gerahmt|Karte von Guinea mit eingezeichnetem Mont Nimba { "type": "ExternalData", "service": "geoshape", "ids": "Q924276", "properties":

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Das Totalreservat Berg Nimba (franz. Réserve naturelle intégrale du Mont Nimba oder La Réserve Naturelle Intégrale des Monts Nimba; engl. Mount Nimba Strict Nature Reserve) liegt im Dreiländereck von Guinea, Liberia und der Elfenbeinküste in den Nimbabergen um den Mont Richard-Molard und ist etwa 17.740 ha groß. Die Vegetation besteht neben primärem Regenwald aus hochgelegenen Grasflächen und Savannen. Außer dem bedrohten Zwergflusspferd kommen hier auch viele Affenarten, Büffel und Ducker vor. Es soll auch noch einige Elefantenherden geben. 1981 wurde es zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt, obwohl es keine festgelegten Grenzen hat und nicht den Status eines Nationalparks besitzt. Seit 1992 steht es auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes.

Erhaltungswert Dieses von dichtem hochgelegenen guineischen Wald bewachsene Gebiet ist Teil eines der reichhaltigsten und am stärksten gefährdeten Ökosysteme der Welt. Der Berg ist von einer großen topographischen Mannigfaltigkeit und von geologischem und biologischem Interesse mit seiner Vielfältigkeit an Habitaten infolge des Zusammenspiels von Wald und Grasland, den Unterschieden der Substrate, der Höhe, dem Mikroklima und den daraus folgenden Vegetationstypen. Er besitzt eine besonders reichhaltige Flora und Fauna mit endemischen Spezies und ist bekannt als Centre of Plant Diversity.IUCN/WWF: Centres of Plant Diversity: a Guide and Strategy for their Conservation. IUCN-WWF Plants Conservation Programme/IUCN Threatened Plants Unit, 1988. Der Park liegt innerhalb eines von der CI ausgewiesenen Conservation Hotspots, einer Endemic Bird Area und ist eine der 200 Frischwasser-Ökoregionen des WWF weltweit.

Geschichte Naturschutzgebiet 1943 wurde in Elfenbeinküste ein Naturschutzgebiet als forêt classée eingerichtet, ein Jahr später folgte die Gründung des Réserve Naturelle Intégrale in Guinea mit einer Größe von 17.130 ha, die den ivorischen Teil mit einbezog. Bergbau war in diesem Naturschutzgebiet erlaubt. 1955 wurde es um 2160 ha erweitert. Den Status eines Biosphärenreservats, in dem auch der ivorische und liberianische Teil des Mont Nimba enthalten waren, erhielt es 1980. 1981 wurde der guineische Sektor auf die Liste des UNESCO-Welterbes gesetzt, im darauffolgenden Jahr vergrößerte sich das geschützte Gebiet mit dem ivorischen Sektor auf 19.290 ha. 1992 wurde es aufgrund des geplanten Eisenerz-Abbaus und einer Flüchtlingsinvasion auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. 1993 wurde die Größe des Naturschutzgebiets auf 17.749 ha verringert, um 1550 ha Eisenerzablagerungen, die 1981 durch einen Fehler mit einbezogen worden waren, auszuschließen. Zurzeit ist das Naturschutzgebiet in Guinea 12.540 ha groß, während das Naturschutzgebiet in Elfenbeinküste 5200 ha umfasst. Zum 21.780 ha großen Kern des umgebenden Biosphärenreservats wurden der Wald von Déré mit 8920 ha und die Bossou-Hügel mit 320 ha hinzugefügt. Außerdem existieren sehr große Puffer- und Übergangszonen.

Verwaltung Zur Verwaltung des Gebiets wurde 1995 das Centre de Gestion de l'Environnement des Monts Nimba (CEGEN) gegründet, das die direkte Verwaltung durch das Ministry of Energy and the Environment ersetzte. 2001 bzw. 2002 fanden zwei Treffen der drei Länder statt, um die Kooperation über die Landesgrenzen hinweg zu verbessern. Die Parkverwaltung dehnte sich 2005 bis auf das Simandou-Massiv aus, wurde in CEGENS umbenannt und zog vom in der Nähe gelegenen Lola in die Hauptstadt, Conakry. Der ivorische Teil wird durch die Direction des Parcs Nationaux et Réserves Analogues unter dem Ministry of Waters and Forests verwaltet.

Geographie und Geologie Das Naturschutzgebiet liegt 20 km von Lola in Guinea entfernt bei 7°32'N bis 7°44'N und 8°20'W bis 8°30'W auf einer Meereshöhe von 450 bis 1752 m. Die höchste Erhebung ist der Mont Richard-Molard, der zur Mont-Nimba-Bergkette gehört. Diese ist ein 40 km langer Bergkamm, der von Südwesten nach Nordwesten führt. Die nördlichen 3/5 derselben befinden sich in Guinea und der Elfenbeinküste, während der Rest in Liberia liegt. Sie ist Teil eines Liberia begrenzenden Gebirgsgrats aus Präkambrium-Fundamentgestein, überwiegend Granit. Ihr grasbewachsener Gipfel ragt abrupt 1000 m über einem beinahe flachen umgebenden Glacis auf. Die Bergkette ist ein anschauliches Beispiel für Erosionsprozesse. Das scharfe Relief der Berge mit ihren grasbedeckten Gipfeln, abschüssigen Hängen und dem flachen, offenen Fuß der Berge wird durch einen Bergkamm aus Eisenquarzit gebildet, der hinter weicheren metamorphen Gesteinen zum Vorschein kommt. Verwitterung ließ auch eine weite Fläche aus hartem Eisenquarzit zurück, die aus erodiertem Schiefer am Fuß der Berge und Granit bzw. Gneis herausragt. Diese Kruste über dem ganzen Glacis der westlichen und nördlichen Teile des Fußes der Berge ergibt sehr karge Böden, normalerweise Lithosol (Skelettboden), wenn überhaupt vorhanden. Aus diesen Bodenbedingungen erklären sich die baumlosen, grasbewachsenen Gipfel genauso wie die Savannenzone bei 500 bis 550 m um die Berge herum oberhalb der Höhe, auf der dichter Wald wächst.M. Lamotte: The undermining of Mount Nimba. In: Ambio. 12, 1983, S. 174–179. Die Nimbaberge weisen eine große topographische Mannigfaltigkeit mit Tälern, Hochebenen, abgerundeten Bergspitzen, felsigen Gipfeln, jähen Klippen, Wasserfällen und bloßen Granitblöcken auf. Die gesamte Gegend ist ein riesiges Wassereinzugsgebiet und Reservoir. In den Bergen entspringen 32 Nebenflüsse des Cavally (oder Diougou) und des Ya (auch Nuon oder Mami-Fluss in Liberia), welche tiefe, reich bewaldete Täler schnitten. Die liberianischen, südlichen zwei Fünftel des Berges sind ungeschützt und ihre Vorkommen an Bauxit und Eisenerz werden in großem Maße ausgebeutet. Unglücklicherweise für seine Erhaltung enthält das Quarzit, das unter der Bergkette liegt, besonders unter den nördlichsten Gipfeln des Pierré Rechaud und des Mont Sempéré, geschätzt 600 Millionen Tonnen hochqualitatives 66 % Eisenerz tragendes Gestein. Drei Quellgebiete des Diougou, der Zougue, der Zie und der Gouan, entstehen in dem Gebiet, in dem Erz gefördert werden kann.

Klima Mont Nimba hat ein subäquatoriales Montanklima (montan bedeutet von Hochland unter der subalpinen Zone), das verschiedenen Einflüssen unterworfen ist. Das südliche Ende der Bergkette erlebt den südwestlichen Monsun vom Ozean her und das Nordende trockene nordwestliche Harmattan-Winde aus der Wüste. Zu saisonalen Veränderungen kommt, dass sich das Klima mit der Höhe und entlang der Länge des Gebiets verändert, auch Regenschatten, auffallende Temperaturvariationen den Tag über und eine anhaltende tägliche Wolkendecke oberhalb von etwa 950 m tragen dazu bei. Das Folgende baut auf Daten vom liberianischen Sektor.M. Coe: Mammalian ecological studies on Mount Nimba, Liberia. In: Mammalia. 39, 1975, S. 523–587. Die durchschnittlichen aufgezeichneten Minimal- und Maximaltemperaturen sind 14 °C und 30 °C bzw. 17 °C und 23 °C auf den Gipfeln. Der mittlere Jahresniederschlag beträgt etwa 3000 mm, variiert aber mit der Höhe von ca. 1750 mm am Fuß der Berge (1430 mm am nördlichen Ende) bis zu etwa 3300 mm auf den Gipfeln und es ist auch zu beachten, dass der Niederschlag an dem Meer zugewandten Hängen größer ist als an den nach Norden gewandten Hängen im Regenschatten. Die niederschlagreichsten Monate sind normalerweise April bis November (Mai bis November auf den Gipfeln). Es besteht eine ausgesprochene Schwankung, aber gewöhnlich ist der Niederschlag von August bis Oktober am stärksten. Januar ist der trockenste Monat mit einem durchschnittlichen Niederschlag von 20 mm. Die relative Feuchtigkeit beträgt morgens 94 % bis 99 %, nachmittags sinkt sie auf 70–80 %. Ein mittleres Minimum von 18 % ist für Januar und Februar verzeichnet, wenn trockene, oft stark mit Staub beladene Winde aus der Wüste blasen. Während eines Großteils des Jahres, außer in der trockenen Zeit, entwickelt sich täglich eine dichte Wolkendecke oberhalb von 850 m und bedeckt den halben Berg.P. Colston, K. Curry-Lindahl: The Birds of Mount Nimba, Liberia. (= Publication No. 982). British Museum (Natural History), London 1986. Detaillierte Angaben zum Klima werden von SchnellR. Schnell: Vegétation et flore de la région montagneuse du Nimba. In: Mémoires de l’Institut Français d’Afrique Noire. 22, 1952, S. 1–604. und AdamJ. Adam: Flore descriptive des Monts Nimba. Vols. 1–6. Mémoires du Muséum d’Histoire Naturelle. 1971–1983, B. 20, S. 1–527, 22, S. 529–908. gegeben.

Vegetation