Lampaden ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell an.
Geographie Ortsteile sind die Weiler Obersehr, Niedersehr und Geisemerich. Zu Lampaden gehören zudem die Wohnplätze Buchenhof, Hubertushof, Kredenfelderhaus, Lampadenermühle, Lindenhof, Schiffbrunnenhof und Wernerhof.
Geschichte Überreste einer keltischen Fliehburg und Schutt aus römischer Zeit legen eine Besiedlung des Ortes seit vor- bzw. frühgeschichtlicher Zeit nahe. Der fränkische König Zwentibold vermachte das Gebiet um 900 der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier.
Bei Lampaden standen im Zweiten Weltkrieg die einzigen zwei V3, die gegen ein Ziel eingesetzt wurden: Von hier aus wurde von Dezember 1944 bis Januar 1945 die Stadt Luxemburg beschossen. Die Geschütze waren an der Ruwer, entlang eines heutigen Forstwirtschaftswegs installiert. Schwere Kämpfe im Ausklang des Weltkrieges am benachbarten Dreikopf kosteten hier unzähligen Soldaten das Leben.
Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Lampaden, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 270 1835 305 1871 385 1905 442 1939 504 1950 503 1961 512 Jahr Einwohner 1970 530 1987 522 1997 536 2005 532 2011 575 2017 566
Politik Gemeinderat Der Ortsgemeinderat in Lampaden besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat: Wahl CDU WGM WG2 WG3 Gesamt 2024 4 3 5 – 12 Sitze 2023 3 2 6 1 12 Sitze 2019 5 5 2 – 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 5 4 3 – 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2009 per Mehrheitswahl 12 Sitze
Ortsbürgermeister Klaus-Jürgen Treinen (CDU) wurde am 30. September 2024 Ortsbürgermeister von Lampaden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 63,5 % gegen den Amtsinhaber durchgesetzt.
Treinens Vorgänger Martin Marx hatte das Amt seit Juli 2014 inne, zuvor Ewald Hermesdorf (CDU) seit 1994.
Wappen
Gemeindepartnerschaft Seit 1985 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Cocheren in Frankreich.
Sehenswürdigkeiten mini|Ortsmitte Lampaden mit St. Quintin und Gemeindehaus Die in den 1950er Jahren errichtete katholische Pfarrkirche St. Quintin geht auf eine 1148 genannte romanische Vorgängerkirche zurück, von der im westlichen Bereich Teile erhalten sind.
Während einer Straßenerweiterung von 2007 bis 2008 wurde der Dorfplatz mit einem Dorfbrunnen ausgestattet.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lampaden
Verkehr und Infrastruktur Es besteht eine Busverbindung der Linie 207 von Trier nach Losheim am See mit je vier bis fünf Fahrten pro Richtung. Der Bus benutzt dabei größtenteils die etwa fünf Kilometer entfernte Bundesstraße 268.
Der ehemalige Bahnhof Lampaden an der stillgelegten Ruwertalbahn lag auf der Gemarkung von Schillingen in der Nähe der Burg Heid. Auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft heute der Ruwer-Hochwald-Radweg.
Im Ortszentrum befindet sich die Landbäckerei Jakobs, die auch einen kleinen Lebensmittelladen betreibt. Die Bäckerei dient auch der Nahversorgung vieler umliegender Gemeinden und verfügt über einen lokalen Lieferservice.
Persönlichkeiten
In Lampaden lebte der Schriftsteller und Journalist Hans Muth (1944–2022), der unter seinem Pseudonym Hannes Wildecker auch Kriminalromane, unter anderem in der Reihe „Tatort Hunsrück“ schrieb.
Die SPD-Politikerin und Unternehmerin Verena Hubertz (* 1987), die seit 2025 Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist, wuchs unter anderem in Lampaden auf.
Weblinks
Website der Ortsgemeinde
Einzelnachweise
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