Gisselberg ist ein Stadtteil von Marburg an der Lahn im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Das Dorf liegt an der Lahn am Marburger Rücken südwestlich von Marburg.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Gisselberg erfolgte unter dem Namen Goselberg um das Jahr 1300. Zwischen 1973 und 1975 wurde eine Friedhofskapelle als Kirche erbaut.
Zum 1. Juli 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Gisselberg im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Marburg eingemeindet. Für den Stadtteil Gisselberg wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Gisselberg angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Gericht Oberweimar auch genannt Reitzberg (Gericht Oberweimar bestand aus den Orten Oberweimar, Niederwalgern, Kehna, Altna, Weiershausen, Hermershausen, Ciriaxweimar, Gisselberg, Ronhauſen und Wolfshausen, sowie die Hälfte von Dilschhausen und Elnhausen) ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt MarburgDie Zugehörigkeit des Amtes Marburg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Marburg ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Kaldern und Reitzberg 1807–1813: Königreich Westphalen,Infolge der Napoleonische Kriege. Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Marburg ab 1815: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Kaldern und Reitzberg ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis MarburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.Trennung von Justiz (Landgericht Marburg) und Verwaltung ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt MarburgAm 1. Juli 1974 als Ortsbezirk zur Stadt Marburg. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Marburg
Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg wurde für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Gisselberg zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Gisselberg 840 Einwohner. Darunter waren 27 (3,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 159 Einwohner unter 18 Jahren, 414 zwischen 18 und 49, 144 zwischen 50 und 64 und 120 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 360 Haushalten. Davon waren 96 Singlehaushalte, 111 Paare ohne Kinder und 108 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 273 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1577: 8 hausgesessene Mannschaften • 1630: 7 Hausgesesse (3 dreispännige, 2 zweispännige, 2 einspännige Ackerleute) • 1681: 5 hausgesessene Mannschaften • 1838: Familien: 7 nutzungsberechtigte, 12 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 6 Beisassen
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: 284 evangelisch-lutherische, 2 römisch-katholische Einwohner • 1885: 138 evangelische (= 100,00 %) Einwohner • 1961: 324 evangelische (= 86,63 %), 47 katholische (= 12,57 %) Einwohner • 1987: 394 evangelische (= 67,8 %), 87 katholische (= 15,0 %) Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1746: Erwerbspersonen: 1 Schmied, 1 Weißbinder, 2 Wirte, 1 Spielmann, 1 Tagelöhner. • 1838: Familien: 8 Ackerbau, 8 Gewerbe, 9 Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 33 Land- und Forstwirtschaft, 80 Produzierendes Gewerbe, 41 Handel und Verkehr, 24 Dienstleistungen und Sonstiges.
Politik Ortsbeirat
Für den Stadtteil Gisselberg besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Gisselberg. Für die Sitzverteilung siehe die nebenstehende Grafik.Ergebnis der Ortsbeiratswahlen 2021 in Gisselberg In: votemanager-gi.ekom21cdn.de Der Ortsbeirat wählte Gernot Günther zum Ortsvorsteher.
Bauwerke
Infrastruktur Im Ort gibt es einen kirchlichen Kindergarten, ein Dorfgemeinschaftshaus und einen Bolzplatz. An der Lahn steht das Bootshaus des Marburger Rudervereins. Die Bundesstraße 255 verläuft durch den Ort, die Bundesstraße 3 am östlichen Ortsrand.
Persönlichkeiten Conrad Damm (1795–1855), Schultheiß und Mitglied des Kurhessischen Landtags
Literatur Walter Bernsdorff: Gisselberg : das Dorf der fünf Höfe (Reihe: Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur, Band 64), Marburg 1998, ISBN 3-923820-64-X.
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
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