mini|hochkant|Älteste erhaltene Ortspyramide von 1934 in Schwarzenberg
Die Liste der Ortspyramiden im Erzgebirgskreis bietet einen Überblick der aktuellen und ehemaligen drehbaren Pyramiden in den Städten und Gemeinden des Erzgebirgskreises auf öffentlichen Plätzen. Die ursprünglich für den häuslichen Gebrauch angefertigten Weihnachtspyramiden sind fester Bestandteil des Brauchtums im sächsischen Erzgebirge und werden seit den 1930er Jahren auch als große Freilandpyramiden hergestellt. In vielen Orten wird jährlich das Pyramidenanschieben um den Ersten Advent feierlich begangen. Die meisten Pyramiden drehen sich bis Hochneujahr, in manchen Orten bis Lichtmess. __TOC__
Aktuelle Ortspyramiden Die älteste erhaltene und noch in Betrieb befindliche Ortspyramide, die Krauß-Pyramide, wurde 1935 in Schwarzenberg aufgestellt, war aber zuvor bereits 1934 anlässlich der Krippenschau in Aue das erste Mal gezeigt worden. Daraufhin ließ sich die Stadt Aue eine eigene Pyramide anfertigen und stellte diese 1936 auf dem Marktplatz auf; sie ist weiterhin im Einsatz.
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die in den Grenzen des Erzgebirgskreises existierenden Großpyramiden, die von den Städten und Gemeinden, mit deren Genehmigung bzw. auf deren Initiative auf kommunalem Grund aufgestellt wurden.
AbbildungOrtStandortBaujahrGeschichte 120x120px|zentriert|Ortspyramide Adorf/Erzgeb. Adorf/Erzgeb.(Neukirchen/Erzgeb.) gegenüber der Schule am Mühlberg 2008 Angeregt wurde der Bau einer Pyramide bereits 2005 vom Adorfer Verein für Orts- und Heimatgeschichte. Die 6,4 Meter hohe Stabpyramide, mit einem Flügelraddurchmesser von drei Metern, verfügt über vier Drehteller mit mehr als 20 bis zu 80 Zentimeter hohen Figuren. Die Haube unter dem Flügelrad ist in ihrer Gestalt der Bogenarchitektur der Adorfer Schule und dem Wasserschloss Klaffenbach nachempfunden.Auf den vier Ebenen sind verschiedene Themen dargestellt: zuunterst die Ortsgeschichte, wozu Siedler und auch ein Mönch gehören, da die Entwicklung Adorfs eng mit dem Kloster Chemnitz verknüpft war. Darüber wird die Weihnachtsgeschichte gezeigt. Auf dem dritten Teller symbolisieren die Figuren ortstypisches Handwerk und Gewerbe und auch ein Weihnachtsmann ist zu sehen. Zuoberst dreht eine Kurrende ihre Runden.
Alljährlich um den 1. Advent ziehen Menschen, die sich wie die Pyramidenfiguren kostümieren, auf einem Mannelmarsch begleitet vom Feuerwehr-Musikzug vom Gasthof zur Pyramide und danach wird diese angeschoben. Dieses Fest zieht jährlich hunderte Gäste aus der Umgebung an. 120x120px|zentriert|Ortspyramide Affalter Affalter(Lößnitz) am ehemaligen Rathaus 1997 Die 5,5 Meter hohe Pyramide ist in ihrer Gestalt einer Mühle nachempfunden, da es in der Vergangenheit in Affalter sieben Mühlen gegeben hat. Die Figuren der unteren Etage spiegeln die ortstypischen Gewerke wider, die obere Etage ist mit erzgebirgstypischen Figuren besetzt. Die Pyramide ist ganzjährig aufgestellt. Außerhalb der Advents- und Weihnachtszeit ist sie mit Tafeln abgedeckt, die den Ortsplan von Affalter mit Erläuterung zeigen. Zum Schutz vor Witterung sind die Figuren hinter Glas. Die untere Etage ist mit geschnitzten und die obere mit gedrechselten Figuren bestückt. 120x120px|zentriert|Ortspyramide Albernau Albernau(Zschorlau) Anton-Günther-Platz 1984 Die 3,75 Meter hohe Pyramide mit einem Flügelkranz von 3 Meter im Durchmesser wurde nach Ideen der Albernauer Kulturbundgruppe hergestellt. Baumeister Dietrich Bauer und ein ortsansässiger Drechsler fertigten das Gehäuse und die Holzfiguren. Das Bauwerk stilisiert in bergbaulicher Tradition eine Kaue. Mit dem Drehteller bewegt sich eine Bergparade. In einer Nische ist die Heilige Familie mit dem Jesuskind dargestellt, in einer zweiten sind Förster und Pilzsucher zu sehen. – Eine anonyme Spende um das Jahr 2005 und die ehrenamtliche Arbeit einiger Bürger ermöglichten die umfassende Restaurierung der Pyramide. Die Holzdrechselei Mothes erneuerte das Bauwerk und die Figuren, die Dachdeckerei Karl Ludwig Müller verkleidete die Pyramide mit Naturschiefer. – Die Pyramide wird vom Vorsitzenden des Albernauer Erzgebirgszweigvereins Karl Espig und seiner Frau Anneliese betreut.Zuarbeit des Bürgers Gerd Reich vom 14. und 15. Dezember 2010 120x120px|zentriert|Ortspyramide Alberoda Alberoda(Aue-Bad Schlema) vor dem früheren Schulgebäude in der Alberodaer Straße 1552017 Diese Pyramide entstand auf Initiative des Geflügelzüchter- und Heimatvereins Aue-Alberoda e. V. vollständig neu. Am 3. Dezember 2017 erfolgte das symbolische Pyramidenanaschieben.Die dreietagige Pyramide ist ca. 5 Meter hoch und wurde von der Tischlerei Theo Süß aus Lauter-Bernsbach aus Lärchen- und Fichtenholz gefertigt. Zwölf Figuren, die der Bildhauer Detlef Jehn aus Lindenholz geschnitzt hat, drehen sich unter zwölf elektrischen Lichtern. Sie stellen Bauer, Bäuerin und einen Hahn dar (unterer Figurenteller), drei Bergleute in ihrem Feiertagshabit (mittlerer Teller) und drei Engel (oberer Teller). Der Geflügelzüchter- und Heimatverein hat sich verpflichtet, Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten selbst zu übernehmen.Mitteilung der Presseabteilung des Oberbürgermeisters von Aue vom 23. November 2017: Alberoda erhält eigene Ortspyramide. Nach der Weihnachtszeit wird die Pyramide mit vier Holztafeln abgedeckt, auf denen sich vier Personen mit historischen ortstypischen Tätigkeiten (Bergmann, Bäuerin, Handwerker) befinden. 120x120px|zentriert|Ortspyramide Annaberg (Markt)Annaberg(Annaberg-Buchholz) Markt 1992 Die erste Annaberger Marktpyramide von 1969 wurde 1991 letztmals aufgebaut.
Die aktuelle Pyramide ist eine vieretagige, 10,5 Meter hohe Stabpyramide. Die 18 aus Lindenholz geschnitzten 85 bis 105 cm großen Figuren stellen u. a. Persönlichkeiten dar, die mit der Stadtgründung bzw. derer wirtschaftlichen Entwicklung eng verbunden waren. Darunter Adam Ries, Barbara Uthmann, Herzog Georg, Heilige Katharina, Georgius Agricola, Heilige Anna, Daniel Knappe, Bergmann in Paradetracht, Hauer, Rutengänger, Schmelzer, Heimarbeiter, Verleger und Posamentiermeister und -meisterin. Im Sockel befinden sich vier geschnitzte Reliefs, die zusammen mit den drei Engeln der oberen Etage die christliche Weihnachtsgeschichte darstellen. 120x120px|zentriert|Ortspyramide Annaberg (Köselitzplatz) Köselitzplatz 1978 Dreietagige, Stabpyramide mit gedrechselten, farbig lackierten Figurenuntere Etagen: Bergmänner des historischen Bergbaus; mittlere Etage: ortstypische Berufe; obere Etage: WintersportlerDie Ortspyramide am Annaberger Köselitzplatz ist die erste von sechs baugleichen, dreietagigen Stabpyramiden mit einer Höhe von 3,70 m ohne Sockel, die zwischen 1978 und 1990 entstanden. Die weiteren Pyramiden befinden sich in Buchholz (1979 erbaut), in Magdeburg (1979 erbaut), in Annaberg am Barbara-Uthmann-Ring (1983 erbaut), in Kleinrückerswalde (1983 erbaut) und in Weiden in der Oberpfalz (1990 erbaut). 120x120px|zentriert|Ortspyramide Annaberg (Barbara-Uthmann-Ring) Barbara-Uthmann-Ring, Nähe Parkplatz an der B95 1983 Dreietagige, Stabpyramide mit gedrechselten, farbig lackierten Figurenalle drei Etagen: Bergmänner des historischen BergbausDie Ortspyramide am Annaberger Barbara-Uthmann-Ring ist die fünfte von sechs baugleichen, dreietagigen Stabpyramiden mit einer Höhe von 3,70 m ohne Sockel, die zwischen 1978 und 1990 entstanden. Die weiteren Pyramiden befinden sich in Annaberg am Köselitzplatz (1978 erbaut), in Buchholz (1979 erbaut), in Magdeburg (1979 erbaut), in Kleinrückerswalde (1983 erbaut) und in Weiden in der Oberpfalz (1990 erbaut). 120x120px|zentriert|Ortspyramide Antonshöhe Antonshöhe (Breitenbrunn/Erzgeb.) Am Rondell 2001 Die etwa fünf Meter hohe Pyramide in Form des Förderturms einer Schachtanlage stellt die Bergbautradition des 1950 im Zuge des Bergbaus gegründeten Ortes dar. Finanziert wurde sie mit Erlösen aus der 50-Jahr-Feier des Ortes, mit Fördermitteln sowie mit Spenden von Bürgern und Freunden des kleinen Ortes. Auf der unteren Etage sind Bergmänner aus den Zeiten des Altbergbaus und der Wismutzeit zu sehen. Die beiden oberen Etagen zeigen Figuren aus dem Alltagsleben und der Geschichte des Orts: Skifahrer, Feuerwehrmann und Gäste des Nachtsanatoriums Antonsthal (mittlere Etage), sowie Wanderer, Pilzsammlerin und Junge mit Ball (obere Etage). 120x120px|zentriert|Ortspyramide Antonsthal Antonsthal(Breitenbrunn/Erzgeb.) Kreuzung Talstraße und Jägerhäuser Straße 1972 Vieretagige Stufenpyramide mit einer Höhe von 4 Metern. Die gedrechselten und bemalten Figuren drehen sich zum Klang von Glöckchen, auch Wächter genannt, die durch die Pyramidenflügel angeschlagen werden. Auf der unteren Etagen befinden sich Engel, Bergmann, Nussknacker, Weihnachtsmann und Bäume. Die zweite Etage ist mit Figuren ortstypischer Berufe bestückt. Die dritte Ebene ist mit Bergmännern und die oberste Etage mit einer Kurrende besetzt. 120x120px|zentriert|Ortspyramide Arnsfeld Arnsfeld(Mildenau) vor der Schule 1972 Die 5,5 Meter hohe Stabpyramide ist das Werk der ortsansässigen Schnitzgemeinschaft. Eine Besonderheit sind die Drehteller der Pyramide, welche aus unterschiedlich großen Wagenrädern bestehen. Die Figuren sind den landwirtschaftlichen Wurzeln des Ortes angepasst. Neben den für das Erzgebirge typischen Figuren finden sich z. B. eine Melkerin und ein Waldarbeiter. 120x120px|zentriert|Ortspyramide Aue Aue(Aue-Bad Schlema) Altmarkt 1935, am 1. Advent Siebenetagige, sieben Meter hohe Stockwerkspyramide. Das Gestell wurde von der ortsansässigen Schlosserei Eilers aus Blech gefertigt, am Sockel befand sich diese Inschrift: „Dieses Werk wirbt für den Gedanken ‚Heimat-Winterhilfe‘“. Sie steht rückblickend symbolisch für die in der Vergangenheit bedeutende Blechherstellung in der Region Aue-Schwarzenberg. Die Figuren wurden in Seiffen gedrechselt. – Zur Weihnachtszeit 1958/59 wurde die Pyramide erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgestellt und erhielt dafür neu gedrechselte Figuren – abermals aus Seiffen. Seit 1972 betreut der Schnitzverein an der Linde Aue-Neudörfel e. V. die Pyramide; 1973 erhielt sie ihren heutigen Standort.