mini|Nicolás Maduro (2023)rahmenlos|hochkant|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|Unterschrift von Nicolás Maduro Nicolás Maduro Moros [] (* 23. November 1962 in Caracas) ist ein venezolanischer Politiker der Vereinigten Sozialistischen Partei. Von 2013 bis 2026 war er Staatspräsident Venezuelas. Davor war er ab 2006 Außenminister und ab Oktober 2012 zusätzlich Vizepräsident des Landes. Maduro regierte mit einer autoritären Politik als Diktator; er versuchte, das gewählte Parlament abzusetzen, und betrieb offen Wahlfälschung. Ihm wurde zudem korruptes Verhalten vorgeworfen. Die Vereinten Nationen werfen Maduro Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.
Im Rahmen des Konflikts mit den Vereinigten Staaten (USA) wurden Maduro und seine Frau am 3. Januar 2026 völkerrechtswidrig bei einer US-Militäroperation entführt und in den USA vor Gericht gestellt. Seine Amtsgeschäfte als Präsident wurden auf Vizepräsidentin Delcy Rodríguez übertragen.
Leben Frühe Jahre Maduro wurde 1962 als Sohn einer kolumbianischen, katholischen Mutter in Caracas geboren. Sein Vater, Nicolás Maduro García, dessen Familie von sephardischen Juden aus Curaçao abstammte, war Mitbegründer der sozialdemokratischen Partei Demokratische Aktion (Acción Democrática, AD) und flüchtete vor der diktatorischen Militärregierung von Marcos Pérez Jiménez, distanzierte sich aber in den 1960er Jahren von der AD. 1967 wurde der fünfjährige Nicolás Maduro Junior von seinen Eltern auf das Treffen der Wahlbewegung des Volkes (MEP, einer linken Abspaltung der AD) mitgenommen und ein Jahr später zu den großen öffentlichen Aktionen zur Unterstützung der Präsidentschaftskandidatur von Luis Beltrán Prieto Figueroa.
Er arbeitete in der Sozialistischen Liga mit und war in deren nationalem Führungsgremium ebenso aktiv wie im Regionalkomitee von Caracas, zeitweise auch als Leibwächter für politisch aktive Genossen wie den Anwalt und Journalisten José Vicente Rangel, als dieser im Jahr 1983 kandidierte. 1986 besuchte er mit anderen linken Aktivisten für ein Jahr politische Schulungskurse in der Escuela Nacional de Cuadros Julio Antonio Mella auf Kuba, was durch ein Stipendium der Sozialistischen Liga ermöglicht wurde. Nach seiner Rückkehr aus Kuba wurde Maduro Mitbegründer der neuen Gewerkschaft des öffentlichen Personennahverkehrs von Caracas SITRAMECA, in deren Gremien er auch gewählt wurde. Er war 1991 Busfahrer für die staatseigene Metro Caracas. Parallel zur Gewerkschaftsarbeit für SITRAMECA war Maduro Mitglied in der von Hugo Chávez gegründeten Bolivarianischen Revolutionsbewegung. Seine Freundschaft zu Chávez reicht in die Jahre zurück, als Maduro sich mit Cilia Flores, einer Anwältin und seiner späteren Frau, für die Freilassung des inhaftierten Chávez einsetzte, der nach dem fehlgeschlagenen Putschversuch vom Februar 1992 gegen Präsident Carlos Andrés Pérez (1922–2010) zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Zwischen 1994 und 1997 war Maduro Mitglied der Nationaldirektion der Bolivarianischen Revolutionsbewegung. Maduro teilt die Ausrichtung auf Russland, die Chávez in Ablehnung der USA eingenommen hatte.Venezuelas Präsident verleiht Putin Friedenspreis, Tagesanzeiger, 8. Oktober 2016
1997 gehörte er neben Hugo Chávez zu den Mitbegründern der Bewegung für eine Fünfte Republik (Movimiento Quinta República, MVR) und wurde als deren Kandidat bei der Wahl zur konstituierenden Nationalversammlung 1998 erstmals zum Abgeordneten gewählt. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung von 2000 und 2005 wurde Maduro wiederum zum Abgeordneten gewählt und vertrat die Interessen der MVR des Wahlkreises Distrito Capital. Von 2000 bis 2001 war er zunächst Vorsitzender der Fraktion des MVR in der Nationalversammlung sowie bis 2003 Vorsitzender des Ausschusses für die Entwicklung der sozialen Integration. Die Parlamentswahl am 4. Dezember 2005 wurde von der Opposition boykottiert. Sie befürchtete Manipulation der Wahlcomputer; die PSUV bekam eine hohe Mehrheit. Maduro wurde zum Sprecher der Nationalversammlung gewählt und hatte dieses Amt bis August 2006 inne. Nachfolgerin als Sprecherin des Parlaments wurde seine Ehefrau Cilia Flores. Ihr wird Vetternwirtschaft vorgeworfen.Frau von Maduro des Nepotismus beschuldigt. Badische Zeitung, 11. Dezember 2012
Als Außenminister mini|Maduro (ganz links) auf einer Konferenz der Lateinamerikanischen Integrationsvereinigung in Uruguay (2011)
Am 9. August 2006 wurde Maduro von Präsident Chávez zum Außenminister ernannt. Im September 2006 kam es zu Verstimmungen in den Beziehungen zu den USA, als Maduro nach einer Rede vor der UN-Generalversammlung vor dem Rückflug nach Venezuela auf dem Flughafen New York von Sicherheitsbeamten „schikaniert“ wurde. Die US-Regierung entschuldigte sich später dafür. Im Oktober 2007 hielt er eine weitere Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, in der er die Situation seines Landes, den internationalen Terrorismus und den Irakkrieg thematisierte und hauptsächlich die USA kritisierte.Rede des venezolanischen Außenministers Nicolás Maduro vor der UNO-Generalversammlung in New York am 2. Oktober 2007
In einem Interview äußerte er im Januar 2009 seine Ansichten zur globalen Wirtschaftskrise sowie der Situation Amerikas und Europas.„Wir möchten ein freies und unabhängiges Europa“. Ein Gespräch mit dem venezolanischen Außenminister Nicolás Maduro Moros über die Weltwirtschaftskrise, politische Konsequenzen und die Position des Südens Er warnte davor, nach dem „Zusammenbruch des neoliberalen Paradigmas“ die Fehler bei der Bewältigung der europäischen Finanzkrise zu wiederholen, die Lateinamerika in seiner Geschichte bereits begangen hat. Die Verstaatlichung von Banken in den USA und die Debatte um Verstaatlichungen in Europa seien ein Beispiel dafür. Maduro forderte, dass die „Verschwörungen und Komplotte“ gegen die demokratisch gewählten Präsidenten Lateinamerikas ein Ende haben müssten. Es dürfe keinen Putschversuch mehr geben, wie er 2002 gegen Präsident Chávez unternommen wurde, und keine Verschwörungen, wie sie gegen Boliviens Präsidenten Evo Morales geschmiedet wurden. Lateinamerika habe sich für immer verändert, und diese Einsicht müsse sich auch in Washington durchsetzen, sonst würden die USA noch mehr in die Isolation geraten, als sie es ohnehin schon seien.
Im Januar 2009 kam es zu einer Belastung der diplomatischen Beziehungen zu Israel. Nachdem Venezuela wegen der Militäroffensive (Operation Gegossenes Blei) der israelischen Streitkräfte im Gazastreifen israelische Diplomaten ausgewiesen hatte, ordnete die israelische Regierung die Ausweisung des venezolanischen Botschafters und seines Stabes an. In einem Interview mit dem Fernsehsender Al Jazeera führte Maduro zur Ausweisung des venezolanischen Botschafters durch Israel aus:
Im Juli 2009 gehörte er zu den Vermittlern in der honduranischen Verfassungskrise.
Präsidentschaft
Machtübernahme 2013 und erste Jahre seiner Präsidentschaft Am 11. Oktober 2012 ernannte Chávez nach seiner Wiederwahl Nicolás Maduro zum Nachfolger von Elías Jaua im Amt des Vizepräsidenten.Chavez ernennt neuen Vizepräsidenten Am 16. Januar 2013 ersetzte Elías Jaua Nicolás Maduro im Amt des Außenministers. Nach dem Tod von Hugo Chávez wurde Maduro am 8. März 2013 als Interimspräsident vereidigt. Er forderte rasche Neuwahlen,Maduro als Interimspräsident vereidigt ORF, 9. März 2013 deren Termin am 9. März auf den 14. April 2013 festgelegt wurde. Während des Wahlkampfes wurden Opposition und Medien erheblich eingeschüchtert und behindert.
Nach Angaben der Wahlbehörde gewann Maduro die Präsidentschaftswahl am 14. April 2013 nur knapp mit 50,66 Prozent der Stimmen gegen seinen konservativen Herausforderer Henrique Capriles (49,06 %). Die Opposition beklagte zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl, wie nicht geheime und doppelte Stimmenabgaben und Einschüchterung der Wähler. Die von den Chavistas kontrollierte Wahlbehörde lehnte jedoch eine über eine Stimmenauszählung hinausgehende Überprüfung der Wahl ab und erklärte das Ergebnis für gültig. Maduro übernahm einen Staat, dessen Erträge zu 95 Prozent vom Erdölverkauf abhingen und der über keine anderen Reserven verfügte.
Maduro bot dem Whistleblower Edward Snowden im Juli 2013 Asyl an. Ende September 2013 ernannte Nicolás Maduro den Neffen seiner Frau, Carlos Erick Malpica Flores, zum Schatzmeister der Republik. Maduro forderte das Parlament auf, ihm mehr Macht im Kampf gegen Korruption zu übertragen. Während einer beginnenden Wirtschaftskrise ließ Maduro im November 2013 alle Geschäfte der Elektrowarenkette Daka besetzen. Dabei wurden die Ladenbesitzer verhaftet und die Läden von Passanten geplündert. Aufgrund der Krise erhielt Maduro Sondervollmachten. Demnach sollte er ein Jahr lang Gesetze ohne die Zustimmung des Parlamentes in Kraft setzen dürfen.wsj.de Nach einem Stromausfall in Venezuela machte Maduro die Opposition dafür verantwortlich und sprach von Sabotage. Schon im Februar 2014 kam es zu Protesten gegen die hohe Kriminalität, die Warenknappheit und die steigenden Preise in Venezuela. Sechs Demonstranten wurden bei den Krawallen getötet. Maduro beschuldigte indessen den ehemaligen Präsidenten von Kolumbien Alvaro Uribe, die Opposition zu finanzieren und zu kontrollieren. Im November 2014 betrug die Zustimmung zu Maduros Politik in der Bevölkerung noch 24,5 Prozent.Tjerk Brühwiller: Maduros nächstes Opfer. In: NZZ, 5. Dezember 2014, S. 5 Im weiteren Verlauf des Jahres 2014 sank der Ölpreis. Venezuela verlor durch sinkende Einnahmen die Fähigkeit, die Versorgung des Landes durch Importe zu gewährleisten.Vom Reichtum zum Lumpen: Venezuelas Wirtschaftskrise, Al Jazeera, 14. Februar 2018, Video auf Youtube, 10 Minuten, abgerufen am 30. Januar 2026
Bei den Parlamentswahlen in Venezuela 2015 erhielt die Opposition zwei Drittel der Mandate. Maduro regiert seitdem mit Notverordnungen. Die Versorgungslage im Land wurde immer prekärer. „Maduro-Diät“ nannten die Venezolaner die steigende Mangel- und Unterernährung.Venezuela lässt seine Kinder sterben. NZZ, 15. Dezember 2016. Laut einer Umfrage haben drei Viertel der Venezolaner im Jahr 2016 im Schnitt acht Kilogramm Körpergewicht verloren.Die Letzte ihrer Art. FAZ.net, 13. April 2017.
Abberufungsreferendum 2016 mini|Demonstranten fordern ein Referendum über die Abberufung von Präsident Maduro (Oktober 2016)
Im März 2016 befürworteten zwei Drittel der Venezolaner in einer Umfrage des Verteidigungsministeriums die Absetzung Maduros.El “colectivo” del TSJ, El Nacional, 9. März 2016 Anfang Mai 2016 wurde von der Opposition das Abberufungsreferendum gestartet. Im Juli 2016 wurde von offizieller Seite bekannt gegeben, dass mit 399.412 gültigen Unterschriften ausreichend Unterstützer für die erste Runde des Referendums vorliegen. Dabei musste in allen Bundesstaaten mindestens ein Prozent der Wahlberechtigten erreicht werden. In der zweiten Runde müssen laut Verfassung innerhalb von drei Tagen 20 Prozent der Wahlberechtigten (ca. vier Millionen Venezolaner) unterschreiben. Gelingt dies, muss der Text des Referendums bald umgesetzt werden; der Präsident wird abgesetzt.