Kemlas ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Issigau im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Kemlas hat eine Fläche von 2,298 km². Sie ist in 233 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 9862,52 m² haben. Die Einöden Oberkemlas und Unterer Kemlas zählen zum Gemeindeteil Kemlas.
Geografie Die Dorf besteht aus einer Hauptsiedlung und sieben weiteren Siedlungen im Umkreis von einem Kilometer verstreut. Einige Anwesen liegen an der Kreisstraße HO 8, die nach Unterwolfstein (2,3 km westlich) bzw. nach Eisenbühl verläuft (1,4 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Issigau (2,4 km südlich). Der Zottelbach bildet die nordöstliche Gemarkungsgrenze. Der thüringische Ort Blankenberg liegt rechts der Saale, ist jedoch über Verkehrswege nicht direkt erreichbar.
Geschichte Nach Kretschmann gab es die Bergwerke „Geduld“ und „Reicher Segen Gottes“ mit dem Abbau von Eisen, Kupfer. In Letzterem wurde auch Schwefelkies abgebaut. Johann Wilhelm Kretschmann: Sammlung zu einer Berg-Historia des Markgraftums Brandenburg-Bayreuth. Hof 1741. S. 96,111. Oberhalb des Ortes gibt es Hinweise auf eine Wüstung namens „Perücke“.Datenbank über Wüstungen im Landkreis Hof auf www.kulahof.de () Der Ort gehörte anfangs den Herren von Blanckenberg. 1442 verkaufte Hans von Blankenberg zu Harra seine Ansprüche an die Herren von Reitzenstein. 1464 wurde der Ort verwüstet. 1679 bestand Kemlas aus acht Höfen und einer Mühle. Später wurde Kemlas zum Rittergut erhoben.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 267f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kemlas aus 17 Anwesen (7 Güter, 8 Gütlein, 1 Haus, 1 Tropfhaus). Die Hochgerichtsbarkeit und die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bayreuthischen Stadtvogteiamt Hof. Das Rittergut Kemlas war Grundherr sämtlicher Anwesen.M. Körner: Naila, S. 290.
Von 1797 bis 1810 unterstand Kemlas dem Justiz- und Kammeramt Hof. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Kemlas dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Issigau zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Kemlas. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Kemlas zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 2,296 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Kemlas am 1. Januar 1975 nach Issigau eingemeindet.
Bodendenkmal Burgstall Blankeneck
Einwohnerentwicklung Jahr 1799 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 73 85 123 152 151 146 133 161 151 150 162 149 129 147 139 152 141 141 158 147 205 191 178 138 131 109HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 15 24 22 22 23 22 30 31 34Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 78.
Religion Kemlas ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Jakobus (Berg) gepfarrt, seit den 1870er Jahren ist die Pfarrei St. Simon und Judas (Issigau) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Issigau) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Ersterwähnung 1325 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof