X ist eine US-amerikanische Punkband, die 1977 in Los Angeles gegründet wurde.
Geschichte X wurde 1977 in Los Angeles von Exene Cervenka (eigentlich Christine Cervenka) (Gesang), John Doe (eigentlich John Nommensen Duchac) (Bass, Gesang), Billy Zoom (eigentlich Tyson Kindell) (Gitarre) und D.J. Bonebrake (Schlagzeug) gegründet. Der Keyboarder der Doors, Ray Manzarek, entdeckte sie und produzierte 1980 ihr Debütalbum Los Angeles, welches ein kleiner Hit in der kalifornischen Musikszene wurde. Ebenfalls gut aufgenommen wurde das Nachfolgealbum Wild Gift (1981), es wurde vom Rolling-Stone-Magazin zum Album des Jahres erklärt. Im selben Jahr war die Band im Dokumentarfilm The Decline of Western Civilization zu sehen. Ihre ersten Alben, die auf dem Independent-Label Slash Records herausgebracht wurden, hatten einen sehr treibenden Rock-and-Roll-Sound, der an Rockabilly erinnerte.
1982 unterzeichneten X beim Major Elektra einen Plattenvertrag, um Under The Big Black Sun zu veröffentlichen. Der Sound der Band hatte sich nun etwas in Richtung Country verändert, war aber nach wie vor laut und schnell. Cervenka und Doe, die mittlerweile verheiratet waren, machten nun auch Karriere in anderen Bereichen. Exene Cervenka trat als Schriftstellerin (u. a. mit Lydia Lunch) und mit Spoken-Word-Darbietungen in Erscheinung; John Doe war als Schauspieler in Filmen wie Great Balls Of Fire zu sehen. 1983 erschien das Album More Fun In The New World, welches einen radiotauglicheren Sound hatte.
1985 nahm X ohne Billy Zoom, dafür mit den befreundeten Gitarristen Dave Alvin und Bassisten Johnny Ray Bartel, als The Knitters das Country- und Folk-Album Poor Little Critter In The Road auf. 1986 erschien Ain't Love Grand, welches wieder einen härteren Sound als die Vorgängeralben hatte. Nach den Aufnahmen stieg Billy Zoom aus der Band aus und wurde erst durch Dave Alvin und wenig später durch Tony Gilkyson ersetzt. Im gleichen Jahr erschien zudem ein Dokumentarfilm über X, genannt The Unheard Music.
In dieser Besetzung nahm die Band noch ein Album und ein Livealbum auf, legte aber nach einer Tournee 1989 eine Pause ein. In dieser Zeit wurde die Ehe von Cervenka und Doe geschieden und beide veröffentlichten Soloalben. Bei Dreharbeiten lernte Cervenka 1987 Viggo Mortensen kennen; die beiden waren danach 11 Jahre verheiratet und haben aus dieser Ehe einen Sohn, Henry Blake Mortensen. Doe verlegte sich in seiner Soloarbeit mehr auf Country-Musik und hatte neben Beastie Boy Adam Horovitz eine Rolle in dem Independent-Film Roadside Prophets und trat u. a. in der Serie Roswell auf.
1993 fand sich die Band in Originalbesetzung wieder für Aufnahmen zusammen und veröffentlichte das Album Hey Zeus!, welches allerdings keinen großen Eindruck in der Musikpresse hinterließ. Sporadisch geben X Konzerte und haben mehrere Livealben herausgebracht, darunter 2005 Live In Los Angeles, eine Aufnahme eines Jubiläumskonzertes aus Anlass des 25. Geburtstag ihres Debütalbums Los Angeles.
Im April 2020 veröffentlichte X mit Alphabetland nach 27 Jahren ein weiteres Studioalbum.
Trivia
Schlagzeuger D.J. Bonebrake ist ein entfernter Verwandter des Rockmusikers Dave Grohl.Dave Grohl: Der Storyteller – Geschichten aus dem Leben und der Musik. Autobiographie von Rockmusiker Dave Grohl, aus dem Amerikanischen übersetzt von Dieter Fuchs, Ullstein Verlag, Berlin, Erstauflage November 2021, S. 292 Der Song Los Angeles aus dem gleichnamigen Album ist Teil des Soundtracks zum Videospiel Grand Theft Auto V (2013) und ist im Spiel auf dem Radiosender Channel-X zu hören.
Diskografie mini|hochkant|Exene Cervenka mini|hochkant|Billy Zoom mini|hochkant|John Nommensen Duchac mini|hochkant|D. J. Bonebrake Alben Studioalben 1980: Los Angeles 1981: Wild Gift 1982: Under the Big Black Sun 1983: More Fun in the New World 1985: Ain’t Love Grand 1987: See How We Are 1993: Hey Zeus 2020: Alphabetland
Extended Plays 2009: Merry Xmas from X
Live-Alben 1988: Live at the Whiskey a Go-Go on the Fabulous Sunset Strip 1995: Uncloggled 2000: Live at the Stagedoor Tavern 2001: Live at the Civic 1979 2005: Live in Los Angeles
Kompilationen 1997: Beyond & Back: The X Anthology 2004: The Best: Make the Music Go Bang!
Singles
1978: Adult Books / We’re Desperate 1981: White Girl / Your Phone’s Off The Hook 1982: Blue Spark / Dancing With Tears In My Eyes 1983: Breathless / Riding With Mary 1984: The New World / I Must Not Think Bad Thoughts 1984: Wild Thing / True Love (Part 2) 1984: Wild Thing / Devil Doll 1985: Burning House of Love / Love Shack 1987: 4th of July / Positively 4th Street 1989: Wild Thing 1993: Country at War / You Wouldn’t Tell Me
Filmografie 1981: The Decline of Western Civilization 1986: X: The Unheard Music 2005: Live in Los Angeles
Literatur
Weblinks
Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Punkband Kategorie:US-amerikanische Band