 mit 94,2 Prozent der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.
Gemeinderat Der Gemeinderat von Neunkirchen hat 13 Mitglieder einschließlich des Ersten Bürgermeisters. Die Kommunalwahl 2020 ergab diese Sitzverteilung:http://www.neunkirchen-unterfranken.de/gemeinderat/mitglieder/
Die Sitzverteilung ist unverändert wie in der Amtszeit 2014 bis 2020.
Wappen
Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Erftal mit Sitz in Bürgstadt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul
Die Pfarrkirche ist ein mit einem Satteldach gedeckter Saalbau mit eingezogenem, halbrund schließendem Chor und nördlich angebauter Sakristei. Der unverputzte Sandsteinbau mit Werksteinrahmungen wurde im spätklassizistischen Stil in den Jahren 1822 bis 1827 errichtet. Die westliche Giebelfassade wurde im Jahr 1890 im neoromanischen Stil mit reichen Werksteingliederungen ergänzt. An den Chor schließt sich in südlicher Himmelsrichtung ein spätgotischer Turm des Vorgängerbaus über quadratischem Grundriss mit verschiefertem, oktogonalem Spitzhelm an. Das Deckengemälde des Saalbaues thematisiert die Aufnahme Mariens in den Himmel. Eine Besonderheit der Ausstattung stellt die Ende des 19. Jahrhunderts aus München angekaufte Barockkrippe aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dar. Sie ist ein Geschenk des damaligen Neunkircher Bürgermeisters Andreas Weimer aus dem Jahr 1871 und zeigt die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem, die Verkündigung an die Hirten, die Anbetung des Jesuskindes durch die Weisen aus dem Morgenland, die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten, das Haus der heiligen Familie in Nazareth, die Darstellung Jesu im Jerusalemer Tempel sowie die Hochzeit zu Kana. Die aktuelle Orgel stammt aus dem Jahr 1913 und wurde von Balthasar Schlimbach aus Würzburg gefertigt.Norbert Schmitt: Aus Neunkirchens Geschichte, Beiträge zur Geschichte von Gemeinde und Pfarrei Neunkirchen und ihrer Teile, Neunkirchen 1992, S. 149–154.Neunkirchen (Unterfranken), St. Peter und Paul. Organ index – die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 25. Januar 2024.
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsplätze und Landwirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 195 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 655 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 460 Personen größer als die der Einpendler. 18 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 22 landwirtschaftliche Betriebe.
Bildung mini|Gemeinschaftshaus2018 gab es eine Kindertageseinrichtung mit 62 genehmigten Plätzen und 63 Kindern.
Windpark Neunkirchen mini|Windpark Neunkirchen Die Stadtwerke Tübingen haben im Windpark Neunkirchen bei Neunkirchen-Umpfenbach zwei für insgesamt 10 Mio. Euro erbaute Windkrafträder des Typs Nordex N117/2400 mit jeweils 2,4 MW erworben, die im Winter 2013 in Betrieb gingen. Die Nabenhöhe dieser Turbinen beträgt mit Fundament 141 Meter: Die beiden etwa 80 Meter hohen Stahlbetontürme werden jeweils durch einen 58 Meter hohen Stahlturm verlängert, so dass die knapp 60 m langen Rotorblätter eine Kreisfläche mit 117 m Durchmesser durchlaufen.Stadtwerke Tübingen: Startschuss für die WindkraftnutzungÖkostrom für 5.000 Haushalte. Stadtwerke kaufen für zehn Millionen Euro zwei Windräder im Odenwald. Tagblatt vom 16. August 2013. Am 8. Oktober 2013 wurde die Montage der beiden Rotorsterne an den beiden Gondeln abgeschlossen.Bayerischer Windpark Heppdiel: Aufbau der Windenergieanlagen bei Eichenbühl und Neunkirchen nähert sich dem Ende. Letzter Rotorstern auf der Odenwaldhöhe montiert. Fränkische Nachrichten, Freitag, 11. Oktober 2013.
Persönlichkeiten Georg Dirmeier (1853–1902), katholischer Geistlicher und Landtagsabgeordneter (Zentrumspartei) Andreas Weimer (1820–1900), Politiker, Landwirt und Mitglied des Landtages
Ehrenbürger 1898: Bischof Ferdinand von Schlör, Richelbach 1967: Hauptlehrer Alfred Hauck, Richelbach 1975: Altbürgermeister Helmut Schell, Neunkirchen 1979: Pfarrer Georg Zenkert, Neunkirchen 1985: Altbürgermeister Rudolf Ditter, Richelbach 2003: Fritz Schmidt, Umpfenbach 2006: Alfons Wolf, Neunkirchen 2011: Ludwig Scheurich, Richelbach
Weblinks
Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Miltenberg Kategorie:Ersterwähnung 1232 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Miltenberg