Der Rotnacken-Topaskolibri (Topaza pella) oder Topaskolibri ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet in den südamerikanischen Ländern Brasilien, Suriname, Französisch-Guayana, Guyana und Venezuela. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale Der männliche Rotnacken-Topaskolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 19 bis 19,5 cm, während das Weibchen nur ca. 13 bis 13,5 cm groß wird. Der dicke, relativ kurze, gebogene Schnabel wird ca. 25 mm lang. Sowohl Männchen als auch Weibchen wiegen ca. 10 Gramm. Beide Geschlechter ähneln dem Flammenkolibri (Topaza pyra). Nur die rotbraunen äußeren Steuerfedern und die weißen Büschel an den Beinen unterscheiden sich farblich vom Flammenkolibri. Der Schwanz des Männchens ist besonders auffällig und prächtig und kann bis zu 6,5 cm lang werden. Die Haube um den Kopf ist schwarzlila. Die Kehle schimmert grün und wird in der Mitte zu einem goldenen Flecken mit einer schwarzlila-farbenen Einfassung. Der Rest des Körpers ist überwiegend dunkelweinrot und glänzt auffallend an Brust und Bauch. Der Untersteiß (Crissum) ist goldgrün. Die Flügel sind braun und werden im unteren Bereich kastanienbraun. Die Füße beider Geschlechter sind gelbbraun. Das Weibchen entbehrt den auffälligen Schwanz des Männchens. Das Oberteil ist schimmernd grün. Die schwarzen Flügel werden im unteren Bereich kastanienbraun. Die relativ große Kehle ist von einem kupferfarbenen Flecken bedeckt. Der Rest der Unterseite glitzert grün. Der Schwanz ist gefächert, hat aber keine verlängerten Außenfedern wie beim Männchen.Rolf Grantsau, S. 112f

Habitat Meist sieht man den Rotnacken-Topaskolibri nahe Schwarzwasserflüssen. Dort bewegt er sich relativ bodennah, auch wenn er zur Futtersuche hin und wieder den Kronenbereich der Bäume aufsucht. So sitzt er gerne auf Baumstümpfen, die aus dem Wasser herausragen, oder an Überhängen in Wassernähe.

Verhalten Vorzugsweise ernährt sich der Rotnacken-Topaskolibri von Insekten. Man sieht ihn selten bei der für Kolibris typischen Nektarsuche an Blumen. Zur Jagd stürzt er entweder vom Ast auf die Beute, fängt die Insekten schwebend über Wasser oder raubt ganz einfach Spinnweben aus.

Unterarten Bisher sind drei Unterarten des Rotnacken-Topaskolibris bekannt.IOC World Bird List Hummingbirds Topaza pella pella (, 1758)Carl von Linné, S. 119 Topaza pella microrhyncha , 1926Arthur Lennox Butler, S. 56 Topaza pella smaragdulus (, 1792)Louis Augustin Guillaume Bosc, S. 385, Tafel 20, Abbildung 5

Die Unterart Topaza pella pampreta , 1902Harry Church Oberholser, S. 321 wird normalerweise als Synonym für den Flammenkolibri (Topaza pyra) betrachtet.Da-Shih Hu u. a., S. 133 Überlegungen, den Rotnacken-Topaskolibri und den Flammenkolibri in einer Spezies zusammenzufassen, werden vom South American Classification Committee bisher abgelehnt.

Verbreitung mini|Verbreitung des Rotnacken-Topaskolibris Im Nordosten des Bundesstaates Pará im östlichen Teil des Rio Tocantins sowie auf der Ilha de Marajó findet man die Unterart T. p. microrhyncha. Im Süden Venezuelas, im Osten des Bundesstaates Bolívar über Guinea bis Amapá im Norden Brasiliens kommt die Subspezies T. p. pella vor. Das Vorkommen von T. p. smaragdulus erstreckt sich von Brasilien bis nach Französisch-Guayana. Manche Autoren halten es für möglich, dass der Rotnacken-Topaskolibri auch in Kolumbien und Ecuador vorkommt.Steven Leon Hilty u. a., S. 280 Allerdings überwiegt die Meinung, dass es sich dabei um Exemplare von Topaza pyra handelt. Von der strittigen Unterart T. p. pampreta wurden von Walter Goodfellow (1866–1953) und Claude Hamilton 1899 nur drei Exemplare am Suno, einem Zufluss des Río Napo in Ecuador, gesammelt. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass sie wahrscheinlich sogar in den Guyanas gesammelt wurden.Robert Sterling Ridgely u. a., S. 272

Etymologie und Forschungsgeschichte mini|Topaza pella, gemalt von John Gould Carl von Linné beschrieb den Rotnacken-Topaskolibri unter dem Namen Trochilus pella. Als Fundort nannte er Suriname. 1840 wurde die Art von George Robert Gray der neuen Gattung Topaza zugeordnet.George Robert Gray, S. 13 Dieser Name ist lateinischen Ursprungs und leitet sich von topazus für „grün, Jaspis-grün“ ab.James A. Jobling, S. 388 Das Artepitheton pella leitet sich vom lateinischen pellus für „dunkelfarben“ ab.James A. Jobling, S. 295 Microrhyncha ist ein griechisches Wortgebilde aus für „klein“ und für „Schnabel“.James A. Jobling, S. 254 Smaragdulus ist auf das lateinische smaragdus für Smaragd zurückzuführen.James A. Jobling, S. 258

Literatur

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Einzelnachweise

Kategorie:Kolibris