Jean-Claude Brisseau (* 17. Juli 1944 in Paris; † 11. Mai 2019Französischer Filmregisseur Jean-Claude Brisseau ist tot. Salzburger Nachrichten vom 11. Mai 2019, abgerufen am 12. Mai 2019. ebenda) war ein französischer Filmemacher, der in seinen Filmen häufig sexuelle Obsessionen umsetzte., deutschlandfunkkultur.de, erschienen und abgerufen am 12. Mai 2019.
Leben Ursprünglich Französischlehrer in der Banlieue, begann er als Autodidakt Schmalfilme zu drehen. Er wurde von Éric Rohmer entdeckt und gefördert. Obwohl er anfangs seine sozialen Erfahrungen einarbeitete, wollte er nicht Realist oder Sozialkritiker sein.
Im Jahr 1988 erhielt Brisseau in Cannes für Lärm und Wut einen Förderpreis; 1992 war Céline in Berlin für den Goldenen Bären nominiert.
Gleichgültig, ob berechnete Provokation oder eher ins Bild gesetzte Obsession, sein Hang, in einzelnen Szenen auch pornografischen Ansprüchen zu genügen, brachte ihn mit Heimliche Spiele in eine Grenzsituation. Das wohl drastische Casting wurde von der französischen Justiz als sexuelle Belästigung gewertet und mit einer Bewährungsstrafe geahndet. Der Film selbst wurde von den angesehenen Cahiers du cinéma als bester Film des Jahres bezeichnet. Der Erfolg führte zu drei weiteren Filmen, Teuflische Engel – Heimliche Spiele 2 (2006), Gefallene Engel – Heimliche Spiele 3 (2008) und Teuflische Versuchung – Heimliche Spiele 4 (2018). Ein erneutes Ermittlungsverfahren 2006 mit demselben Vorwurf wie 2002 verlief folgenlos für ihn. Im zweiten Teil der Reihe verarbeitete er die Erlebnisse aus den Castings aus seiner Sicht.
2012 erhielt er für La Fille de nulle part den Goldenen Leoparden des Internationalen Filmfestivals von Locarno.Pardo d’oro: “La Fille de nulle part” bei pardolive.ch, 11. August 2012 (abgerufen am 12. August 2012). Der Film stellt einen von Brisseau selbst gespielten verwitweten und pensionierten Mathematikprofessor in den Mittelpunkt, der eine junge obdachlose Frau (Virginie Legeay) bei sich aufnimmt.Deutsche Filmbeschreibung bei pardolive.ch (abgerufen am 12. August 2012).
Brisseau starb im Mai 2019 im Alter von 74 Jahren in Paris.
Filmografie (Auswahl) 1978: Das Leben wie es ist (La vie comme ça) – Buch und Regie 1983: Grausames Spiel (Un jeu brutal) – Buch und Regie 1988: Lärm und Wut (De bruit et de fureur) – Buch und Regie 1989: Weiße Hochzeit (Noce blanche) – Buch und Regie 1992: Céline – Buch und Regie 1994: Ein schwarzer Engel (L’ange noir) – Buch und Regie 2000: Die armen Leute und der liebe Gott (Les savates du bon Dieu) – Buch und Regie 2002: Heimliche Spiele (Choses secrètes) – Buch und Regie 2006: Teuflische Engel – Heimliche Spiele 2 (Les anges exterminateurs) – Buch und Regie 2008: Gefallene Engel – Heimliche Spiele 3 (A l’aventure) – Buch und Regie 2012: Das Mädchen von nirgendwo (La fille de nulle part) – Buch, Regie, Darsteller 2018: Teuflische Versuchung – Heimliche Spiele 4 (Que le diable nous emporte) – Buch und Regie
Auszeichnungen 1988: Prix spécial de la jeunesse der Internationalen Filmfestspiele von Cannes für Lärm und Wut 2012: Goldener Leopard des Internationalen Filmfestivals von Locarno für La fille de nulle part
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Paris) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann