mini|Landesschütze in der alten Montur (Uniform) in Marschadjustierung (Schulterklappe mit Regimentsnummer) mini|Landesschütze in neuer Montur nach 1907/08(Marschadjustierung) Das k.k. Landesschützen-Regiment „Trient“ Nr. I war ein Infanterie-Verband der k.k. Landwehr und gehörte zur k.k. Gebirgstruppe.Die organisatorischen Daten beziehen sich alle, soweit nicht anders erwähnt, auf den Sommer 1914

Namensgebung Die ursprüngliche Bezeichnung lautete k.k. Landesschützen-Regiment Nr. I und wurde im Jahre 1897 durch die Hinzufügung der Garnison des Regimentsstabes ergänzt. Es hieß von da an k.k. Landesschützen-Regiment „Innsbruck“ Nr. I. Ab dem 1. Mai 1906 (Umbildung zu Gebirgstruppe) wurde es nach Trient verlegt und trug nun die Bezeichnung k.k. Landesschützen-Regiment „Trient“ Nr. I Letztmals wurde das Regiment durch ein Dekret von Kaiser Karl I. am 16. Jänner 1917 in k.k. Kaiserschützen-Regiment „Trient“ Nr. I umbenannt.Wortlaut des Dekrets: Ich befehle, daß die Landesschützen von nun an Kaiserschützen genannt werden. Ich bin überzeugt, diese tapferen Truppen, welche sich bis jetzt unvergängliche Lorbeeren erwarben, werden den neuen Namen im ruhmvollen Glanze erstrahlen lassen, Mir zur Freude, sich zur Ehre und dem Vaterland zum Wohle. Karl m.p. Eine offizielle Begründung hierfür gab es nicht.

Aufstellung Am 1. Mai 1893 wurden die bestehenden zehn Landesschützenbataillone zu Regimentern zusammengefasst. Das Regiment Nr. I (nur bei den Landesschützen erfolgte die Nummerierung in römischen Ziffern) entstand aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Landesschützenbataillone:

Nr. I (Unterinntal) Nr. II (Innsbruck - Wipptal) Nr. III (Oberinntal) Nr. X Vorarlberg

Im Jahre 1901 löste man das II. und IV. Bataillon auf. Das bisherige III. Bataillon wurde zur Nr. II und das vom k.k. Landwehrinfanterie-Regiment Nr. 2 in Linz überstellte III. Bataillon wurde mit der gleichen Nummer eingegliedert.

Zusammensetzung und Verbandszugehörigkeit 1914 88. Landesschützenbrigade – 44. Landwehr-Infanterie-Truppendivision – XIV. Armeekorps ethnische Zusammensetzung: 59 % deutschsprachig – 38 % italienischsprachig – 3 % andere Regimentssprache: Deutsch

Die ethnische Zusammensetzung konnte bei den überaus starken Verlusten aus den Tiroler Ländern und aus Vorarlberg allein nicht mehr gedeckt werden, sodass im Laufe des Krieges immer mehr Nachersatz aus anderen Landesteilen in das Regiment eingestellt werden musste. Ob der Tiroler/Vorarlberger (nicht bezogen auf die Deutschsprachigkeit) Anteil im Jahre 1918 noch die 50-%-Marke erreichte, ist zweifelhaft.

Dislozierung 1899 Garnison: Stab, I. Baon Innsbruck / II. Baon Schwaz / III. Baon Imst / IV. Baon (1901 aufgelöst) Bregenz 1908 Garnison: Stab, I. Baon Trient / II. Baon Pergine / III. Baon Cavalese / IV. Baon (Bestand nur 1907–08) Cortina / V. Baon (Bestand nur 1908) Innichen 1914 Garnison: Stab, I. Baon Trient / II. Baon Strigno / III. Baon Ala / IV. Baon (1913 errichtet) Rovereto

Ausbildungsstationen Zur spezifischen Gebirgsausbildung verlegte man die Landesschützen Kompanieweise in Sommerstationen. Dort gab es kleinere Kasernen oder es wurden geeignete Bauten (größere Gasthöfe) angemietet.

KommandoquartierWintergarnisonSommerstationRegiments-Kdo.TrientTrientI. Baon-Kdo.TrientLavarone1.Komp.TrientFolgaria2.Komp.TrientLavarone3.Komp.TrientCapella - 4.Komp.TrientMonte Rover - Geb.MG Abt I/1TrientLavaroneII. Baon-Kdo.StrignoPieve Tesino - 5.Komp.StrignoPieve Tesino6.Komp.StrignoCastell Tesino - 7.Komp.GrignoGrigno - 8.Komp.StrignoBaricata - Geb. MG Abt I/2StrignoPieve TesinoIII.Baon-Kdo.AlaAla9.Komp.AlaBrentonico - 10.Komp.AlaAlaGeb. MG Abt I/3AlaBrentonico IV.Baon.-Kdo.RoveretoRaossi - 11.Komp.RoveretoChiesa - 12.Komp.RoveretoPiazza (Borgo Valsugana)13.Komp.RoveretoCampo Silvano - Geb. MG Abt. I/4RoveretoRaossi mini|Madruzzo Kaserne in Trient Im Kriegsfall Als Kampfabschnitt wurde ihm der Bereich von den Dolomiten bis zur Kärntner Grenze zugewiesen. Gleichzeitig hatte es, wie die anderen auch, Detachements zur Besatzung der Festungswerke abzustellen. (Nach geltendem Recht durften die Landesschützen nur zum Schutz der Heimat, resp. zur Verteidigung der Grenzen von Tirol und Vorarlberg eingesetzt werden. Um diese Regelung auszuhebeln, wurde der Kampf gegen Russland kurzerhand als für zum Schutz der Heimat notwendig erklärt.)

Einteilung von Westen nach Osten III. Bataillon mit den Kompanien in Brentonico, Ala (Trentino), Chiesa, Piazza Zugewiesener Verteidigungsabschnitt: Gardasee, Monte Baldo, Borghetto, Corno di Aquiglio, Monte Tomba, Passo della Lora, Monte Pasubio, Monte Maggio.

I. Bataillon mit den Kompanien in Folgaria, Lavarone, Vezzena Zugewiesener Verteidigungsabschnitt: Monte Maggio, Laste alte, Noselari, Cassotto, Cima Mandriolo

II. Bataillon mit Kompanien in Pergine, Pieve Tesino, Grigno, Baricata. Zugewiesener Verteidigungsabschnitt: Cima Madriolo, Cima Dodici, Cima Maora, Frizzone, Cima di Campo, Colle Cicogna, Monte Coppolo

Regimentskommandanten 1893 bis 1899: Oberst Ignaz Lunzer von Lindhausen 1899 bis 1905: Oberst Adolf Felber 1905 bis 1907: Oberst Wilhelm Fox 1907 bis 1911: Oberst Kasimir Freiherr von Lütgendorf 1911 bis 1914: Oberst Karl Englert August 1914 bis März 1916: Oberst Adolf Sloninka von Hołodów Zugewiesene Stabsoffiziere: Oberstlt. Johann Nowak - Major Karl Hochleitner - Major Oswald Zheumer - Major Karl Martinez - Major Rudolf Florio - Major Ludwig Nechi - Major Karl KupferschmidDie Vornamen der nichtdeutschsprachigen Offiziere wurden in der Regel eingedeutscht, weswegen man hier kaum einmal einen zum Nachnamen passenden Vornamen findet. März bis Juni 1915 in Vertretung: Major Ludwig Nechi 1916 bis 1918: Oberstleutnant/Oberst Rudolf Florio 1918: Oberstleutnant/Oberst Ludwig Nechi

Uniformierung Bis 1906/1907 trugen die Landesschützen die Uniform der k.k. Landwehr. Danach wurden sie mit der in diesem Jahr eingeführte Montur der Gebirgstruppen ausgestattet. Diese bestand aus folgenden Monturstücken: mini|Hauptmann in Einzel-Paradeadjustierung hechtgraue Feldkappe mit angesteckten Spielhahnstoß (im Feld wurde der Spielhahnstoß nur auf Befehl angelegt) hechtgraue Bluse mit aufgesetzten Taschen und grasgrünen Parolis, Offiziere zur Parade oder auf Befehl mit Schulterstücken. hechtgraue Kniebundhose mit kniehohen Wollstrümpfen Bergschuhe Offiziere und Chargen trugen den Kurzsäbel.

Dies war sowohl die Feld- als auch die Paradeadjustierung. Abweichend hiervon hatten Offiziere in Paradeadjustierung als Einzelperson (z. B. zur Ordensverleihung) die alte Montur zu tragen. Diese bestand aus:

Jägerhut mit Federbusch hechtgrauem Waffenrock mit grasgrüner Egalisierung und Schulterstücken gold-schwarz durchwirkter Feldbinde. Infanterieoffizierssäbel. hechtgrüne Pantalons mit grasgrüner Paspel und Lampassen schwarzen Halbstiefeln.

Gefechtstage des Regiments im Ersten Weltkrieg Am 1. August 1914 machte das Regiment mobil und wurde im Bahntransport an die russische Front verlegt. Im Raum Grodek sammelte der Verband vom 17. bis zum 25. August und marschierte bis zum 26. August nach Lemberg.

Schlacht von Lemberg 29. August 1914: Gefecht bei Zurawniki und der Höhe von Jezernia 30. bis 31. August 1914: Gefechte bei Hermanow, Czarnuszowice und der Jezernia-Höhe. Danach Rückzug auf Grodek.

Schlacht bei Grodek 7. September 1914: Gefecht bei Dobrostany 8. bis 11. September 1914: Gefechte bei Ottenhausen, Wielkopole, Stromna, Zuszyce, Powitno, Zaluze und Bojana 12. September 1914: Marsch nach Leszczyny (bei Gorlice). Dort Retablierung (Ruhe)

Schlacht bei Przemysl 3. Oktober 1914: Vormarsch auf Przemysl zum Entsatz der belagerten Festung 12. bis 29. Oktober 1914: Kämpfe bei Byblo, Hruszatyce, und auf der Magiera-Höhe 30. Oktober 1914: Ablösung und Verlegung nach Russisch-Polen 13. bis 25. November 1914: Angriffskämpfe bei Biskupice und Pilica 25. November bis 13. Dezember 1914: Stellungskämpfe bei Pilica 14. Dezember 1914: Bahntransport nach Krakau 15. bis 18. Dezember 1914: Bewegungskämpfe im Raum Jasien 19. bis 22. Dezember 1914: Verlegung per Bahn über Budapest nach Soslak (Karpathen) 22. bis 25. Dezember 1914: Vormarsch bis Cisna 26. bis 27. Dezember 1914: Gefechte bei Lopienka, Smerek, Stare Siolo, und Bereznica wyzna

Befreiungsoffensive auf Przemysl 19. bis 28. Jänner 1915: Kämpfe bei Chrewt, Paniszczow, Olchiwiec, Horodek und Wola gorzanska

6. Februar bis 29. März 1915: Kämpfe am San und bei Jaworzec 4. April bis 8. Mai 1915: Kämpfe am Karpathenhauptkamm bei Ujszek und nördlich Oroszpatak

Mai Offensive gegen Russland

9. bis 15. Mai 1915: Gefecht bei Smerek. Kämpfe bei Krywe, Sokolowa wola, Zasadki, Sudkowice und Laszki Zawiadzane.

12. Juni 1915: Verlegung nach Welschtirol (Ob sich die eingeteilten Besatzungen der Festungswerke bereits auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden befanden ist unsicher.) 24. Mai bis 2. Juli 1915: Abwehrkämpfe auf der Hochfläche von Lavarone-Folgaria 17. bis 20. Juli 1915: Abwehrkämpfe am Rollepass, danach Abtransport an den Isonzo

Zweite Isonzoschlacht 26. Juli bis 29. August 1915: Angriffs- und Stellungskämpfe bei Doberdò, bei Monte San Michele und Monte dei Sei Busi 29. August 1915: Bahntransport an die Front in Tirol.

Kämpfe am Tonalepass 14. September 1915 bis 28. Februar 1916: Stellungs- und Abwehrkämpfe am Tonalepass, auf der Punta Albiolo, dem Monticellograd und dem Passo Paradiso. 23. September 1915: Erstürmung der Punta Albiolo 15. Dezember 1915: Verlegung des IV. Baon nach Judikarien, Stellungskämpfe am Monte Nozzolo.

3. März 1916: Das I. und III. Baon verlegten in das Valsugana. Drei Kompanien blieben am Tonale zurück und wurden am 24. April zu einem neuen IV. Baon zusammengefasst. Patrouillenunternehmungen und Stellungskämpfe im Gebiet des Presenagletschers und der Busazza.

Kämpfe im Valsugana (Suganertal) 30. Jänner 1916: Das IV. Baon verlegte in das Valsugana 2. bis 14. Februar 1916: IV. Baon - Kämpfe bei Votto-Erterli 15. Februar bis 9. März 1916: IV. Baon - Abwehrkämpfe in der Frontlinie Kesseljoch-Portella-Collo 9. März bis 15. April 1916: Stellungskämpfe in der Linie Monte Broi-Kesseljoch-Portella-Collo 16. April 1916: Angriffskämpfe bei Monte Broi und Collo 24. April 1916: Das bisherige IV. Baon wurde aufgelöst. mini|Landesschützen im Gefecht Südtiroloffensive 20. Mai 1916: Das hochalpine Detachement unter dem Kommando von Oberleutnant Enrich eroberte die Cima Mandriolo 21. Mai 1916: Das Regiment marschierte von Rovereto in das Vallarsa-Tal. 24. Mai bis 1. Juni 1916: Kämpfe de II. Baon am Buole-Pass 2. bis 4. Juni 1916: Umgruppierung des Regiments, I. und III. Baon wurden nach Foxi, Raossi, Val Sommele - () und zum Menderle () verlegt. 7. bis 24. Juni 1916: Stellungskämpfe im Val Sommele und am Monte Menderle 24. bis 25. Juni 1916:Rücknahme des Regiments auf die neue Frontlinie Werk Valmorbia - Monte Spil - Monte Corno - Monte Testo. 25. Juni 1916 bis 3. Mai 1917: Abwehr- und Stellungskämpfe im Vallarsa (Monte Spil, Monte Corno und Zugna Torta)

3. Mai bis 8. Juni 1917: Retablierung in Trient

8. Juni 1917: Verlegung zum III. Korps auf die Höhe der Sieben Gemeinden 9. Juni bis 1. Oktober 1917: Stellungskämpfe in der Lepozze-Ortigara Stellung

1. bis 10. Oktober 1917: Retablierung in Lavis

Zwölfte Isonzoschlacht 10. bis 14. Oktober 1917:Bahntransport nach Villach 14. bis 16. Oktober 1917:Fußmarsch über Tarvis - Predilpass in das Lager Pustina 16. bis 23. Oktober 1917: Einsatz als Trägertrupps für den Munitionstransport 24. Oktober 1917: Durchbruch bei Flitsch 25. Oktober 1917: Erstürmung des Prvi Hum und des Hum 26. Oktober 1917: Erstürmung des Stol und Besetzung von Bergogna 27. Oktober 1917: Das III. Baon führte ein Gefecht bei Monta Aperta 28. Oktober 1917: Gefechte bei Vedronza und Sella Forador 29. Oktober 1917: Einnahme von Gemona 30. Oktober 1917: Gefecht bei Portis 5. November 1917: Übergang über den Tagliamento 7. November 1917: Gefecht bei Barcis