Bei der Parlamentswahl in Portugal 2009 am 27. September 2009 waren etwa 9,34 Millionen Portugiesen im In- und Ausland aufgerufen, die 230 Mandate in der Assembleia da República neu zu bestimmen sowie damit die 18. verfassungsgemäße Regierung Portugals nach 1976. Die Wahl gewann die Sozialisten mit deutlichem Vorsprung vor den konservativen Sozialdemokraten, große Stimmenzuwächse konnte der Linksblock verzeichnen.

Die Wahl fand anlässlich des regulären Endes der vorigen, vierjährigen Legislaturperiode statt. Von 2005 bis 2009 regierte die Sozialistische Partei (PS) unter Führung von José Sócrates mit einer absoluten Mehrheit. Sahen die Meinungsforschunger zu Anfang des offiziellen Wahlkampfs am 12. September 2009 noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Sozialisten und der größten Oppositionspartei, den Sozialdemokraten (PSD), wird bei der Wahl von einem Sieg der Sozialisten ausgegangen. Bei den kleineren Parteien wird mit einem starken Stimmenzuwachs für den Bloco de Esquerda (BE) gerechnet. Zur Wahl standen insgesamt 13 Parteien sowie zwei Listenverbindungen.

Schwerpunkte des Wahlkampfes waren vor allem die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise sowie der Bau neuer Infrastrukturprojekte, unter anderem die Hochgeschwindigkeitszugverbindung Lissabon–Madrid und Lissabon–Porto–Vigo sowie der neue Lissabonner Flughafen.

Endgültiges Ergebnis

mini|José Sócrates, Premierminister Portugals zwischen 2005 und 2009, trat erneut für die Sozialisten an. Er verteidigte den Sieg der Sozialisten, die jedoch starke Stimmenverluste erlitten mini|hochkant=1.1|Sitzverteilung und stärkste Partei in den Wahlkreisen Von insgesamt etwa 9,34 Millionen wahlberechtigten Portugiesen nahmen 5.658.495 an der nach dem System der Verhältniswahl stattfindenden Abstimmung teil. Gewählt wurde je eine Parteienliste in einem der 22 Stimmbezirke, die sich aus allen portugiesischen Distrikten, den Azoren, der Inselgruppe um Madeira sowie je einem Stimmbezirk für das europäische Ausland und das außereuropäische Ausland zusammensetzen. Es gibt in Portugal keine Sperrklausel, die Mandate werden nach dem Hare/Niemeyer-Verfahren vergeben.

Im Vergleich mit den Parlamentswahlen im Jahr 2005 verlor die PS deutlich an Stimmen, konnte sich jedoch weiterhin als stimmenstärkste Partei behaupten. Die PSD gewann nur unwesentlich hinzu, die Sozialdemokraten wurden allgemein als Wahlverlierer gesehen. Die vier kleinen im Parlament vertretenen Parteien, CDS-PP, BE, PEV und PCP, gewannen ebenfalls auf Kosten der anderen Parteien Stimmen hinzu. Derweil erreichte die Wahlbeteiligung mit 60,54 Prozent den niedrigsten Stand bei portugiesischen Parlamentswahlen seit der Nelkenrevolution 1974. (portugiesisch)

Wahlergebnisse Partei Stimmen Sitze Anzahl % +/− Anzahl +/−   Partido Socialista 2.077.238 36,6 −8,4 97 −24   Partido Social Democrata 1.653.665 29,1 +0,3 81 +6   Partido Popular 592.778 10,4 +3,1 21 +9   Bloco de Esquerda 557.306 9,8 +3,4 16 +8   Coligação Democrática Unitária Partido Comunista Português (PCP) Partido Ecologista Os Verdes (PEV) 446.279 7,9 +0,3 15132 +1+1±0   Partido Comunista dos Trabalhadores Portugueses 52.761 0,9 +0,1 − −   Movimento Esperança Portugal 25.949 0,5 − − −   Partido da Nova Democracia 21.876 0,4 −0,3 − −   Movimento Mérito e Sociedade 16.924 0,3 − − −   Partido Popular Monárquico 15.262 0,3 − − −   Partido da Terra/Partido Humanista 15.262 0,2 − − −   Partido Nacional Renovador 11.503 0,2 +0,0 − −   Portugal pro Vida 8.461 0,2 − − −   Partido Trabalhista Português 4.974 0,1 − − −   Partido Operário de Unidade Socialista 4.632 0,1 −0,0 − −   Partido da Terra 3.265 0,1 − − −   Leeren Stimmzettel 99.086 1,7 −0,1   Ungültige Stimmzettel 76.894 1,4 +0,2   Gesamt 5.681.258 100,0 230 Wahlberechtigte 9.519.921 Wahlbeteiligung 59,7 % Quelle: Comissão Nacional de Eleições

Weblinks Seite der Nationalen Wahlkommission (CNE) (portugiesisch)

Einzelnachweise

Portugal #2009 Kategorie:Portugiesische Geschichte (21. Jahrhundert)