mini|Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der 14. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 2. Juni 2014 im bcc Berlin
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) berät die deutsche Bundesregierung in Fragen der Nachhaltigkeit und soll mit Beiträgen und Projekten die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie fortentwickeln und umsetzen helfen. Eine weitere Aufgabe des RNE ist es, innerhalb der Bevölkerung und den Beteiligten deutscher Nachhaltigkeitspolitik die Vorstellung von nachhaltiger Entwicklung und die Debatte darüber zu stärken, Nachhaltigkeit also zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. Dem Rat gehören 15 Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Umweltschutz, Landwirtschaft, Sozialpolitik, Wissenschaft und Entwicklungszusammenarbeit sowie Vertreter von Gewerkschaften und Kirchen an, die der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin für eine Mandatszeit von drei Jahren ernennt. Erstmals berufen wurde der Rat im April 2001 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Seine Geschäftsstelle ist in Berlin bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) angesiedelt.
Geschichte Im Rahmen der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro (1992) beschlossen damals 178 Staaten die Agenda 21, ein Aktionsprogramm für eine nachhaltige Entwicklung für das 21. Jahrhundert. Als Reaktion auf nationaler Ebene rief die damalige Bundesregierung den RNE ins Leben und ernannte im Februar 2001 dessen erste Mitglieder. Am 4. April 2001 wurde unter Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin der Rat offiziell eingesetzt,Manager-Magazin.de vom 12. Dezember 2001: Die Ereignisse im April, abgefragt am 2. Juni 2011. um die Regierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zu beraten. Diese veröffentlichte die Bundesregierung ein Jahr später.
Nach einer Auftaktveranstaltung am 28. September 2001 werden regelmäßig Jahreskonferenzen abgehalten., abgefragt am 12. Mai 2013. Besuchten 2002 noch rund 600 Teilnehmer die Veranstaltung, hat sich die Anzahl mittlerweile weitaus mehr als verdoppelt.
Aufgaben Der Rat entwickelt Beiträge zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, richtet Empfehlungen an die Bundesregierung und benennt konkrete Handlungsfelder und Projekte dazu.Handlungsfelder des Rates für Nachhaltige Entwicklung im Lexikon der Nachhaltigkeit Er äußert sich in Stellungnahmen zu aktuellen Themen, gibt wissenschaftliche Studien in Auftrag und trägt dazu bei, Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. Der Rat ist in seiner Tätigkeit unabhängig und gibt sich selbst ein Arbeitsprogramm für die aktuelle Mandatsperiode. Diesem folgen weiter konkrete Arbeitsschritte.
Zu den Instrumenten des RNE gehören: der politische Dialog (z. B. Empfehlungen für den Chef des Bundeskanzleramtes) die politische Öffentlichkeit (z. B. Veranstaltung der Jahreskonferenz als politischer Nachhaltigkeitsgipfel) Publikationen (z. B. aktuelle Pressemitteilungen)
Diskussionsbeiträge hat er mit der Studie „Nachhaltig aus der Krise. Analyse möglicher Beiträge einer ökologischen Finanzreform“ und der „Empfehlung Konsum und Nachhaltigkeit. Wie Nachhaltigkeit in der Konsumgesellschaft käuflich und (er)lebbar wird“ geleistet. 2009 organisierte der Rat die Arbeiten zu einer kritischen Analyse der deutschen Nachhaltigkeitspolitik, einem internationalen Peer-Review im Auftrag der Bundeskanzlerin. Daraus entstand das Gutachten „Sustainability - Made in Germany. We know you can do it“. Ein neues Peer-Review-Verfahren der Nachhaltigkeitsstrategie startete zu Beginn des Jahres 2013. Der Rat hat den „Deutschen Nachhaltigkeitskodex“ öffentlich diskutiert und in einer Praxisphase gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen und Kapitalmarkt getestet und weiterentwickelt. Der neue Transparenzstandard beschreibt in zwanzig Kriterien die Kernanforderungen nachhaltigen Wirtschaftens und macht diese mit einer Auswahl quantifizierter Indikatoren vergleichbar. Die jüngsten politischen Empfehlungen des Rates fordern Verbindlichkeit für Energieeffizienz, eine Stabilisierung der Finanzmärkte, eine am Leitbild der Nachhaltigkeit orientierte Agrarwende und den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft für strategische Rohstoffe sowie eine Stellungnahme zur Flächeninanspruchnahme. Im März 2011 erprobte der Rat mit „Dialoge_Zukunft_Vision2050“ ein neues Format für gesellschaftlichen Dialog über langfristige Politik.
mini|150px|Nachhaltige Stadt Seit dem Jahr 2010 begleitet er die Initiative Dialog „Nachhaltige Stadt“, zu dem sich über 20 Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister aus deutschen Städten zusammengefunden haben. Die kommunalen Vertreter setzen sich in besonderem Maße für eine nachhaltige Entwicklung in ihren Städten ein, tauschen Erfahrungen aus und treffen sich regelmäßig, um nachhaltige Stadtentwicklung als politisches Anliegen auch auf Bundesebene zu stärken.
Das ebenfalls vom Rat entwickelte Qualitätslabel „Werkstatt N“ zeichnet seit dem Jahr 2010 jährlich rund 100 Projekte aus. Seit 2017 werden diese unter der Bezeichnung „Projekt Nachhaltigkeit“ gewürdigt. Die außerordentlichen und in ihrem Engagement besonders nachhaltigen Projekte dürfen für ein Jahr das Label tragen und werden zusätzlich auf einer Website präsentiert.https://www.nachhaltigkeitsrat.de/projekte/projekt-nachhaltigkeit/?cn-reloaded=1 abgerufen am 4. April 2023 Der Nachhaltigkeitsrat vergibt den Titel „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit“ und lädt zu wissenschaftlichen Carl-von-Carlowitz-Vorlesungen ein. Im Februar 2013 veranstaltete er eine Jugendkonferenz unter dem Motto „Contemporary Carlowitz“. Im Rahmen der dreitägigen Zusammenkunft 50 Jugendlicher und junger Erwachsener unterschiedlichster Biographien und Interessen, formulierten diese ein Impulspapier mit Forderungen an die Bundesregierung für eine nachhaltige Entwicklung.
Zu den Publikationen des Rates zählen Stellungnahmen, Empfehlungen und Studien zu Nachhaltigkeitsthemen sowie ein monatlich erscheinender Newsletter.
Öffentlichkeitswirksame Projekte des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) 2003 – heute: Der Nachhaltige Warenkorb – Broschüre und online-Angebot 2008 – heute: Der RNE unterstützt als Partner den Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) 2011 – heute: Der RNE ruft jährlich im September zu den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit (DAN) auf. 2016 – heute: Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) – Die RENN sind eine regional organisierte Informations- und Aktions-Plattform für nachhaltige Entwicklung. 2017–2021: Fonds Nachhaltigkeitskultur – Der Fonds Nachhaltigkeitskultur förderte Projekte gemeinnütziger Akteure zur Nachhaltigkeitskultur. 2021 – heute: Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit - eine Initiative von Bund und Ländern, koordiniert vom RNE. mini|150px|Projekt Nachhaltigkeit 2018 – heute: Projekt Nachhaltigkeit (vormals Werkstatt N) – Der Wettbewerb zeichnet herausragende Initiativen und Projekte des Wandels in Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kommunen aus, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Die Auszeichnung wird von den vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategie (RENN) in Kooperation mit dem RNE verliehen.
Werkstatt N-Projekte / Projekt Nachhaltigkeit (in Wikipedia)