Dietrich Heither (* 1964) ist ein deutscher LehrerVgl. Die Autoren. In: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus. Elefanten-Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. ; Die Autoren des Bandes. In: Dietrich Heither, Michael Gehler, Alexandra Kurth, Gerhard Schäfer: Blut und Paukboden. Eine Geschichte der Burschenschaften. Fischer, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-13378-5, S. 406. und SozialwissenschaftlerJohannes Jäger: Die rechtsextreme Versuchung (= Politikwissenschaft. Bd. 78). Lit, Münster u. a. 2000, ISBN 3-8258-5722-0, S. 70.. Er gilt als Experte für StudentenverbindungenGünter Wollstein: Blut und Paukboden. Eine Geschichte Der Burschenschaften von Dietrich Heither, Michael Gehler, Alexandra Kurth und Gerhard Schäfer. In: Historische Zeitschrift, 267 (1998) 1, S. 145 (145).; insbesondere mit Burschenschaften setzt er sich kritisch auseinander. Die Gemeinschaftsarbeit Blut und Paukboden wurde breit und kontrovers diskutiert.

Leben und Werk Lehrer und politikdidaktische Beiträge Nach dem Abitur 1983 als letzter JahrgangVgl. Schulchronik, heinrich-schuetz-schule.de, abgerufen am 4. März 2017. an der Heinrich-Schütz-Schule in Kassel leistete Heither Zivildienst. Es schloss sich ein Studium der Germanistik und Geschichte in Mainz und Marburg an.Die Autoren. In: Dietrich Heither, Wolfgang Matthäus, Bernd Pieper: Als jüdische Schülerin entlassen. Erinnerungen und Dokumente zur Geschichte der Heinrich-Schütz-Schule in Kassel (= Nationalsozialismus in Nordhessen. H. 5). 2. erweiterte und korrigierte Auflage, Hrsg. durch die Gesamthochschule Kassel, Fachbereich 1, in Verbindung mit dem Projekt "Hessen im Nationalsozialismus – Anpassung und Widerstand" am Hessischen Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung (HIBS). Gesamthochschulbibliothek Kassel, Kassel 1987, ISBN 3-88122-381-9, o. S. Sein Deutsch- und Sozialkunde-Studium (auf Lehramt) schloss er mit dem Staatsexamen ab.Vgl. Autorinnen & Autoren. In: hochschule ost 3–4 (1999), S. 366. Danach war er Studienreferendar in Wiesbaden.Vgl. Autorinnen und Autoren. In: Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 9 (1994) 2, S. 176; Autorinnen und Autoren dieses Heftes. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 37 (1992) 9, S. 1280.

Heither ist heute hauptberuflich als Lehrer für Politik und Wirtschaft, Deutsch sowie Geschichte; Susanne Reinhardt: Massaker von Mechterstädt als grausamer Beginn der Geschichte rechter Gewalt. In: Thüringer Allgemeine, Ausgabe Eisenach, 12. März 2016, S. 17. an der Heinrich-Böll-Schule, einer kooperativen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, in Hattersheim am Main tätig. Außerdem hat er dort das Amt des Schulleiters inne.; Sascha Kröner: Anderen zu helfen macht sie zufrieden. In: Höchster Kreisblatt, 26. März 2015, S. 7. Er führt die Amtsbezeichnung Studiendirektor.Klaus Barheier: 10. Tage der Politischen Bildung Rheinland-Pfalz: Die Renaissance der Politik in der Krise der Ökonomie – Wieviel Staat verträgt die Wirtschaft? In: polis 4/2009, S. 27 f.

Er ist ferner Mitautor der politikdidaktischenVgl. Thorsten Hippe: Wie ist sozialwissenschaftliche Bildung möglich?. Gesellschaftliche Schlüsselprobleme als integrativer Gegenstand der ökonomischen und politischen Bildung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17228-6, S. 350 f. Schulbuchreihe Mensch und Politik für die Fächer Gemeinschaftskunde, Sozialkunde und Politische Bildung in den Sekundarstufen I und II, die im Schroedel Verlag erscheint. Ebenso war er an den „Sozialwissenschaftlichen Studien für die Sekundarstufe II“ des Schroedel-Verlags beteiligt.

Auseinandersetzung mit Burschenschaften Geschichtswerkstatt Marburg Heither wurde MitarbeiterVgl. Autorinnen und Herausgeber. In: Helmut Reinalter, Franko Petri, Rüdiger Kaufmann (Hrsg.): Das Weltbild des Rechtsextremismus. Die Strukturen der Entsolidarisierung. Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 1998, ISBN 3-7065-1258-0, S. 543. der 1984 gegründeten Geschichtswerkstatt Marburg – eines eingetragenen Vereins, spezialisiert auf Marburger Regionalgeschichte und Alltagsgeschichte. Weiterhin war Heither Mitbegründer des Marburger Projektes „Konservatismus und Wissenschaft“.Annette Wannemacher: Burschenschaften – Einfalt oder Vielfalt?. In: Darmstädter Echo, 6. November 2001. Nach Gerhard Schäfer sei mit deren Veröffentlichungen die „kritische Korporationsforschung erweitert“ worden.Gerhard Schäfer: Vorwort. In: Anke Beyer u. a.: "… und er muss deutsch sein …". Geschichte und Gegenwart der studentischen Verbindungen in Hamburg. VSA-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-87975-775-5, S. 7–9, hier: S. 8. Beide Vorhaben gelten in Verbindungskreisen dennoch als Inkarnation „linke[r] Geschichtsschreibung“.Andreas Bösche: Zwischen Franz Joseph I. und Schönerer. Die Innsbrucker Universität und ihre Studentenverbindungen 1859–1918. Studienverlag, Innsbruck u. a. 2008, ISBN 978-3-7065-4362-0, S. 237. Kritisiert werden Publikationen der bzw. im Umfeld der Geschichtswerkstatt – auch Heithers – dahingehend, dass sie „darauf abzielen, das Verbindungswesen gleichsam historisch zu delegitimieren“.Matthias Stickler: Neuerscheinungen zur Studentengeschichte seit 1994. Ein Forschungsbericht über ein bisweilen unterschätztes Arbeitsfeld der Universitätsgeschichte. In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte 4 (2001), S. 262 (267); vgl. ders.: Universität als Lebensform?. Überlegungen zur Selbststeuerung studentischer Sozialisation im langen 19. Jahrhundert. In: Rüdiger vom Bruch (Hrsg.): Die Berliner Universität im Kontext der deutschen Universitätslandschaft nach 1800, um 1860 und um 1910 (= Schriften des Historischen Kollegs / Kolloquien. 76). Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59710-3, S. 149–186, hier: S. 159 f. Dort arbeiteten nicht hauptsächlich Historiker, sondern oft Politik- und Sozialwissenschaftler mit Schwerpunkt Zeitgeschichte. Einige ältere Arbeiten seien nach Matthias Stickler wenig lohnend.Matthias Stickler: Universität als Lebensform?. Überlegungen zur Selbststeuerung studentischer Sozialisation im langen 19. Jahrhundert. In: Rüdiger vom Bruch (Hrsg.): Die Berliner Universität im Kontext der deutschen Universitätslandschaft nach 1800, um 1860 und um 1910 (= Schriften des Historischen Kollegs / Kolloquien. 76). Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59710-3, S. 149–186, hier: S. 159 f.

Veröffentlichung „Blut und Paukboden“ Das gemeinsam mit Michael Gehler, Alexandra Kurth und Gerhard Schäfer im Fischer Taschenbuch Verlag veröffentlichte Werk Blut und Paukboden (1997) gilt manchen Beobachtern als (kritisches) Standardwerk.HochschülerInnenschaft an der Universität Wien (Hrsg.): Völkische Verbindungen. Beiträge zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich. Mit Beiträgen von Heribert Schiedel u. a., Wien 2009, ISBN 978-3-200-01522-7, S. 213. Es wurde u. a. von Wissenschaftlern in der deutschen Qualitätspresse und in deutsch- und englischsprachigen Fachzeitschriften besprochen: William D. Bowman sieht es als einen essenziellen Beitrag für die Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte.William D. Bowman: Blut und Paukboden. Eine Geschichte Der Burschenschaften von Dietrich Heither, Michael Gehler, Alexandra Kurth und Gerhard Schäfer. In: Austrian History Yearbook 32 (2001), S. 266 (267). Auch Geoffrey J. Giles empfahl es in einer Rezension.Geoffrey J. Giles: Blut und Paukboden. Eine Geschichte Der Burschenschaften von Dietrich Heither, Michael Gehler, Alexandra Kurth und Gerhard Schäfer. In: German Studies Review 22 (1999) 1, S. 141 f. Dieter A. Binder resümierte: „In Summe muß das Werk als ein gelungener Versuch gewertet werden, abseits von Hausgeschichtsschreibung und parteipolitisch motivierter Dämonisierung eine analytische Geschichte eines sozialen Phänomens der Studenten- und Akademikerschaft des deutschsprachigen Raumes vorzulegen“.Dieter A. Binder: Blut und Paukboden. Eine Geschichte Der Burschenschaften von Dietrich Heither, Michael Gehler, Alexandra Kurth und Gerhard Schäfer. In: Geschichte und Gegenwart 17 (1998) 2, S. 126 f. Laut Günter Wollstein gehe es den Autoren des Bandes allerdings „nicht um eine Überblicks- oder Gesamtgeschichte der Burschenschaften“. Es wurde „ein nationalistisches Sündenregister“, das gleichwohl „akribisch und gut recherchiert sowie belegt“ wurde, vorgelegt. Der Studie mangele es an einer adäquaten „historische[n] Einordnung“ von Begebenheiten.Günter Wollstein: Blut und Paukboden. Eine Geschichte Der Burschenschaften von Dietrich Heither, Michael Gehler, Alexandra Kurth und Gerhard Schäfer. In: Historische Zeitschrift, 267 (1998) 1, S. 145 (146). Es werde auch pauschalisiert, sodass „Interpretationsschwierigken“ entstehen.Günter Wollstein: Blut und Paukboden. Eine Geschichte Der Burschenschaften von Dietrich Heither, Michael Gehler, Alexandra Kurth und Gerhard Schäfer. In: Historische Zeitschrift, 267 (1998) 1, S. 145 (147). Für Kevin McAleer korrigiere das Buch zwar einerseits Missverständnisse hinsichtlich der politischen Ausrichtung der Burschenschaften und ihres Verhältnisses zum Nationalsozialismus, andererseits gebe es kaum neue Schlussfolgerungen. McAleer machte historische Mehrdeutigkeiten und Widersprüche aus.Kevin McAleer: Blut und Paukboden: Eine Geschichte Der Burschenschaften von Dietrich Heither et al. In: American Historical Review 103 (1998) 4, S. 1264 (1265). Armin Pfahl-Traughber hält es für eine „informative, mitunter allerdings etwas undifferenzierte Geschichte der Deutschen Burschenschaften“.Armin Pfahl-Traughber: Grober Keil auf ganz groben Klotz. Eine informative, mitunter allerdings etwas undifferenzierte Geschichte der Deutschen Burschenschaften. In: Der Tagesspiegel, Nr. 16074, 18. August 1997, S. 5. Der Studentenkurier beurteilt differenziert: „Konzentriert und umfassend informativ, sicher fruchtbaren Streit hervorrufend, zum eigenen weiteren Nachdenken und Gespräch anredegend, wird in ‚Blut und Paukboden‘ ein Stück deutscher Geschichte mitgeteilt, das sicher historisch und aktuell gleichermaßen brisant, jedoch zugleich hilfreich sein kann bei der Standortbestimmung der Korporationen heute.“

Politikwissenschaftliche Dissertation