Der Kreis Schwarzenberg war ein Landkreis im Bezirk Karl-Marx-Stadt der DDR. Von 1990 bis 1994 bestand er als Landkreis Schwarzenberg im Freistaat Sachsen fort. Sein Gebiet liegt heute im Erzgebirgskreis in Sachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Schwarzenberg.
Geographie Lage Der Kreis Schwarzenberg lag im westlichen Erzgebirge.
Nachbarkreise Der Kreis Schwarzenberg grenzte im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Kreise Aue und Annaberg. Im Süden grenzte er an die Tschechoslowakei.
Geschichte Der Kreis Schwarzenberg geht zurück auf die Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. Infolge der Gebietsänderungen in den Jahren 1947 bis 1951 durch den Wismut-Bergbau wurden zunächst der Landkreis in Aue umbenannt. Mit der Auflösung des Landkreises Stollberg am 1. Juli 1950 kamen die Teile dieses Landkreises hinzu. Am 17. Dezember 1951 wurden die Städte Johanngeorgenstadt und Schneeberg ausgegliedert und damit zu Stadtkreisen, gleichzeitig wurde in Vorbereitung der Bezirks- und Kreisneubildung in der DDR das Gebiet des Landkreises in die Kreise Aue und Schwarzenberg aufgeteilt.
Zunächst bildeten 14 Gemeinden am 17. Dezember 1951 den neuen Landkreis Schwarzenberg, der 1952 zum Kreis Schwarzenberg im Bezirk Karl-Marx-Stadt wurde. Am 1. November 1952 kam die neu gebildete Gemeinde Antonsthal dazu, die aus Teilen von Breitenbrunn und Bermsgrün entstand.
Der Kreis Schwarzenberg umfasste seitdem die folgenden 15 Gemeinden: Antonsthal Beierfeld Bermsgrün Breitenbrunn/Erzgeb. Erla Grünhain Grünstädtel Markersbach Pöhla Raschau Rittersgrün Schwarzenberg/Erzgeb. (Stadt) Steinheidel Tellerhäuser Waschleithe Der Kreis erfuhr bis zu seiner Auflösung nur geringe Änderungen:
20. Juni 1957 – Eingliederung der Kreisfreien Stadt Johanngeorgenstadt 15. Juli 1967 – Umbenennung von Steinheidel in Erlabrunn 1. März 1994 – Eingemeindung von Tellerhäuser in Rittersgrün.
Am 17. Mai 1990 wurde der Name des Kreises in Landkreis Schwarzenberg geändert.Durch Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990, im Gesetzblatt der DDR 1990, Band I, S. 255, Online (PDF). Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis im Oktober 1990 dem wiedergegründeten Land Sachsen zugesprochen und dort 1991 in den Regierungsbezirk Chemnitz eingegliedert. Bei der ersten sächsischen Kreisreform ging er am 1. August 1994 im neuen Landkreis Aue-Schwarzenberg auf.
Einwohnerentwicklung Kreis Schwarzenberg Jahr 1960 1971 1981 1989 Einwohner 62.275 60.907 58.402 58.316
Wirtschaft Die Wirtschaft im Kreis wurde in den 1950er Jahren dominiert vom Uranbergbau durch die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut mit den Abbaubetrieben Johanngeorgenstadt, Antonsthal und Pöhla.
Weitere bedeutende Betriebe waren unter anderem: VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg VEB Formenbau Schwarzenberg
Verkehr Dem überregionalen Straßenverkehr diente die F 101 von Aue über Schwarzenberg nach Annaberg-Buchholz.
An das Eisenbahnnetz der DDR war der Kreis durch die Bahnstrecke Zwickau–Schwarzenberg angebunden. Daneben existierten die Nebenbahnen Schwarzenberg–Johanngeorgenstadt und Schwarzenberg–Annaberg-Buchholz. Die Pöhlatalbahn von Grünstädtel nach Rittersgrün wurde 1971 stillgelegt.
Bevölkerungsdaten Bevölkerungsübersicht aller 16 Gemeinden des Kreises Schwarzenberg, die 1990 in das wiedergegründete Bundesland Sachsen kamen.Regionalregister Sachsen
AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha) 3. Oktober 1990 31. Dezember 1990 14049010Antonsthal 1 600 1 588 782 14049020Beierfeld 3 807 3 761 490 14049030Bermsgrün 1 258 1 248 1 062 14049040Breitenbrunn/Erzgeb. 2 679 2 657 2 181 14049050Erla 1 521 1 524 439 14049060Erlabrunn 1 272 1 274 849 14049070 Grünhain, Stadt 2 905 2 886 1 343 14049080Grünstädtel 857 855 359 14049090Johanngeorgenstadt, Stadt 9 094 8 926 2 960 14049100Markersbach 2 222 2 211 1 832 14049110Pöhla 1 437 1 427 1 179 14049120Raschau 5181 5151 2 124 14049130 Rittersgrün 1 968 1 959 1 922 14049140Schwarzenberg/Erzgeb., Stadt 20 551 20 478 1 585 14049150Tellerhäuser 148 145 266 14049160Waschleithe 535 532 388 14049 Landkreis Schwarzenberg 57 035 56 622 19 761
Kfz-Kennzeichen Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit dem Buchstabenpaar TU begannen, zugewiesen. Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war XV 65-01 bis XV 99-99.
Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen SZB. Es wurde bis zum 31. Juli 1994 ausgegeben. Seit dem 9. November 2012 ist es im Erzgebirgskreis erhältlich.
Einzelnachweise
Schwarzenberg Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Erzgebirgskreis) Kategorie:Bezirk Karl-Marx-Stadt Schwarzenberg Kategorie:Aufgelöst 1994