Clubtelefon ist der Markenname mehrerer Münzfernsprecher der Deutschen Telekom AG bzw. deren Vorgängerin Deutsche Bundespost Telekom, die nicht im öffentlichen Raum frei zugänglich sind, sondern sich in Gebäuden befinden – vornehmlich in Gaststätten, Cafés, Hotels, Vereinsheimen, Krankenhäusern, Schulen und weiteren Einrichtungen. Sie ähneln den Telefonen, die in Telefonzellen anzutreffen sind, sind aber nur bedingt vor Vandalismus sicher.

Geschichte Als Vorläufer können der „Tisch-Münzfernsprecher 33“ auf www.telefonzelle.de.tl, Stand: 20. September 2009; abgerufen am 25. Januar 2024. und „Teilnehmer-Münzfernsprecher 55b“ auf www.telefonzelle.de.tl, Stand 20. September 2009; abgerufen am 25. Januar 2024. angesehen werden. Das erste Modell „Clubtelefon 1“ kam nach mehrjähriger Erprobung im Feldversuch im Juni 1987 auf den Markt und löste in den meisten Fällen die Kombination Telefon mit Gebührenanzeiger ab. Die Clubtelefone 2 und 3 kamen über die Testphase bei der Bundespost nicht hinaus. 1990 folgte als Ergänzung das „Clubtelefon 4“, das sowohl als Tisch- als auch als Wandapparat genutzt werden konnte. Die beiden Clubtelefone 1 und 4 konnten nicht von D-Mark auf Euro umgestellt werden, somit endete deren Nutzung spätestens Ende 2001. Die Bundespostinterne Bezeichnung für die beiden Clubtelefone lautete TMünzFw88 für das Clubtelefon 1 und TMünzFw77 für das Clubtelefon 4, die Abkürzung TMünzFw steht für Teilnehmer-Münzfernsprecher.

Das „Clubtelefon 5“ erschien 1995 als Analog-Variante, ab 2001 wurde nur noch die ISDN-Version hergestellt. Es konnte auf Euro umgerüstet werden. Dafür waren in den Modellen passende Münzprüfer eingebaut und zusätzliche Beschreibungsaufkleber beigelegt worden. Ebenfalls 2001 wurden die „Clubtelefon 11“ und „41“ herausgebracht, die ebenfalls von DM auf Euro umzustellen waren. 11 und 41 unterscheiden sich nur in Details, Panzerschlauch beim 11 und beim 41 normale Telefonschnur sowie zusätzlich als Tischgerät verwendbar. Der Vertrieb von 11 und 41 durch die Deutsche Telekom wurde 2008 eingestellt, somit war seitdem nur das „Clubtelefon 5“ noch erhältlich.

Technische Übersicht und Preise Aufstellung und Leistungsmerkmale Die Aufstellung erfolgt nicht durch die Telekom, sondern muss vom Betreiber oder Besitzer des Standortes beauftragt werden. Das Clubtelefon kann dafür von der Telekom entweder angemietet oder gekauft werden. Auch für die Pflege ist der Betreiber verantwortlich; weitere Serviceleistungen wie beispielsweise die Wartung werden vom T-Service ausgeführt. Die Telekom behandelt das Clubtelefon wie ein gewöhnliches Telefon und stellt ihrerseits die anfallenden Telefonkosten dem Betreiber in Rechnung. Dafür erhält dieser im Gegenzug die anfallenden Münzgebührentgelte des Clubtelefons, da die Höhe der Gebühren durch ihn bestimmbar sind. Die Zeittaktung war bei den Clubtelefonen 1 und 4 nicht beeinflussbar, sondern es wurde auf den Gebührenimpuls oder Gebührennachweis als vermittlungstechnisches Leistungsmerkmal zurückgegriffen; dieser erfolgt wie bei allen anderen deutschen Münzfernsprechern über ein 16-kHz-Signal. Seit dem Clubtelefon 5 kann zusätzlich der Zeittakt zwischen einer und 360 Sekunden gewählt werden.Bedienungsanleitung Clubtelefon 5, S. 32 Wie bei allen anderen Münzern auch, fallen die eingeworfenen Münzen nach Beginn einer Gebühreneinheit in einen entsprechenden Behälter (umgangssprachlich als „Groschengrab“ bekannt). Daher gibt es kein Wechselgeld für angebrochene Gebühreneinheiten. Nur eingeworfene Münzen für noch nicht begonnene Gebühreneinheiten werden nach Gesprächsende zurückgegeben. Alle Clubtelefone (außer dem Clubtelefon 1) senden den sogenannten Kuckuckston aus, der vor dem Durchstellen von R-Gesprächen warnt. Die Notrufnummern 110 und 112 können münzfrei gewählt werden. Auf Antrag konnte das jedoch beim Clubtelefon 1 gesperrt werden, wodurch ein Notruf nur nach Münzeinwurf möglich war.Bernhard Melcher, 7/1993, S. 317

Beispielhafte Preisgestaltung Kostete 1987 eine normale Einheit 23 Pfennig, so waren an einem Clubtelefon mindestens 30 Pfennig erforderlich. Der monatliche Mietzins für das Clubtelefon betrug im Juli 1990 in der ‚Ausstattung 1‘: 42,41 DM und in der ‚Ausstattung 2‘: 62,42 DM. Zum Vergleich betrugen damals die Mietkosten für ein Standardtelefon mit Wählscheibe 2,39 DM, mit Tastenfeld 3,02 DM; für ein Mietgerät mit Tastenfeld, Tonrufeinrichtung und Wahlwiederholung mussten 3,31 DM monatlich gezahlt werden (Auszüge aus der ersten Preisliste nach der Liberalisierung des Endgerätemarktes).Amtsblatt des Bundesministers für Post und Telekommunikation und der Deutschen Bundespost, Nr. 59 Jahrgang 1990, 29. Juni 1990, Preisliste für die Miete und Instandhaltung von Telekommunikationsendgeräten, die bisher nach öffentlich-rechtlichen Benutzungsbedingungen überlassen wurden

Im April 1992 betrugen die Kosten: Clubtelefon 1: Kaufpreis 3.498 DM (entspräche heute Euro), Miete 62,42 DM/Monat (Mindestmietzeit: 5 Jahre) Clubtelefon 4: Kaufpreis 1.998 DM (entspräche heute Euro), Miete 42,41 DM/Monat (Mindestmietzeit: 5 Jahre)

Im Oktober 2009 kostete das Clubtelefon 5 bei der Telekom 688,79 € (entspräche heute Euro) bzw. Miete 41,38 €/Monat (zuzüglich Mehrwertsteuer).

Beschreibung der Clubtelefone Clubtelefon 1 mini|hochkant|Clubtelefon 1 Das Clubtelefon 1 (auch TMünzFw88 genannt) wurde im Juni 1987 eingeführt. Das Gehäuse ähnelt den öffentlichen Münzfernsprechern zu jener Zeit, jedoch war das von der Landis & Gyr Communications Deutschland GmbH hergestellte Clubtelefon kleiner (Höhe 545 mm × Breite 220 mm × Tiefe 225 mm) und – anstatt der grauen Hammerschlaglackierung der Geräte in Telefonzellen – in den Farben braun-beige gehalten. In das 17 Kilogramm schwere Clubtelefon konnten nur drei verschiedene Münzen in zwei vorhandene Münzschlitze (1-DM-Stücke und 10 mit 50 Pfennig) eingeworfen werden. Das Clubtelefon 1 ließ sich nicht auf Euromünzen umrüsten.telefonzelle.de.tl: Die Münzprüfung erfolgte mechanisch und elektronisch; eine vierstellige Flüssigkristallanzeige zeigte das Guthaben. Die Nachzahlaufforderung erfolgte akustisch 10 Sekunden vor Guthabenende und durch Blinken der Anzeige. Eine Wiederwahl war nach Kurzeinhängen des Hörers (kürzer als 1,5 Sekunden) möglich. Neben dem Impulswahlverfahren sollte optional das Mehrfrequenzwahlverfahren zur Verfügung stehen, was aber nie eingesetzt wurde; der Stecker auf der Platine für die MFV-Erweiterungsplatine wurde nur in den ersten Geräten verbaut, später blieb der Platz unbestückt. Der Tastenwahlblock bestand aus Metall. Ankommende Gespräche waren möglich. Ein integriertes Prüfprogramm mit Anzeige der defekten Baugruppe zeigte einem Servicetechniker eine eventuelle Störung an. Der Speisestrom auf der Anschlussleitung musste mindestens 17 mA betragen; bei Bedarf konnte ein Netzteil nachgerüstet werden, was aber von der Post nie eingeführt wurde. Der wegen der Position des optionalen Netzteils direkt neben dem Hauptprozessor notwendige Magnetfeldschutz wurde später weggelassen. Das Clubtelefon 1 konnte bei einer Temperatur zwischen −30 °C und +55 °C betrieben werden.

Zugelassene Verkehrsmöglichkeiten waren Ortsgespräche, Nah- und Selbstwählferndienst-Gespräche (Inland, „SWFD“), Ansagedienste, SWFD-Gespräche in das europäische Ausland mit den Vorwahlziffern 003, 004 sowie in die Türkei 0090 und Fernsprechauskünfte (Inland/Ausland). Gesperrt waren Telegrammaufnahme, Fernsprechauftragsdienste, FernVSt Hand (Inland), Küstenfunk, FernVSt (Ausland) und SWFD-Gespräche (Ausland).Servicehandbuch: TMünzFw 88 – Clubtelefon 1, S. 3

Clubtelefone 2 und 3 Die Clubtelefone 2Clubtelefon 2 auf wasser.de/telefon Stand: Oktober 2009 und 3 wurden in Feldversuchen von der Deutschen Bundespost Telekom getestet, jedoch nicht eingeführt.fernsprecher.com:

Clubtelefon 4 mini|hochkant|Clubtelefon 4, hier als Wandmodell in einer inhäusigen Telefonkabine, die zur Schalldämmung mit Teppich an den Wänden versehen ist. Das Clubtelefon 4 (auch TMünzFw77 genannt) konnte als Tisch- und Wandapparat verwendet werden und wurde zwischen 1990 und 1995 von Landis & Gyr Communications Deutschland GmbH hergestellt.Clubtelefon 4: Die zweite Generation auf www.kahlhans.de, Stand: Oktober 2009 Die Farbgebung des Kunststoffgehäuses war, wie bereits beim Clubtelefon 1, in braun-beige gehalten. Es verfügte über eine elektronische Münzprüfung für 10- und 50-Pfennig-Stücke sowie für 1-, 2- und 5-DM-Münzen. Die auf der Rückseite des Gehäuses befindliche Geldkassette war nur unzureichend geschützt. Jedoch war ein externer Kassettenanbau aus Stahl, ähnlich dem des Clubtelefon 1, erhältlich. Dann war jedoch nur Wandmontage möglich. Das Clubtelefon 4 konnte im Impulswahlverfahren und Mehrfrequenzwahlverfahren betrieben, aber nicht auf Euro umgerüstet werden.Clubtelefon 4: TMünzFw77 auf www.telefonzelle.de.tl Stand: 20. September 2009. Notrufnummern waren münzfrei wählbar.

Clubtelefon 5 mini|hochkant|Clubtelefon 5 Das Clubtelefon 5 wurde erstmals im Juli 1995 von FMN communications hergestellt. Die analoge Variante wurde bis 2001 produziert, danach nur noch die ISDN-Version. Das Clubtelefon 5 konnte von DM auf Euro umgerüstet werden und ist immer noch aktuell und in einer weiteren Variante als öffentliches Telefon verfügbar. Zwischen 2004 und Ende 2008 gab es das „Club 5“ auch mit eingebautem WLAN-Hotspot.

Die Farbgebung des „Club 5“ war zuerst in Hellgrau-Dunkelgrau gehalten und wurde später auf Hellgrau mit einem magentafarbenen „Design-Bügel“ geändert.

Es konnten Pfennig- und DM-Münzen zwischen 10 Pfennig und 5 DM verarbeitet werden. Seit der Umstellung auf Euro werden alle Münzen zwischen 5 Cent und 2 Euro angenommen. Das „Club 5“ verfügt wie seine Vorgänger über eine elektronische Münzprüfung, das Fassungsvermögen des Münzbehälters beträgt rund 400 10-Pf- bzw. Cent-Münzen. Das Wandgerät besteht aus einem Aluminiumdruckguss-Gehäuse, dessen Oberfläche mit einer Kunststoffpulverbeschichtung geschützt ist, sowie einer Metalltastatur. Der Hörer ist aus Kunststoff gefertigt, die Hörerschnur mit einem Panzerschlauch versehen. Die Abmessungen betragen in der Höhe 390 mm, in der Breite 240 mm und 143 mm in der Tiefe. Das Gewicht beträgt ungefähr 8 kg. Die Energieversorgung erfolgt bei der Standardausführung über das Telefonnetz. Als Wahlverfahren stehen das Impulswahlverfahren und das Tonwahlverfahren (MFV) zur Verfügung. Die Steuerung der Kassierung erfolgt durch den 16-kHz-Zählimpuls bzw. durch Eigentarifierung.Renk Wilckens: „Das Clubtelefon 5, ein Münztelefon für den privaten Bereich“, 51. Jahrgang, 5/1998, S. 224–229Clubtelefon 5 auf www.telefonzelle.de.tl, Stand: 20. September 2009

Der Hersteller FMN bot dieses Münztelefon auch in eigenen Versionen (ohne Telekomdesign) als FMN S500 €URO (analog) auf citde.net Stand: Dezember 2009; abgerufen am 25. Januar 2024. FMN S550 €URO (ISDN) auf citde.net, Stand: Dezember 2009; abgerufen am 25. Januar 2024. und als FMN S700 €URO (Geldkartentelefon) auf www.citde.net, Stand: Dezember 2009; abgerufen am 25. Januar 2024. an. Der Schlitz für die Geldkarte befindet sich bei diesem Fernsprecher an Stelle des Münzrückgabefachs. Weitere Versionen mit IP-Anschlüssen oder auf GSM-Basis wurden auf Basis des FMN S5000 erprobt, jedoch nicht am Markt eingeführt. Die Geräte von FMN waren fernwartbar (nicht die ISDN-Varianten S550 und S5500), die der Telekom jedoch nicht.

Clubtelefon 5 Ötel hochkant|mini|links|Clubtelefon 5 als öffentliches Telefon auf dem Frankfurter Messegelände