Paranormal Activity ist ein Horrorfilm aus dem Jahr 2007, bei dem Oren Peli Regie führte, das Drehbuch schrieb und einen Teil der Produktion übernahm. Der Film hatte Weltpremiere auf dem Screamfest Horror Film Festival in den Vereinigten Staaten am 14. Oktober 2007 und wurde außerdem auf dem Slamdance Film Festival am 18. Januar 2008 gezeigt.Paranormal Activity – Release dates

Paranormal Activity ist im sogenannten Found-Footage-Format gedreht.

Der Film handelt von einem jungen Paar, Katie und Micah, das von einer dämonischen Präsenz im eigenen Haus verfolgt wird. Das Bild des Films besteht dabei ausschließlich aus den Einstellungen der Kamera des Paares, die zur Aufzeichnung der Geisteraktivitäten aufgestellt wurde. In Deutschland hatte der Film am 19. November 2009 seine Kinopremiere.

Handlung Der Film spielt im Herbst 2006, Mittelpunkt der Handlung ist das junge Pärchen Micah und Katie, das in einem großen Haus in San Diego lebt. Als Katie, eine junge Studentin, durch nächtliche Geräusche verängstigt wird, nimmt Micah dies zum Anlass, eine neue Kamera zu kaufen und nachts auf ihr gemeinsames Bett zu richten, um damit etwaige Eindringlinge oder paranormale Phänomene aufzeichnen zu können. Anders als Katie scheint er weniger verängstigt, als vielmehr fasziniert zu sein. Dieser Umstand führt schon früh zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden, zumal Micah seiner Lebensgefährtin mit seiner Kamera überall hin nachsteigt.

Als sich die seltsamen Vorfälle drastisch häufen, wird ein Medium hinzugezogen: Dr. Mark Fredrichs. Dieser glaubt, in dem Haus tatsächlich eine Art Dämon wahrzunehmen, der speziell Katie heimsucht, weswegen ein Umzug keine Lösung des Problems sei. Diese Erkenntnis begründet er mit einer Schilderung Katies, dass sie schon seit ihrem achten Lebensjahr trotz mehrerer Umzüge von unerklärlichen Ereignissen heimgesucht werde. Da er sich selbst für überfordert hält – seine Profession sei die Kommunikation mit Geistern, nicht mit Dämonen – empfiehlt er dem jungen Paar, Kontakt mit dem Dämonologen Dr. Johann Averies aus Los Angeles aufzunehmen. Im Gegensatz zu Katie ist Micah von den Interpretationen und Darlegungen allerdings nicht überzeugt. Er hält die ganze Sache für eine Spinnerei, was die Anspannungen zwischen den beiden empfindlich schürt.

In den darauffolgenden Nächten gelingt es Micah tatsächlich, unerklärliche Ereignisse zu dokumentieren. So bewegt sich die Schlafzimmertür ohne ersichtlichen Grund und dumpfe Schläge sind wiederholt im ganzen Haus zu hören. Der Verursacher bleibt jedes Mal unauffindbar. Außerdem schwingt der Kronleuchter im Wohnzimmer hin und her. In einer Nacht steht Katie auf und verlässt das Schlafzimmer, nachdem sie über zwei Stunden ruhig stehend Micah beim Schlafen beobachtet hat. Als Micah kurze Zeit später erwacht und sich auf die Suche nach Katie macht, findet er sie in bitterer Kälte draußen auf der Veranda. Nachdem Micah ins Haus zurückgeht, hört er Schritte aus dem Schlafzimmer, nur um festzustellen, dass der Fernseher rauscht, sich aber niemand im Schlafzimmer aufhält. Am darauffolgenden Morgen kann sich Katie an nichts mehr erinnern.

Weil aber ein Mikrofon unheimliche Geräusche im Schlafzimmer aufgenommen hat, während das Paar sich in jener Nacht auf der Veranda befand, besorgt sich Micah ein Ouijabrett. Damit will er – entgegen der ausdrücklichen Warnung Dr. Fredrichs’ – mit dem Wesen Kontakt aufnehmen. Katie ist über dieses Verhalten verärgert und im Streit verlässt sie das Haus. Während die beiden draußen weiter streiten, ist die Kamera auf das im Wohnzimmer aufgebaute Ouijabrett gerichtet. Die Kamera dokumentiert einen aufkommenden Wind, die Planchette des Ouijabrettes bewegt sich von allein und schließlich geht das Brett in Flammen auf. Im abends auf den Boden gestreuten Babypuder finden sich Fußspuren, und nachdem Micah durch Schritte auf den Dachboden gelockt wurde, findet er dort ein halbverbranntes Kinderfoto von Katie, von dem sie dachte, dass es in einem Hausbrand vor Jahren zerstört wurde. Daraufhin ist Katie so verängstigt, dass sie beschließt, Dr. Averies anzurufen. Da dieser aber nicht erreichbar ist, wendet sie sich erneut an Dr. Fredrichs, welcher verspricht, am nächsten Tag vorbeizukommen. In der darauffolgenden Nacht wird die Schlafzimmertür plötzlich zugeschlagen und von außen dagegen gehämmert. Am Morgen wird ein Bild, welches die beiden zeigt, zerschlagen aufgefunden und das Gesicht von Micah darauf ist zerkratzt. Der herbeigerufene Dr. Fredrichs nimmt eine extrem feindselige Kraft im Haus wahr und flieht abrupt und verängstigt, nicht ohne noch einmal zu betonen, dass ein Auszug aus dem Haus nichts bringen würde.

Zwei Nächte später wird Katie plötzlich aus dem Bett gezerrt, über den Boden geschleift und kann nur unter großem Kraftaufwand von Micah befreit werden. Zurück bleibt eine Verletzung auf ihrem Rücken, die von Micah als Bissabdruck interpretiert wird. Mit den Nerven am Ende und völlig erschöpft beschließt das Paar, doch in ein Hotel zu ziehen. Gerade als Micah im Begriff ist, das Haus zu verlassen, besteht eine völlig ruhige Katie plötzlich darauf, doch noch im Haus zu übernachten. Außerdem ist sie der Meinung, dass jetzt „alles wieder gut“ werden würde. In der 21. Nacht steht Katie gegen 1:26 Uhr unvermittelt auf, beobachtet Micah fast zwei Stunden völlig regungslos beim Schlafen und geht gegen 3:16 Uhr in die untere Etage. Der Zuschauer hört sie plötzlich aus voller Kehle schreien und ein aufgeschreckter Micah stürzt daraufhin aus dem Zimmer, um ihr zu Hilfe zu eilen. Im Bild ist weiterhin nur das Schlafzimmer zu sehen und man hört einen kurzen Kampf, dem abrupte Stille folgt. Nach einer Weile sind schwere Schritte auf der Treppe zu hören und plötzlich wird Micah quer durch den Raum gegen die Kamera geschleudert. Die umgestoßene Kamera zeigt eine Katie im blutdurchtränkten Top, die langsam auf den leblosen Körper ihres Lebensgefährten zugeht und an ihm riecht, während sie über ihm kauert. Nachdem sie in die Kamera gelächelt hat, stürzt sie mit einem dämonischen Gesichtsausdruck auf diese zu und das Bild wird schwarz. Daraufhin wird im Epilog eingeblendet, dass die Polizei die Leiche Micahs am 11. Oktober 2006 fand und Katie seither nie wieder gesehen wurde.

Alternative Enden Ursprünglich vorgesehenes Ende Die ursprüngliche Fassung des Films hatte ein abweichendes Ende vorgesehen. Das offiziell gezeigte Ende ist jenes des DVD-Screeners, welcher für die Kinofassung massiv umgeschnitten wurde. Im ersten alternativen Ende begibt sich Katie nach dem Mord an Micah wieder ins Schlafzimmer. Blutverschmiert und mit einem Messer in der Hand setzt sie sich auf den Boden neben das Bett. So verbringt sie, ihren Oberkörper vor- und zurückwippend, den ganzen Tag, während zeitweise das Telefon und die Türklingel läuten. Zwischendurch ruft Amber an und spricht, als niemand abnimmt, auf den Anrufbeantworter, dass sie sich Sorgen um Micah und Katie macht. Am späten Abend kommt die besorgte Amber in die Wohnung und ruft nach Katie und Micah. Als sie Micahs Leiche findet, beginnt sie zu schreien und verlässt schockiert das Haus. Etwa eine halbe Stunde später dringen zwei alarmierte Polizisten in das Haus ein, die Katie immer noch auf dem Boden kauernd vorfinden. Katie erwacht aus ihrem katatonischen Zustand und stolpert offenbar verwirrt auf die beiden Beamten zu, Micahs Namen rufend. Dabei hat sie immer noch das Messer in der Hand. Die Polizisten fordern Katie auf, das Messer fallen zu lassen, und erschießen sie schließlich aus Notwehr, als diese weiter unkontrolliert auf die Beamten zuwankt. Im Anschluss durchsuchen sie die weiteren Räumlichkeiten und finden auch die Kamera, die weiterhin aufzeichnet.

Neu geschriebenes Ende Nachdem Paramount dank der Unterstützung durch Steven Spielberg die Rechte an Paranormal Activity erworben hatte, wurde das eigentlich vorgesehene Ende fallengelassen und es wurden zwei neue Enden geschrieben und gedreht, von denen eines in die finale Fassung des Films aufgenommen wurde. Die ursprüngliche Filmfassung wurde nur bei einem Public-Viewing öffentlich gezeigt und war zeitlich begrenzt im Internet einsehbar, bevor Paramount veranlasste, aufgrund einer vorliegenden Verletzung des Urheberrechts das betreffende Video vom Netz zu nehmen.

Paramounts alternatives Ende Katie begibt sich nach dem Mord an Micah wieder blutbeschmiert mit einem Messer in der Hand ins Schlafzimmer und schneidet sich, ohne eine Gefühlsregung, die Kehle durch. Sie sieht dabei die ganze Zeit direkt in die Kamera. Nach ihrem Ableben sackt sie zur Seite, wonach der Film endet. Dies ist das eigentliche alternative Ende, das Oren Peli bereits 2007 drehte, und ist auf der DVD als Bonusmaterial enthalten.

Somit besitzt dieser Film drei unterschiedliche Enden, zwei von dem erstveröffentlichten DVD-Screener und das Kinoende nach einer Idee von Steven Spielberg.Schnittberichte, abgerufen am 1. Januar 2010.

Produktion Idee und Dreharbeiten Die Idee für den Film kam Oren Peli, als er in seinem Haus seltsame Dinge feststellte. Er fragte sich, was passieren würde, wenn er Kameras aufstellte, um die Phänomene aufzuzeichnen. Die Ungeschütztheit beim Schlafen, argumentierte er, sei eine der primitivsten Ängste des Menschen, und sagte: „Wenn etwas in deinem Zuhause herumschleicht, dann gibt es nicht viel, was man tun kann.“ (“If something is lurking in your home there’s not much you can do about it.”) aufgerufen am 3. Oktober 2008. Peli selbst hat bereits sein ganzes Leben lang Angst vor Geistern und er fürchtet sich auch bei dem Film Ghostbusters, aber schaffte es, die Angst für etwas Positives und Produktives zu überwinden.The haunted history of 'Paranormal Activity'" in: Los Angeles Times, abgerufen am 20. September 2009.

Peli brauchte ein Jahr, um sein eigenes Haus für die Dreharbeiten vorzubereiten, indem er Wände neu strich, Möbel kaufte, den Teppich austauschte und das Treppenhaus umbaute. Ein Nebeneffekt war, witzelte er, dass er sich sein „Traumhaus mit großem Fernseher“ schuf. Während dieser Zeit machte er umfangreiche Recherchen zu paranormalen Phänomenen und zur Dämonenlehre und sagte: „Wir wollen so wahrheitsgemäß wie möglich sein.“ Da die Recherchen ergaben, dass die bösartigsten und gewalttätigsten Geister Dämonen sind, wurde ein Dämon als Geist ausgewählt.

Peli wollte sich mehr auf Glaubwürdigkeit und Authentizität statt auf Action konzentrieren und entschied sich dafür, den Film mit handgeführten Videokameras zu drehen. Aufgrund der Entscheidung für ein grobes und stationäres Bildformat, bei dem die Kamera meist auf einem Stativ oder etwas ähnlichen stand, wurde kein Kamerastab benötigt, was einen „höheren Grad an Plausibilität“ der Handlung und der Charaktere für den Zuschauer schafft.

Peli sagte, dass die Dialoge „natürlich“ sind, da es kein richtiges Skript gab. Stattdessen wurden den Schauspielern Entwürfe der Handlung gegeben und ähnlich wie in Blair Witch Project vorgegangen.

Während des Castings sprachen bei Peli mehrere hundert Menschen vor, bevor er letztendlich die Schauspielerin Katie Featherston und Micah Sloat traf. Er castete beide einzeln und ließ sie dann nochmals zusammen vorsprechen. Peli war von der Chemie der beiden Schauspieler untereinander beeindruckt und sagte: „Wenn man sich die Aufnahmen der Vorsprechen anschaut, würde man denken, die beiden kennen sich seit Jahren“.