Das Ulanen-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Württembergisches) Nr. 20 war von 1807 bis 1919 ein Kavallerieverband der Württembergischen Armee.

Geschichte mini|Ulanen-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Württembergisches) Nr. 20 auf dem Marsch zur Parade um 1907 Name Das Regiment wurde am 24. Juli 1809 aus Depots als Dragoner-Regiment mit vier Eskadronen gebildet (zuerst nur drei beritten, die 4. ab 30. September) mit einer Stärke von 20 Offizieren, 41 Unteroffizieren, 368 Dragonern, 8 Non-Combatanten1 Profos, 4 Chirurgi, 3 Fahnenschmiede und 309 Pferden und erhielt am 11. Oktober den Namen Dragoner-Regiment Kronprinz. Am 25. Mai 1811 wurde es umbenannt in Kavallerie-Regiment Nr. 5 Dragoner Kronprinz, am 11. November 1813 in Kavallerie-Regiment Nr. 3 Dragoner Kronprinz. Im November 1815 wurde das Regiment in ein Jäger-Regiment umgewandelt, ab 4. Dezember mit dem Namen Jäger-Regiment zu Pferd Nr. 3 Kronprinz. Im November 1816 erhielt es Mannschaften und Pferde von 2 Eskadronen des aufgelösten Jäger-Regiments zu Pferd Nr. 5Einzelheiten zur Auflösung siehe hier, blieb aber weiter in 4 Eskadronen gegliedert und hieß ab 13. November Kavallerie-Regiment Nr. 3. Mit der Militärreform 1817 wurde es (wie alle württembergischen Regimenter) am 31. März neu benannt in 3. Reiter-Regiment.

Durch einen Erlass König Karls vom 19. Dezember 1864 wurde an die frühere Tradition angeknüpft und so die Namen einiger Regimenter erweitert, das Regiment erhielt einen Zusatz zur Erinnerung an seinen ehemaligen Regimentsinhaber und hieß nun 3. Reiter-Regiment König WilhelmWürtt. Regierungsblatt 1811 Nro. 25, 1. Juni, Seite 265: „In der Absicht, die früher bestandene Einrichtung der Benennung der Reiter- und Infanterie-Regimenter wieder ins Leben zu rufen, zugleich auch um ausgezeichnete militärische Verdienste in besonderer Weise zu ehren und zu belohnen, finde Ich Mich bewogen, Folgendes zu verfügen: 1. Zum bleibenden Gedächtnis Meines verewigten Herrn Vaters, des Königs Wilhelm Majestät, sollen das 3. Reiter-Regiment und das 6. Infanterie-Regiment, welche unter der Regierung Königs Friedrich den Namen „Kronprinz“ trugen, nunmehr den Namen „König Wilhelm“ führen.“. Am 18. Dezember 1871 erhielten alle württembergischen Regimenter zusätzliche Nummern. Diese entsprachen der fortlaufenden Nummerierung aller Regimenter des deutschen Bundesheeres, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einem der Kontingente, das Regiment erhielt die Nummer 20: 2. Württembergisches Ulanen-Regiment König Wilhelm Nr. 20. Alle Truppenteile erhielten am 14. Dezember 1874 die Namen in der endgültigen Schreibweise und Nummerierung: Ulanen-Regiment König Wilhelm (2.Württ.) Nr. 20. Nach der Thronbesteigung König Wilhelms II. 1891 wurde der Name des Regiments ergänzt, da sich der bisherige Zusatz auf König Wilhelm I. (1816–1864) bezog. Somit war der letzte Name Ulanen-Regiment König Wilhelm I. (2. Württ.) Nr. 20.

Aus dem Regimentsbefehl vom 25. April 1919: „Durch Verfügung des Kriegsministeriums Ia Nr. 17431 vom 16. April 1919 ist die Auflösung des stehenden Heeres angeordnet. Die Auflösung des Regiments erfolgt mit dem 30. April 1919.“ Ein Rumpfregiment bestand noch bis 30. September 1919 und wurde am 1. Oktober 1919 in die Abwicklungsstelle Ulanen-Regiment 20 umgewandelt. Diese wurde am 27. September 1920 nach Stuttgart verlegt und dort endgültig aufgelöst.

Die Tradition des Regiments übernahm in der Reichswehr die 1. (württembergische) Eskadron des 18. Reiter-Regiments.

Garnisonen mini|Stationierungsorte des Regiments mini|Ulanen-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Württembergisches) Nr. 20 vor der Wilhelmskaserne in Ludwigsburg 1809 Ludwigsburg, danach Mergentheim, Schloss, Probsthof und Dominikanerkloster, Marstall 1810 Ludwigsburg, Kaserne am Arsenalplatz, Reiterkaserne am Karlsplatz (heute Hochbauamt) 1811 Kirchheim, Schloss, und Nürtingen, Kaserne (später Gasthaus zum Stern) 1818 Esslingen, Kaserne auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofs des Klosters Sirnau, beim Bau der Eisenbahnlinie abgebrochen. 1842 Ulm, ZeughausZeughaus in Ulm 1849 Ludwigsburg, Kaserne am Arsenalplatz 1856 Ulm, Zeughaus 1866 Stuttgart, Reiterkaserne (auf dem Gelände des späteren Güterbahnhofs) 1871–1919 Ludwigsburg, Marstallkaserne (heute Marstall-Center), Wilhelmskaserne (heute WilhelmGalerieWilhelmGalerie)

Teilnahme an Gefechten und Kampfhandlungen 1809 Im Dezember marschierte das Regiment, verstärkt durch ein Bataillon der Garde zu Fuß und eine Kompanie Artillerie mit sechs Geschützen, in den Raum Mergentheim, um einer Besetzung durch badische Truppen zuvorzukommen. Keine Kampfhandlungen, da sich die badischen Truppen zurückzogen. Danach blieb das Regiment dort stationiert. 1812 und 1813 nahm das Regiment nicht an den Feldzügen teil, gab aber Mannschaften und Pferde an die anderen Regimenter ab. 1813 Das Regiment bildete mit anderen unter General von Beroldingen entlang der östlichen Landesgrenze von Ellwangen bis Weikersheim einen Grenzkordon. Keine Kampfhandlungen. 1814 gegen Frankreich mit der Hauptarmee (württembergisches Korps im IV. Korps), Stärke 4 Eskadronen mit 508 Mann und Pferden. 1815 gegen Frankreich im III. Korps der Oberrhein-Armee, Stärke 4 Eskadronen. 1866 gegen Preußen, Stärke 715 Unteroffiziere und Mannschaften, 647 Pferde einschließlich der unterstellten 3. Eskadron des zurückgebliebenen 2. Reiter-Regiments. Eingesetzt bei der Kavallerie-Reserve des VIII. Korps des Deutschen Bundes klärte das Regiment zunächst im Raum nördlich Frankfurt auf, zog sich mit dem Korps nach Südwesten zurück, war an dem Gefecht bei Tauberbischofsheim am 24. Juli nicht direkt beteiligt, kam am 25. Juli noch beim Gefecht bei Gerchsheim zum Einsatz und ging mit dem Korps auf Würzburg zurück. Nach dem Waffenstillstand am 1. August kehrte das Regiment über Uffenheim und Rothenburg ob der Tauber nach Stuttgart zurück. 1870/1871 gegen Frankreich. Bei Ausbruch des Krieges wurden die 1. und 2. Eskadron des Regiments auf volle Kriegsstärke gebracht durch Mannschaften und vor allem Pferde der 3. und 4. Eskadron und in die Kavallerie-Brigade der württembergischen Division eingegliedert, mit der sie am 4. August als Vorhut den Rhein überschritten. Mit dem V. preußischen Korps erreichten die Eskadrons am 30. August Beaumont. Vom 2. bis 7. September waren beide Eskadrons dem 3. Infanterie-Regiment zum Rücktransport von Gefangenen unterstellt. Nach ihrer Rückkehr gehörten sie zur 3. Infanterie-Brigade, die ab 13. September den Schutz des Großen Hauptquartiers in Meaux übernahm. Die 3. und 4. Eskadron waren zunächst im Standort verblieben. Sie wurden durch einberufene Reservisten und neue Pferde (Remonten) wieder aufgefüllt. Die 3. Eskadron kam zum „Detachement Oberst v. Seubert“, das von Mitte Juli bis Mitte August den Auftrag hatte, den Schwarzwald zu decken und das 7. Französische Korps bei Mühlhausen zu binden. Die 4. Eskadron verlegte vom 3. bis 7. September per Eisenbahn von Stuttgart nach Nancy und begleitete ab da einen Munitionstransport als Eskorte in den Raum Meaux, die 3. Eskadron wurde die ganze Strecke mit der Eisenbahn nachgeführt. Am 25. September trafen beide beim Regiment ein. Während der Einschließung von Paris hatte das Regiment Aufträge zum Einrichten und Halten von Relais, Vorpostendienst, Detachements gegen Franktireure, Sicherung der Artillerie durch weite Patrouillen bis zu 6 Stunden. Nach dem Waffenstillstand verlegte die württembergische Division in das Departement Marne und kehrte nach dem Friedensschluss wieder zurück. Verluste: 3 Gefallene, 7 Verwundete, 5 Gefangene, 28 PferdeAus einem Erfahrungsbericht des Regiments: „… Die bisherige Organisation, wonach zwei zum Nachrücken ins Feld bestimmte Eskadrons mit Remonten beritten sind, erwies sich als sehr mangelhaft. Die Abnützung der Remonten war so bedeutend, daß im Mai 1871 von den erst [am 25. September 1870] vor Paris eingetroffenen und möglichst geschonten Remonteeskadrons 36 Pferde, von den zwei Eskadrons mit alten Pferden, welche alle Anstrengungen des Feldzugs mitgemacht haben, nur 5 Pferde unbedingt untüchtig, ferner von ersteren Eskadrons 135 Pferde, von letzteren 64 Pferde als zur Not für die nächste Zeit noch brauchbar zu bezeichnen waren.“. 1900 am zweiten internationalen Expeditionskorps in China nahmen 7 Ulanen teil, 1 wurde verwundet. 1904/1906 am Kampf gegen die Herero nahmen 1 Offizier, 2 Unteroffiziere und 19 Ulanen teil. Verluste: 2 Gefallene, 2 Verstorbene. Mit der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg nahm das XIII. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps seine Kriegsgliederung ein, die 27. Kavallerie-Brigade (2. Königlich Württembergische) wurde aufgelöst und das Regiment mit vier Feldeskadronen der 26. (1. württ.) Infanterie-Division als Divisionskavallerie unterstellt. In der kurzen Zeit zwischen Beginn der Mobilmachung am 31. Juli und dem Ausrücken des Regiments am 3. August 1914 konnte das Regiment nicht auf die volle Kriegsstärke (Personal und Pferde) gebracht werden. Die weiter eintreffenden Reservisten und Pferde wurden durch die Ersatzeskadron aber schnell nachgeführt. Die Eskadrons stellten, zum Teil zugweise, Aufklärungs- und Sicherungs-Patrouillen sowie Meldereiter zu allen Truppenteilen der Division, ein Zug befand sich beim Stabsquartier der Division. Die 4. Friedenseskadron blieb als Ersatzeskadron in Ludwigsburg zurück.

Vom 29. Dezember 1914 bis 17. März 1915 war das Regiment – ohne 1. Eskadron (diese blieb bei der 26. (1. Württ.) Infanterie-Division) – beim III. Reserve-Korps eingesetzt zum Schutz an der Weichsel bei Wloclaw und Płock. Während dieser Zeit unterstand die 2. Eskadron des Reserve-Dragoner-Regiments 4 dem Regiment.

Am 7. Juli 1916 wurden die Eskadrons der Etappen-Inspektion 4 in Belgien zum Etappendienst (Grenz- und Bahnschutz) unterstellt, danach kamen sie einzeln und selbständig zu verschiedenen Divisionen.

Regimentsstab: Am 7. Juli 1916 erhielt der Kommandeur des Regiments den Befehl, die „Bildung und Führung eines Landsturm Infanterie Regiments zu übernehmen zwecks Verwendung in vorderster Linie.“ Dieses Regiment erhielt den Namen Landsturm Infanterie Regiment v. Schellerer und bestand aus dem Stab Ulanenregiment Nr. 20, Maschinengewehrzug des Ulanenregiments, Landsturm Infanterie Bataillon Hall, Landsturm Infanterie Bataillon Essen und Landsturm Infanterie Bataillon Potsdam. Am 14. August übergab Oberstleutnant von Schellerer das Regiment an seinen NachfolgerSiehe Württembergisches Landsturm-Infanterie-Regiment Nr. 39. 18. August 1916 bis 12. Mai 1917 der 7. Landwehr-Division unterstellt. Dort war der Kommandeur 25. September bis 6. Oktober 1916 mit der Führung des Landwehr-Infanterie-Regiments 121, 8. Oktober bis 28. Oktober 1916 mit der Führung des Landwehr-Infanterie-Regiments 126 und 29. Oktober bis 17. November 1916 mit der Führung des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 beauftragt. 15. Mai 1917 bis 14. Januar 1918 der 26. Landwehr-Division, dort der 51. Landwehr-Brigade unterstellt („Kommandeur hat sich mit dem ganzen Abschnitt der Division vertraut zu machen und ist von 51. Brigade zu Besichtigungen, Übungen und besonderen Prüfungen heranzuziehen. Stab wird zur Vertretung zurückgezogener Regimentsstäbe der Landwehr Regimenter eingesetzt werden.“Kriegstagebuch des Stabes) Am 15. Januar 1918 wurde der Stab unter gleichzeitiger Verlegung nach Colmar dem Oberkommando der Armee Abteilung „B“ zugeteilt. Der Kommandeur, Major Gleich, wurde „Pferde-Inspizient der Armee Abteilung B“Siehe Armee (Deutsches Kaiserreich), der übrige Stab „Abteilung Pferde beim Armeeoberkommando B“. Am 26. November 1918 wurde, inzwischen in Schwenningen, die Abteilung Pferde des Armeeoberkommando B „aufgehoben“, der Regimentsstab marschierte selbständig zurück und erreichte am 30. November 1918 Ludwigsburg. 1. Feld-Eskadron