Wolfskaute ist ein Ortsteil der Stadt Rauschenberg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographie mini|(Die) Wolfskaute über Schwabendorf mini|Blick auf den Burgholz und den Vogelsberg (halbrechts im Hintergrund); im Vordergrund höher gelegene Teile von Rauschenberg Der Ort liegt in der Rauschenberger Mulde, einer gerodeten Mulde, die fast komplett von Wald eingeschlossen ist und quer zum Wohratal im Osten und dem Tal des Roten Wassers bei Bracht im Westen verläuft. Die auch mit „die Wolfskaute“ bezeichnete Anhöhe, auf der der Weiler liegt, ist mit um 336 m ü. NHN die höchste innere Erhebung der Rauschenberger Mulde; Orographisch ist sie ein Ausläufer des 376 m hohen Alten Rauschenbergs, der höchsten Erhebung des sogenannten Kleinen Burgwalds, der den eigentlichen Burgwald nach Südosten fortsetzt und die Mulde nach Süden begrenzt. Die Scharte der Wolfskaute liegt auf etwa 314 m nah der Abzweigung der Kreisstraße nach Wolfskaute von der Landesstraße Rauschenberg–Schwabendorf.

Aufgrund der exponierten Lage ist das Klima rau, es besteht andererseits Aussicht sowohl zum Hohen Lohr im Kellerwald als auch zum knapp 50 km entfernten Vogelsberg. Die Kernstadt Rauschenberg liegt etwa 2 km südöstlich, Schwabendorf 1 km westlich.

Geschichte Ortsgeschichte Der Ortsname dürfte auf eine Wolfsbehausung/-höhle (s. Kaute) oder Jagdeinrichtung (Wolfskuhle) zurückzuführen sein. Gegründet wurde das Dorf im Jahre 1699 auf das Betreiben des Schwabendorfer Pfarrers Daniel Martin als Tochtersiedlung von Schwabendorf. Damals siedelten dort vier französische hugenottische Glaubensflüchtlinge. Es folgte nur eine deutsche Familie und eine weitere französische Familie aus Schwabendorf. Obwohl auch in der Folgezeit weiterer Zuzug von Hugenotten ausblieb, behielt der Ort den Status einer Kolonie und war in Gemeinde-, Schul- und Kirchenangelegenheiten Schwabendorf angegliedert. Im 19. Jahrhundert entwickelte der Ort sich zur eigenen Gemeinde.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen genehmigte die Landesregierung mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Rauschenberg und der Gemeinden Albshausen, Bracht, Ernsthausen, Josbach, Schwabendorf und Wolfskaute im damaligen Landkreis Marburg zu einer Stadt mit dem Namen Rauschenberg. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Wolfskaute angehört(e):

ab 1699: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Französische Kanzlei der landgräflichen Regierung in Kassel ab 1800: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Rauschenberg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Rauschenberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Rauschenberg ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Rauschenberg ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis KirchhainÜbersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74Trennung von Justiz (Justizamt Rauschenberg) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain ab 1866: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Stadt RauschenbergAm 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Rauschenberg. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Rauschenberg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Rauschenberg

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wolfskaute 30 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 6 Einwohner unter 18 Jahren, 18 zwischen 18 und 49, 6 zwischen 50 und 64 und 6 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 12 Haushalten. Davon waren keine Singlehaushalte, keine Paare ohne Kinder und 6 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In keinen Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 6 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1699: 4 französische Familien • 1737: eine französische, 5 deutsche Familien • 1746: eine französische, 7 deutsche Familien • 1780: eine französische, 9 deutsche Familien • 1812: 38 Häuser, 342 Einwohner • 1838: Familien: 8 nutzungsberechtigte, 4 nutzungsberechtigte nicht Ortsbürger, 3 Beisassen

Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: 83 evangelisch-lutherische, 5 römisch-katholische Einwohner • 1885: 47 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 31 evangelische (= 100 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1838: Familien: 8 Ackerbau, 4 Gewerbe, 3 Tagelöhner • 1961: Erwerbspersonen: 13 Land- und Forstwirtschaft, 6 Produzierendes Gewerbe, 1 Handel und Verkehr, 1 Dienstleistungen und Sonstiges

Politik Für Wolfskaute besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat für den Ortsbezirk Wolfskaute besteht aus fünf Mitgliedern. Die Wahlbeteiligung zur Wahl des Ortsbeirats bei der Kommunalwahl 2021 50,00 %. Alle Kandidaten gehörten der „Freien Bürgerliste“ an. Der Ortsbeirat wählte Erwin Klein zum Ortsvorsteher.

Literatur Sigrid Althaus: Hugenottendörfer um Marburg und Frankenberg. Hitzeroth, Marburg 1989, Reihe Landeskundliche Bildbände Hessen 2, ISBN 3-925944-76-1, Kap. Wolfskaute S. 73–75

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Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

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