Bettina Schön (* 19. September 1926 in Berlin; † 2. Februar 2021Traueranzeige ebenda), eigentlich Irmgard Schön, auch Bettina Wildt Schön oder Bettina Schön-Wildt, war eine deutsche Schauspielerin, Hörspiel- und Synchronsprecherin.

Karriere Bettina Schön war eine Tochter des Ehepaars Felix Schön und Elly Schön, geborene Keller. Ihr Vater betrieb zusammen mit seinen beiden Brüdern Egbert und Walter das Café Schön an der Berliner Prachtstraße Unter den Linden. Unter Bestärkung ihrer Mutter stellte sie sich, entgegen dem Wunsch des Vaters, beim Hebbel-Theater vor, wo sie ihre Schauspielausbildung erhielt und ihren Lebensunterhalt zunächst als Statistin verdiente. Ende der vierziger Jahre erhielt Schön größere Rollen und war unter anderem 1950 unter der Regie von Kurt Raeck in Lesley Storms Schwarzer Chiffon am Renaissance-Theater und 1960 in Curth Flatows Das Fenster zum Flur am Hebbel-Theater zu sehen.

Mit ihrem ersten Ehemann wanderte Bettina Schön in den fünfziger Jahren nach Argentinien aus, wo sie unter anderem 1954 an der I. Deutschen Bühne des Teatro Aléman Buenos Aires unter der Regie von Theo Lingen in dessen Lustspiel Johann spielte. Nach sechs Jahren kehrte sie, nach der Scheidung von ihrem Mann, wieder nach Deutschland zurück, wo sie wieder Theater spielte. In Fernsehproduktionen war Schön selten zu sehen, jedoch wirkte sie in den Serien Tatort und Die fünfte Kolonne mit.

Einer breiteren Öffentlichkeit war Bettina Schön als Synchronsprecherin bekannt. Zwischen 1949 und 2004 war sie als deutsche Sprecherin in über 500 Filmen und Fernsehserien zu hören. Sie sprach unter anderem Anne Bancroft, Maggie Smith, Elizabeth Taylor und Vanessa Redgrave. Ihre Stimme war in Filmen wie Mondsüchtig, Cleopatra und Spartacus sowie in Serien wie Dallas zu hören.

Privates Bettina Schön war zweimal verheiratet. In zweiter Ehe, bis zu dessen Tod, mit ihrem Schauspielkollegen Helmut Wildt (1922–2007). Ab 2004 befand sich die Schauspielerin im Ruhestand, da sie sich um ihren damals pflegebedürftigen Mann kümmern wollte, hielt jedoch Kontakt zu alten Freunden aus der Synchronbranche, so zu Lutz Riedel, Marianne Groß, Thomas Keck und Uta Hallant. 2008 erhielt sie den von Fans der deutschen Synchronbranche vergebenen Preis Die Silhouette in der Kategorie Lebenswerk Synchronschauspielerin.

Bettina Schön starb 2021, im Alter von 94 Jahren in ihrer Heimatstadt Berlin.

Filmografie (Auswahl) 1960: Das Fenster zum Flur (Aufzeichnung aus dem Hebbel-Theater, Berlin) 1960: Das Rätsel der grünen Spinne 1961: Das letzte Kapitel 1963: Meine Frau Susanne (Fernsehserie), Folge 17 Unruhiger Nachmittag 1966: Die fünfte Kolonne (Fernsehserie), Folge 19 Stahlschrank SG III 1977: Tatort: Feuerzauber

Synchronarbeiten (Auswahl) Maggie Smith 1986: Zimmer mit Aussicht als Charlotte Bartlett 1996: Der Club der Teufelinnen als Gunilla Garson Goldberg 1997: Washington Square als Tante Lavinia Penniman 1999: Tee mit Mussolini als Lady Hester Random 2001: Gosford Park als Constance Trentham 2001: Harry Potter und der Stein der Weisen als Prof. Minerva McGonagall 2002: Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern als Caro Eliza Bennett 2002: Harry Potter und die Kammer des Schreckens als Prof. Minerva McGonagall 2004: Harry Potter und der Gefangene von Askaban als Prof. Minerva McGonagall

Anne Bancroft 1977: Am Wendepunkt als Emma Jacklin 1983: Sein oder nicht sein als Anna Bronski 1984: Die Göttliche als Estelle Rolfe 1986: Nacht, Mutter als Thelma Cates 1993: Mr. Jones als Dr. Catherine Holland 1995: Familienfeste und andere Schwierigkeiten als Adele Larson 1996: Der lange Weg nach Hause als Abigail Tillerman 2000: Die Villa als Prinzessin San Ferdinando

Olympia Dukakis 1987: Mondsüchtig als Rose 1991: Ein Licht in der Dunkelheit als Emily Miller 1993: Die sieben besten Jahre als Doris Silverman 1993: Wie ein Vogel im Wind als Bea 1995: Mr. Holland’s Opus als Direktorin Jacobs

Elizabeth Taylor 1952: Ein Platz an der Sonne als Angela Vickers 1953: Ivanhoe – Der schwarze Ritter als Rebecca 1989: Süßer Vogel Jugend als Alexandra Del Lago

Filme 1950: Geraldine Brooks in Vulcano als Maria 1950: Nancy Olson in Menschen ohne Seele als Joyce 1951: Julie Adams in Sieg über das Dunkel als Chris Paterson 1961: Joanna Barnes in Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt als Vicky Robinson 1971: Verna Bloom in Der weite Ritt als Hannah Collings 1971: Glenda Jackson in Maria Stuart, Königin von Schottland als Königin Elisabeth 1973: Verna Bloom in Wie ein Panther in der Nacht als Maureen 1978: Glenda Jackson in Hausbesuche als Ann Atkinson 1984: Eva Marie Saint in Ich bin kein Mörder als Mildred Kassab 1984: Holland Taylor in Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten als Gloria 1985: Annie Girardot in Ich und der Duce als Rachele Mussolini 1985: Gena Rowlands in Früher Frost – Ein Fall von Aids als Katherine Pierson 1986: Mari Szemes in Tagebuch für meine Lieben als Großmutter 1988: Joan Plowright in Verschwörung der Frauen als Cissie Colpitts 1 1989: Annie Girardot in Fünf Tage im Juni als Marcelle 1990: Lauren Bacall in Schatten über Sunshine als Beatrix Coltrane 1991: Lauren Bacall in Mein Weihnachtswunsch als Lillian Brooks 1991: Jacqueline Brookes in Die nackte Kanone 2½ als Commissioner Anabell Brumford 1992: Nancy Marchand in Drei lahme Enten als Lillian Oglethorpe (Lillian Orgeltropfen) 1992: Jacqueline Brookes in Der unbekannte Zeuge als Anwältin Spinner 1993: Joan Plowright in Dennis als Martha Wilson 1993: Annie Girardot in Pakt mit dem Tod als Madame Duclos 1993: Micheline Presle in Fanfan & Alexandre als Maude 1993: Annie Girardot in Mord in der Toskana als Ada Roversi 1994: Audra Lindley in Tödliche Recherche als Ednas Mutter 1996: Joan Plowright in Mr. Wrong – Der Traummann wird zum Alptraum als Mrs. Crawford 1997: Marian Seldes in Wieder allein zu Haus als Mrs. Hess 1998: Polly Holliday in Ein Zwilling kommt selten allein als Marva Kulp, Sr. 1999: Barbara Jefford in Die Neun Pforten als Baroness Kessler 2000: Vanessa Redgrave in Die Wahrheit über Engel als Maddy Bennett 2000: Eva Marie Saint in Ich träumte von Afrika als Franca 2000: Miriam Karlin in In stürmischen Zeiten als Madame Goldstein 2000: Freda Dowie in Jason und der Kampf um das Goldene Vlies als Hera 2000: Linda Eder in Die Nominierung als Sängerin 2000: Geraldine McEwan in Verlorene Liebesmüh’ als Holofernia 2001: Liz Mosrop in From Hell als Queen Victoria 2001: Vimla Bhushan in Monsoon Wedding als Verena Verma 2001: Leslie Caron in Mord im Orient-Express als Senora Alvarado 2001: Tsilla Chelton in The Musketeer als Madame Lacross 2001: Fionnula Flanagan in The Others als Mrs. Mills 2001: Micheline Presle in Zärtliche Seelen als Juliette 2002: Mary Alice in Land des Sonnenscheins – Sunshine State als Eunice Stokes 2002: Lois Smith in Minority Report als Dr. Iris Hineman 2002: Rosemary Leach in Prince William als Königin Elizabeth 2002: Rosemary Harris in Spider-Man als Tante May Parker 2002: Phyllida Law in The Time Machine als Mrs. Watchett 2002: Katherine Helmond in Weihnachtsmann wider Willen als Königin Carlotta 2003: Leslie Caron in Eine Affäre in Paris als Suzanne de Persand 2003: Irene Hamilton in Johnny English – Der Spion, der es versiebte als Elizabeth II. 2003: Phyllis Newman in Der menschliche Makel als Iris Silk 2003: Rita Davies in Tempo als Juliana 2003: Eileen Atkins in Was Mädchen wollen als Lady Jocelyn Dashwood

Serien 1978: Rosemary Harris in Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss als Berta Pallitz–Weiss 1979: Rosemary Harris in Der lange Treck als Minerva Chisholm 1984: Dana Wynter in Hart aber herzlich als Sylvia van Upton 1985–1986: Jean Simmons in Fackeln im Sturm als Clarissa Main 1987: K. Callan in Remington Steele als Martha Ryan 1988: K. Callan in Hunter als Mrs. Jorgensen 1988–1989: Diana Muldaur in Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert als Dr. Katherine Pulaski

Hörspiele (Auswahl) 1949: Elmer Rice: Das träumende Mädchen (Claire) – Regie: Hanns Korngiebel (Hörspielbearbeitung – RIAS Berlin) 1952: Theodore Dreiser: Ein Platz an der Sonne (Sondra Finchley) – Bearbeitung und Regie: Curt Goetz-Pflug (Hörspielbearbeitung – NWDR Berlin) 1952: Terence Rattigan: Parlez-vous français? (Jacqueline, genannt Jack) – Regie: Rolf von Sydow (Hörspielbearbeitung – RIAS Berlin) 1963: Frederick Lonsdale: Mrs. Cheneys Ende (Lady Joan Houghton) – Regie: Carl-Heinz Schroth (Hörspielbearbeitung – SFB) 1964: Roger Leigh: Meine Sorgen müßtest du haben (Linda) – Regie: Rolf von Goth (Original-Hörspiel – SFB) 1964: Erdmann Graeser: Damals war’s – Geschichten aus dem alten Berlin: Die Koblanks (12 Teile) – Regie: Ivo Veit (Hörspielbearbeitung – RIAS Berlin) 1971: Gerd E. Hofmann: Erkennen vielstimmig – Datenkrimi I (Sekretärin) – Regie: Joachim Sonderhoff (Hörspiel – WDR) 1972/73: Egon Polling: Damals war’s – Geschichten aus dem alten Berlin: Hansemann & Söhne (12 Teile) – Regie: Ivo Veit (Hörspielbearbeitung – RIAS Berlin) 1979: Hans Peter Preßmar: Sprotts Ende – Regie: Friedhelm von Petersson (Hörspiel – SFB)

Quelle: ARD-Hörspieldatenbank

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