Der Škoda Octavia I ist ein Personenkraftwagen des tschechischen Automobilherstellers Škoda, der von Spätsommer 1996 bis Ende 2010 hergestellt wurde. Das Kraftfahrt-Bundesamt ordnet den Octavia in die Kompaktklasse ein, die Fachpresse hingegen zum Teil in die Mittelklasse.
Der Octavia ist Škodas erstes Auto dieser Klasse nach der 1991 erfolgten Übernahme durch die Volkswagen AG und basiert wie der VW Golf IV und andere Konzernmodelle auf der Plattform PQ34. Ein Ziel der Entwickler war es, bei einem Aufprall bis 15 km/h die Beschädigung von Hauptteilen (etwa Motorhaube, Heckklappe) zu vermeiden.SSP 15 – Skoda Octavia – Informationen zur Technik, Stand 1996.
Geschichte mini|links|Heckansicht Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (2001)Crash-Test Škoda Octavia I (2001) 105px|4 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest
Bereits Anfang der 1990er-Jahre zeichnete Giorgetto Giugiaro ein Design für den Octavia. Bei der Vorstellung des Modells empfand der damalige tschechische Ministerpräsident Václav Klaus – der tschechische Staat war noch Mitgesellschafter bei Škoda – das Auto als „zu italienisch“. Ferdinand Piëch, der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns als Hauptgesellschafter, folgte dieser Sichtweise, so dass ein neues Außendesign entworfen wurde.
Das neue Design mit der strafferen, eher kantigen Form und dem größeren Kühlergrill verantwortete der neue Chefdesigner von Škoda, Dirk van Braeckel. Ziel war ein klares Profil für den Neustart von Škoda, anstelle einer weichen, zeitgemäßen Form. Da die Werkzeuge für die Karosserie jedoch bereits produziert waren, wurde das Design Giugiaros die Basis des Seat Toledo II. Allerdings wurde die Front für Seat neu gezeichnet.Auto. Biographie, Ferdinand Piëch, Hoffmann und Campe Verlag, 2002.Alltagstauglich, Thomas Edelmann, Design Report 06/2005 Im Unterschied zum Seat Toledo II, der sich mit einer kleinen Heckklappe zufriedengeben musste, erhielt der Octavia eine praktische große Heckklappe, die oben am Dach angeschlagen war.
Der Octavia wurde ab März 1997 zunächst als Limousine in den drei Ausstattungsvarianten LX, GLX und SLX angeboten. Ende 1999 folgte das Sondermodell „Laurin & Klement“, welches mit seiner gehobenen Ausstattung einen besonderen Stellenwert einnahm. Dazu zählten Klarglasscheinwerfer mit Reinigungsanlage, 16 Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrisches Schiebe-/Hubglasdach, beige Volllederausstattung mit Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, Interieurleisten in Wurzelholzimitat, Lederlenkrad, Tempomat, Klimaautomatik „CLIMATRONIC“ und „SYMPHONIE“-Soundsystem. Dieses Sondermodell war ausschließlich in Verbindung mit den beiden Top-Motorisierungen (1.9 TDI mit 81 kW/110 PS und 1.8T 20V mit 110 kW/150 PS) erhältlich.
Noch vor der Überarbeitung im Herbst 2000 wurde zwischenzeitlich ein modifiziertes Armaturenbrett in der gehobenen SLX-Serienausstattung sowie im Modell „Laurin & Klement“ eingebaut. Auch Allradmodelle wurden angeboten.
1999 stellte Škoda für die tschechische Regierung um acht Zentimeter verlängerte Limousinen mit exklusiver Ausstattung her, welche auf dem Octavia 1.8T 20V mit der „Laurin & Klement“-Ausstattung basierten. Insgesamt wurden davon 200 Fahrzeuge gebaut.
Modellpflege Im September 2000 wurde der Octavia für das Modelljahr 2001 einem Facelift unterzogen, bei dem das Armaturenbrett überarbeitet und ab der Ambiente-/GLX-Ausstattung sowie bei Sondermodellen zum Standard wurde. Des Weiteren erhielt der Octavia I serienmäßig Klarglasscheinwerfer, komplett lackierte Stoßfänger, ein überarbeitetes Tachometer-Design sowie eine Wartungsintervallverlängerung. Dazu kamen konstruktive Veränderungen, wie etwa eine Dachversteifung zwischen den veränderten B-Säulen, Eckversteifungen im Motorraum, eine optimierte Wegfahrsperre, die neuerdings vorgeschriebene OBD-Schnittstelle und ein weiterer CAN-Bus für die Komfortfunktionen. Außerdem wurden optional Xenon-Scheinwerfer, Regensensor, TMC-Navigationsgeräte, Heckwischer für Limousinen, elektrisch verstellbare Vordersitze und ESP angeboten.
Die Ausstattungsvarianten LX, GLX und SLX wurden in Classic, Ambiente und Elegance umbenannt, was später auch für den Octavia II und weitere Modelle übernommen. Mit dem Octavia RS (in Großbritannien und Irland vRS) kam eine Sportvariante in das Programm, die über eine Leistung von 132 kW (180 PS) verfügte. Des Weiteren kamen Sondermodelle wie Style, Business, Family, Collection, Rider, Drive, Celebration, RS-WRC, Limited Edition GT und Sport heraus.
Zusammen mit der Sonderedition Celebration, die im Juni 2001 zur Feier des dreimillionsten Autos seit der VW-Übernahme herausgegeben wurde, wurde auch der Octavia Taxi eingeführt. Dadurch wurde Škoda zum ersten Importeur in Deutschland, der einen werkseitigen Taxiausbau anbot. Dieser Ausbau kostete 2347 Mark (1200 Euro) mehr als das Standardmodell.
In Österreich gab es eine Lieferwagenversion des Octavias namens Praktik. Im Herbst 2008 wurden Designdetails nochmals verändert, etwa ein geändertes Außenspiegel-Design und ein geändertes Lenkrad, welches vom Nachfolger übernommen wurde, sowie der Wegfall des Heckklappenschlosses.
Die beiden Karosserievarianten Limousine und Kombi wurden noch bis Ende 2010 als Sondermodell Tour (in Österreich Drive) parallel zum Octavia II angeboten.
Wegen der geänderten gesetzlichen Lage in der EU, die ab dem 1. Januar 2011 nur Neufahrzeugen mit Euro 5 eine Zulassung gewährt, musste die Fertigung des ersten Octavia mit Ende des Modelljahres 2010 für Europa eingestellt werden. Als Nachfolger für Europa gilt der im Februar 2004 eingeführte Škoda Octavia II. www.skoda-auto.cz: Škoda Octavia Tour
Modellgeschichte 09.1996: Vorstellung der Octavia auf Basis des zukünftigen VW Golf IV 03.1997: Marktstart der Octavia Limousine mit 1,6- (55 und 74 kW) und 1,8-20V-Benziner (92 kW) sowie 1,9-Liter-SDI (50 kW) und 1,9-Liter-TDI (66 kW) 08.1997: 1,9-Liter-TDI auch mit 81 kW 06.1998: Einführung des Octavia Combi. Neuer 1,8-20V-Turbobenziner (110 kW) 05.1999: 1,8-20V-Benziner (92 kW) ersetzt durch 2,0 (85 kW) 11.1999: Combi mit 1,9-Liter-TDI (66 kW) auch mit Allradantrieb, ABS und Seitenairbags Serie, Sondermodell Laurin & Klement (Ledersitze, Klarglasscheinwerfer aus Glas, Alufelgen u. v. m.) 09.2000: Modellpflege und neue Motoren: 1,4- (55 kW) statt 1,6 (55 kW), 1,6- (75 kW) statt 74 kW und 2,0-4x4-Benziner (Allrad, 85 kW) und 1,9-Liter-4x4-TDI (74 kW) 09.2001: Allrad-Combi zusätzlich mit 1,8-Liter-20V-Turbo, Limousine mit Allrad. Sportmodell RS (132 kW) 08.2002: RS jetzt auch als Combi erhältlich 09.2002: 1,9-Liter-TDI auch mit 96 kW 02.2004: Neuer Octavia kommt auf den Markt. Das alte Modell wird mit eingeschränkter Motorenpalette in Deutschland unter dem Namen Tour (in Österreich Drive) weiterverkauft. 10.2005: Octavia Tour 1,9-Liter-TDI jetzt Pumpe-Düse mit 74 kW statt Verteilereinspritzpumpe mit 66 kW 12.2010: Die Produktion des nun 14 Jahre alten Modells Octavia Tour wird eingestellt.
Außenlackierungen Die zuletzt erhältlichen Lackierungen für das Sondermodell Tour bzw. Drive waren anthrazitgrauMetallic BlackmagicPerleffekt Candy-Weiß Cappuccino-BeigeMetallic Corrida-Rot Diamant-SilberMetallic Dynamic-Blau Highland-GreenMetallic Satin-GrauMetallic Storm-BlauMetallic
Technische Daten Ottomotoren 1.4Nicht auf dem deutschen Markt1.4 1.61.81.8 T1.8 T RS 2.0 Bauzeitraum02/1999–03/200109/2000–06/201009/1996–05/200102/1997–08/200009/2000–06/201009/1996–05/199906/1998–06/201008/2000–01/200605/1999–03/200209/2000–09/200403/2002–09/2004 Motorkenndaten MotorkennbuchstabenAMDAXP, BCAAEEAEH, AKLAVU, BFQAGNAGU, ARZ, ARX, AUMAUQAPK, AQYAZHAZJ Motortyp R4-Ottomotor Anzahl Ventile pro Zylinder24 2 5 2 VentilsteuerungOHV, KetteDOHC, Zahnriemen OHC, Zahnriemen DOHC, Zahnriemen OHC, Zahnriemen Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung Motoraufladung – Turbolader, Ladeluftkühler – Kühlung Wasserkühlung Bohrung × Hub75,5 mm × 78,0 mm76,5 mm × 75,6 mm76,5 mm × 86,9 mm 81,0 mm × 77,4 mm 81,0 mm × 86,4 mm 82,5 mm × 92,8 mm Hubraum1397 cm³1390 cm³1598 cm³ 1595 cm³ 1781 cm³ 1984 cm³ Verdichtungsverhältnis10,0:110,5:19,8:110,3:110,5:110,3:1 9,5:1 10,5:1 max. Leistungbei 1/min44 kW(60 PS)/450055 kW(75 PS)/500055 kW(75 PS)/460074 kW(100 PS)/560075 kW(102 PS)/560092 kW(125 PS)/6000110 kW(150 PS)/5700132 kW(180 PS)/550085 kW(115 PS)/5200 85 kW(115 PS)/5400 max. Drehmomentbei 1/min120 Nm/2500126 Nm/3300135 Nm/3200145 Nm/3800148 Nm/3800170 Nm/4200210 Nm/1750–4600235 Nm/1950–5000 170 Nm/2400172 Nm/3200 Kraftübertragung Antrieb, serienmäßig VorderradantriebAllrad-antriebVorderrad-antrieb Antrieb, optional –Allrad-antrieb – Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe Getriebe, optional – 4-Stufen-Automatikgetriebe –4-Stufen-Automatik-getriebe –4-Stufen-Automatik-getriebe Messwerte (Limousine)Werte in runden Klammern „( )“ für Automatikgetriebe und in eckigen Klammern „[ ]“ für Allradantrieb Höchstgeschwindigkeit155 km/h171 km/h172 km/h187 km/h(184 km/h)190 km/h(187 km/h)199 km/h(196 km/h)219 km/h(215 km/h)[211 km/h]235 km/h198 km/h(195 km/h) –199 km/h(197 km/h) Beschleunigung, 0–100 km/h18,9 s15,3 s14,8 s12,2 s(15,1 s)11,8 s(14,1 s)10,5 s(12,6 s)8,4 s(9,9 s)7,9 s10,8 s(12,6 s) –11,0 s(12,3 s) Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)7,5 l S6,7 l S7,6 l S7,7 l S(8,5 l S)7,1 l S(8,1 l S)8,4 l S(9,2 l S)8,0 l S(9,1 l S)[8,8 l S]8,0 l SP8,0 l S(9,1 l S) –8,0 l S(9,1 l S) CO2-Emission (kombiniert)180 g/km161 g/km182 g/km185 g/km(204 g/km)170 g/km(194 g/km)202 g/km(221 g/km)190 g/km(216 g/km)[211 g/km]192 g/km192 g/km(218 g/km) –192 g/km(218 g/km) Messwerte (Combi) Höchstgeschwindigkeit –171 km/h 172 km/h185 km/h(181 km/h)190 km/h(187 km/h)200 km/h(195 km/h)216 km/h(212 km/h)[211 km/h]231 km/h194 km/h(190 km/h)[198 km/h]198 km/h(195 km/h) Beschleunigung, 0–100 km/h –15,5 s 15,0 s12,4 s(15,3 s)11,9 s(14,3 s)10,4 s(12,7 s)9,4 s(10,5 s)[9,3 s]8,0 s11,3 s(13,2 s)[11,8 s]10,9 s(12,6 s) Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) –6,7 l S 7,6 l S7,9 l S(8,5 l S)7,1 l S(8,1 l S)8,5 l S(9,3 l S)8,1 l S(9,2 l S)[8,8 l S]8,0 l SP8,0 l S(9,1 l S)[8,8 l S]8,0 l S(9,1 l S) CO2-Emission (kombiniert) –161 g/km 182 g/km190 g/km(204 g/km)170 g/km(194 g/km)204 g/km(223 g/km)194 g/km(221 g/km)[213 g/km]192 g/km192 g/km(218 g/km)[213 g/km]192 g/km(218 g/km)
Die Verfügbarkeit der Motoren war von Modell, Ausstattung und Markt abhängig.
Dieselmotoren