The Really Terrible Orchestra ( für: „wirklich schreckliches Orchester“, kurz: RTO) ist ein britisches Laienorchester, das von dem aus Edinburgh stammenden Geschäftsmann Peter Stevenson und dem Autor Alexander McCall Smith 1995 gegründet wurde. Die beiden waren auf der Suche nach einem Orchester für Laien, in dem sie aus Spaß an der Musik mitwirken konnten, fanden jedoch kein entsprechendes. Darum gründeten sie das RTO, mit Richard Neville Towle als Dirigent.
Auf der Website des Orchesters heißt es:
Smith bringt die geringe Qualität des Orchesterspiels sehr direkt zum Ausdruck:
Zum Orchester gehört auch eine Deutsche, die in München geborene Felizitas Macfie. Sie schloss sich dem Orchester an, nachdem sie dessen Auftritte besucht hatte.
Alljährlich findet zum Edinburgh Festival Fringe ein Konzert des RTO statt. CDs von Auftritten werden im Foyer der Canongate Kirk, einer Kirche in Edinburgh, verkauft, die gleichzeitig den Proberaum darstellt. Das Orchester erschien auch in Alexander McCall Smith’ Roman The Sunday Philosophy Club.
Ein Dokumentarfilm über das RTO, The Really Terrible Orchestra, unter der Regie von Edward Brooke-Hitching, wurde für das 60. International Edinburgh Film Festival 2006 ausgewählt und gewann dort den Baillie Gifford Award als beste schottische Kurzdokumentation.
Das erste Konzert, das das RTO in London gab, fand am 3. November 2007 in der Cadogan Hall statt.
Am 1. April 2009 gab das RTO auf seiner ersten (eintägigen) Überseereise ein Konzert in der Town Hall von New York City.
Rezeption Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Orchester in der Fernseh-Kultursendung ttt – titel, thesen, temperamente am 20. September 2009 hieß es dort: „Scheitern kann eine wunderbare Sache sein.“ Das Erste, ttt – titel, thesen, temperamente. Die Süddeutsche Zeitung schrieb: „Das Really Terrible Orchestra spielt immer miserabel. Dafür lieben es die Leute.“Der schlechte Ton. In: Süddeutsche Zeitung, 10. Juli 2009. Christoph Winder merkte in der österreichischen Zeitung Der Standard an: „Üblicherweise verhält es sich in kapitalistischen Gesellschaften so, dass jeder, der eine Ware anzubieten hat, dieselbe loben und preisen wird: Die billigste Wurst, das beste Makrelenfilet, die aktuellste Zeitung, das sauberste Waschmittel, das leckerste Leckerli und so fort. […] So sehr sind wir an dieses Loben und Preisen gewohnt, dass es uns recht sonderbar, aber doch auch irgendwie erfrischend anweht, wenn wir […] plötzlich von der Existenz eines Orchester in Edinburgh erfahren, welches den viel (oder eher wenig) versprechenden Namen ‚Really Terrible Orchestra‘ (RTO) trägt. […] Ist das nicht reizend? Wenn dieses Beispiel Schule machte, so bekämen es wir fortan mit weniger prahlerischen, dafür aber umso ehrlicheren Produktbezeichnungen zu tun.“Christoph Winder: Terrible – ein bemerkenswert schlechtes Orchester. Der Standard, 14. Juli 2009. Das Hamburger Abendblatt verwies 2007 in einem Online-Bericht auf die Website des Orchesters und warnte: „Hörbeispiele auf eigene Gefahr unter www.thereallyterribleorchestra.com.“Joachim Mischke: Avanti Dilettanti! Hamburger Abendblatt, 7. Dezember 2007
Weblinks die offizielle RTO Website The Really Terrible Orchestra – A short film. Edward Brooke-Hitching. IMDb. “And the Band Played Badly”. New York Times op-ed
Einzelnachweise
Kategorie:Orchester (Vereinigtes Königreich)