Der Kreis Eisenhüttenstadt-Land war ein Landkreis im Bezirk Frankfurt (Oder) der DDR. Von 1990 bis 1993 bestand er als Landkreis Eisenhüttenstadt im Land Brandenburg fort. Von 1952 bis 1961 hieß er Kreis Fürstenberg (Oder). Sein Gebiet liegt heute im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich bis 1961 in der Stadt Fürstenberg (Oder), anschließend in Eisenhüttenstadt.

Geographie

Lage Der Kreis Eisenhüttenstadt-Land lag an der Oder und an der Lausitzer Neiße, die auch die Staatsgrenze zwischen der DDR und Polen bildeten.

Größte Orte Die größten Orte des Kreises waren die Stadt Müllrose sowie die Gemeinden Brieskow-Finkenheerd, Groß Lindow, Neuzelle, Ratzdorf, Wiesenau und Ziltendorf.

Nachbarkreise Der Kreis Eisenhüttenstadt-Land grenzte gegen den Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Stadtkreis Frankfurt/Oder und an die Kreise Fürstenwalde, Beeskow und Guben. Im Osten grenzte der Kreis mit Ausnahme des Stadtkreises Eisenhüttenstadt an Polen.

Geschichte Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder ihre Bedeutung verloren und durch Bezirke ersetzt wurden. Aus einem Teil des Landkreises Frankfurt (Oder) wurde der Kreis Fürstenberg (Oder) gebildet, der dem neugebildeten Bezirk Frankfurt (Oder) zugeordnet wurde. Der Kreissitz war in der Stadt Fürstenberg (Oder). Am 1. Februar 1953 wurde die Wohnstadt des Eisenhüttenkombinats Ost (ab 7. Mai 1953 Stalinstadt) aus dem Kreis Fürstenberg ausgegliedert und kreisfrei. Am 12. Dezember 1961 wurde im Gesetzblatt der DDR verkündet:

„Durch Beschluß des Bezirkstages Frankfurt (Oder) vom 13. November 1961 wurden die Städte Stalinstadt und Fürstenberg (Oder) zum Stadtkreis Eisenhüttenstadt vereinigt und die amtliche Bezeichnung Kreis Fürstenberg (Oder) in Kreis Eisenhüttenstadt (Land) umgeändert.“Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik Teil II 1961, Nr. 83, S. 563

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Hohenwald und Lossow in die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) eingemeindet.

Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Eisenhüttenstadt umbenannt.Durch Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990, im Gesetzblatt der DDR 1990, Band I, S. 255, Online (PDF). Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis Eisenhüttenstadt 1990 dem wiedergegründeten Land Brandenburg zugesprochen. Bei der brandenburgischen Kreisreform ging er am 6. Dezember 1993 im neuen Landkreis Oder-Spree auf.

Kreisangehörige Gemeinden und Städte Aufgeführt sind alle Orte, die am 25. Juli 1952 bei Einrichtung des Kreises Fürstenberg eigenständige Gemeinden waren.Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Brandenburg vom 25. Juli 1952, Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes Brandenburg 1952, S. 15 Eingerückt sind Gemeinden, die bis zum 5. Dezember 1993 ihre Eigenständigkeit verloren und in größere Nachbargemeinden eingegliedert wurden oder sich mit einer anderen Gemeinde zusammengeschlossen hatten. Bahro (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Biegenbrück (heute Gemeindeteil der Stadt Müllrose, am 1. April 1972 nach Müllrose eingegliedert)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 35. Bomsdorf (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Bremsdorf (heute Ortsteil der Gemeinde Schlaubetal) Breslack (heute Ortsteil der Gemeinde Neißemünde) Brieskow-Finkenheerd (Gemeinde) Coschen (heute Ortsteil der Gemeinde Neißemünde) Dammendorf (heute Gemeindeteil der Gemeinde Grunow-Dammendorf) Diehlo (heute Ortsteil der Stadt Eisenhüttenstadt) Dubrow (heute Gemeindeteil der Stadt Müllrose, am 19. Mai 1974 nach Müllrose eingegliedert) Fünfeichen (heute Ortsteil der Gemeinde Schlaubetal) Fürstenberg (Oder) (am 13. November 1961 in die Stadt Eisenhüttenstadt eingemeindet) Göhlen (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Groß Lindow (Gemeinde) Grunow (heute Gemeindeteil der Gemeinde Grunow-Dammendorf) Henzendorf (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Hohenwalde (heute Ortsteil der Stadt Frankfurt (Oder), am 1. Januar 1973 nach Frankfurt (Oder) eingegliedert)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Brandenburg an der Havel, Potsdam, Frankfurt (Oder), Cottbus. S. 19. Kaisermühl (heute Gemeindeteil der Stadt Müllrose, am 1. Januar 1962 nach Müllrose eingegliedert) Kieselwitz (heute Ortsteil der Gemeinde Schlaubetal) Kobbeln (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Lawitz (Gemeinde) Lossow (heute Ortsteil der Stadt Frankfurt (Oder), am 1. Januar 1973 nach Frankfurt (Oder) eingegliedert) Mixdorf (Gemeinde) Möbiskruge (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Müllrose (Stadt) Neuzelle (Gemeinde) Ossendorf (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Pohlitz (heute Ortsteil der Gemeinde Siehdichum) Ratzdorf (heute Ortsteil der Gemeinde Neißemünde) Rießen (heute Ortsteil der Gemeinde Siehdichum) Schernsdorf (heute Ortsteil der Gemeinde Siehdichum) Schwerzko (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Steinsdorf (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Streichwitz (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Treppeln (heute Ortsteil der Gemeinde Neuzelle) Vogelsang (Gemeinde) Weißenspring, (in den 1950er Jahren Weißenspring-Schlaubehammer, heute Wohnplatz der Gemeinde Groß Lindow, am 19. Mai 1974 nach Groß Lindow eingegliedert)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 34. Wellmitz (heute Ortsteil der Gemeinde Neißemünde) Wiesenau (Gemeinde) Ziltendorf (Gemeinde)

Einwohnerentwicklung Kreis Eisenhüttenstadt-Land Jahr 19601 1971 1981 1989 Einwohner 35.190 23.820 21.163 20.1071 Kreis Fürstenberg

Wirtschaft Bedeutende Betriebe waren unter anderem: Braunkohlekraftwerk Finkenheerd VEB Müllroser Mühlenwerke VEB Klosterbrauerei Neuzelle

Verkehr Die Autobahn Berliner Ring–Frankfurt (Oder) führte nördlich am Kreisgebiet vorbei. Dem überregionalen Straßenverkehr dienten außerdem die F 87 von Frankfurt (Oder) über Müllrose nach Leipzig, die F 112 von Frankfurt (Oder) über Eisenhüttenstadt nach Forst sowie die F 246 von Eisenhüttenstadt nach Beeskow.

Durch das Kreisgebiet verliefen die Eisenbahnstrecken Berlin–Frankfurt (Oder)–Eisenhüttenstadt–Guben und Frankfurt (Oder)–Müllrose–Cottbus.

Kfz-Kennzeichen

Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren EH und EI begannen, zugewiesen. Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war ER 93-01 bis ER 99-99.

Anfang 1991 erhielten der Landkreis und die Stadt Eisenhüttenstadt das Unterscheidungszeichen EH. Es wurde bis Ende 1993 ausgegeben.

Einzelnachweise

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