mini|Kirsten Lühmann (2014)

Kirsten Lühmann (* 28. April 1964 in Oldenburg (Oldenburg)) ist eine deutsche Politikerin (SPD) und Polizeibeamtin. Von 2009 bis 2021 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages und von Januar 2014 bis Oktober 2021 Sprecherin der Arbeitsgruppe Verkehr und digitale Infrastruktur der SPD-Bundestagsfraktion. Seit November 2024 ist sie Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht.

Leben Kirsten Lühmann lebt in Hermannsburg im Landkreis Celle. Im Jahr 1983 legte sie ihr Abitur in Wildeshausen ab und trat als eine der ersten Schutzpolizistinnen bei der Polizei Niedersachsen ihren Dienst an. In den Jahren 1999 bis 2002 absolvierte sie ein Studium zum Aufstieg in den gehobenen Dienst. Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst war sie Polizeioberkommissarin.

Sie ist seit 1988 verheiratet, hat drei Töchter und mehrere Enkelkinder. Lühmann ist evangelischer Konfession.

Politik

Bundespolitik Im September 2009 kandidierte Kirsten Lühmann bei der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag im Bundestagswahlkreis Celle – Uelzen als Nachfolgerin von Peter Struck (1943–2012), der nach 29-jähriger Bundestagszugehörigkeit nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Mit 32,3 % der Erststimmen verfehlte sie 2009 das Direktmandat und zog über die Landesliste erstmals in den Deutschen Bundestag ein. Bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 zog sie erneut über die Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. Ihre Themenschwerpunkte als Abgeordnete waren die Verkehrspolitik und die Kommunalpolitik.

In der 17. Legislaturperiode war Lühmann Mitglied des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und seit Februar 2010 Mitglied des Innenausschusses, dem sie zuvor als stellvertretendes Mitglied angehört hatte. Im Unterausschuss Kommunales war sie seit März 2010 Sprecherin. Innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion gehörte sie den Arbeitsgruppen Gleichstellungspolitik, Kommunalpolitik und Task Force Afghanistan/Pakistan an und war stellvertretende Sprecherin der Arbeitsgruppe Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Zudem war sie Mitglied der Begleitgruppe zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Dem 1. Untersuchungsausschuss zum Endlager Gorleben gehörte sie zunächst von März 2010 bis September 2011 als stellvertretendes Mitglied und anschließend als ordentliches Mitglied an. Seit Februar 2012 war sie stellvertretende Vorsitzende des Untersuchungsausschusses. Außerdem war sie zeitweise stellvertretendes Mitglied des Petitionsausschusses und Mitglied im Parlamentarischen Ring Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. In der 18. Legislaturperiode gehörte sie seit Januar 2014 dem Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur an. Von Januar 2014 an war sie zudem Sprecherin der Arbeitsgruppe Verkehr und digitale Infrastruktur der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied des Fraktionsvorstandes. Darüber hinaus gehörte sie der Arbeitsgruppe Kommunalpolitik an. Seit Juli 2016 war sie Mitglied des 5. Untersuchungsausschusses zum VW-Abgasskandal und Sprecherin der entsprechenden Arbeitsgruppe ihrer Fraktion.

Während der 18. Legislaturperiode war Lühmann außerdem stellvertretendes Mitglied des Innenausschusses, des Gemeinsamen Ausschusses nach Art. 53a GG sowie des Beirats für Fragen des Zugangs zur Eisenbahninfrastruktur. Dem Unterausschuss Kommunales gehörte sie als Mitglied an. Außerdem war sie Mitglied im Parlamentarischen Ring Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

In der 19. Legislaturperiode setzte sie ihre Tätigkeit als Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur fort und war seit Januar 2018 erneut Sprecherin der entsprechenden Arbeitsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion. Seit Februar 2018 gehörte sie zudem wieder dem Fraktionsvorstand an. Darüber hinaus war sie Mitglied der Arbeitsgruppen Kommunalpolitik und Folgen der Covid-19-Pandemie. Im Ausschuss für Inneres und Heimat war sie stellvertretendes Mitglied. Auch dem Beirat für Fragen des Zugangs zur Eisenbahninfrastruktur gehörte sie weiterhin als stellvertretendes Mitglied an.

Von Juli 2014 bis Juni 2022 war Lühmann Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG.

Seit März 2019 gehörte Lühmann der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung an. Von Dezember 2019 bis Oktober 2021 war sie dort Mitglied. Seit Dezember 2019 war sie außerdem Mitglied des 2. Untersuchungsausschusses zur Pkw-Maut und Sprecherin der entsprechenden Arbeitsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion. In dieser Funktion war sie Obfrau der SPD im Untersuchungsausschuss.

Bis Ende 2019 war Lühmann außerdem Vorsitzende des Vereins Berliner Republik.

Im August 2020 kündigte sie an, bei der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag nicht erneut kandidieren zu wollen.

Kommunalpolitik Kirsten Lühmann ist seit November 2011 stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag des Landkreises Celle und seit März 2026 Vorsitzende des Kreistages des Landkreises Celle. Zudem ist sie seit November 2021 Mitglied des Kreisausschusses sowie Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Digitalisierung und des Betriebsausschusses für den Eigenbetrieb Breitbandausbau. Seit Dezember 2023 gehört sie außerdem dem Finanz- und Personalausschuss an. Darüber hinaus ist sie seit November 2021 Mitglied der Gruppe „Gemeinsam für Fortschritt im Landkreis Celle“.

Sie ist seit dem November 2021 Ratsmitglied des Gemeinderats Südheide und Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Kultur. Seit Januar 2023 ist sie zudem Mitglied des Feuerschutzausschusses der Gemeinde Südheide.

Engagement & Mitgliedschaften

Verkehrswacht Seit 2021 ist sie Vizepräsidentin der Landesverkehrswacht Niedersachsen sowie seit November 2024 Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht. Sie übernimmt damit eine führende Rolle in der Verkehrssicherheitsarbeit Deutschlands.

In ihrer Funktion als Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht vertritt Lühmann den Verband zudem in zentralen Gremien des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). Dort gehört sie dem Vorstand sowie dem Haupt- und dem Finanzausschuss an.

Gewerkschaften Seit 1983 ist Kirsten Lühmann Mitglied der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Als Mitglied des Förderkreises der Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft engagiert sich Kirsten Lühmann auch außerhalb der Politik für soziale Zwecke und die Rechte der Arbeitnehmenden.

Von 2007 bis 2022 war sie stellvertretende Bundesvorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion. Sie vertrat den dbb im Vorstand des Netzwerks Europäische Bewegung Deutschland (EBD). Ebenfalls gehörte sie der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften (CESI) an, in der sie seit 2005 Vorsitzende der Fachkommission „Rechte der Frau und Gleichstellung der Geschlechter“ (FEMM) war. Zudem war sie Mitglied der Fachkommission „Beschäftigung und Soziale Angelegenheiten“ (SOC).

Mitgliedschaften Kirsten Lühmann ist Mitglied der Europa-Union Deutschland, des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr. Darüber hinaus ist sie Mitglied des Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit und des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie. Kirsten Lühmann ist zudem Mitglied zahlreicher weiterer Verbände und Vereine.

Auszeichnungen 2026: Goldener Dieselring für Verdienste um die Verkehrssicherheit, vom Verband der Motorjournalisten (VdM)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bundestagsabgeordneter (Niedersachsen) Kategorie:Mitglied des Innenausschusses (Deutscher Bundestag) Kategorie:Kommunalpolitiker (Niedersachsen) Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:Mitglied der Europa-Union Deutschland Kategorie:Mitglied im Reichsbanner Kategorie:Funktionär (DBB Beamtenbund und Tarifunion) Kategorie:Person (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) Kategorie:Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Frau