mini|Anstaltskirche, 2009 Die Kirche der Provinzial-Irrenanstalt Halle-Nietleben ist eine ehemalige Anstaltskirche im westlichen Stadtteil Heide-Süd von Halle (Saale).

Lage und Geschichte Auf der Flur des Dorfes Nietleben auf dem Weinberg bei Halle entstand von 1841 bis 1844 die Königlich-Preußische Provinzial-Irrenanstalt Halle-Nietleben für mehrere hundert Patienten, die bis 1857 weiter ausgebaut wurde. Diese war eine der ersten modernen psychiatrischen Anstalten Deutschlands und wurde für die Provinz Sachsen errichtet. Die Kirche selbst wurde 1864 von Friedrich August Ritter ergänzt und erinnert an Kirchenbauten von Karl Friedrich Schinkel.Matthias Crünzig: In: aki-halle.de. Ursprünglich: Bauwelt 24/2003. Die Anstalt wurde 1935 geschlossen und zur daneben entstehenden Kaserne geschlagen.Holger Brülls, Thomas Dietzsch: Architekturführer. Halle an der Saale. Dietrich Reimer Verlag, Berlin, 2000, ISBN 3-496-01202-1, S. 146.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Areal eine Kaserne der Sowjetarmee. Die Kirche wurde in dieser Zeit als Turnhalle genutzt. Nach der Wende wurde das Areal verlassen und die Kirche war ungenutzt. 2014 erfolgte eine Notsicherung durch die Stadt Halle. Danach gab es verschiedene Nutzungskonzepte. Etwa wurde 2015 eine Wiederbelebung als Gemeindezentrum konzipiert oder 2018 der Umbau zu einem Bistro bzw. Veranstaltungshaus des zwischenzeitlich hier entstandenen Weinberg Campus geplant.Weitere beispielhafte Nutzungskonzepte: 2. Nutzungskonzept für die Anstaltskirche am weinberg campus DISERVO Club – Lounge – Bar HD, 3. Nutzungskonzept für die ehem. Anstaltskirche am weinberg campus Restaurant an der grünen Heide. In: Zukunftsstadt.Halle.Neu.Stadt.2050. YouTube, 7. März 2017, abgerufen am 1. August 2026. Eine weitere Idee dieses Projektes war die Einrichtung einer „Fitness und Wellness-Oase ausschließlich für Frauen“, siehe Gründungskonzepte für eine Stadtgesellschaft der Zukunft. In: halle.neu.stadt-2050.de, abgerufen am 3. August 2026.

2021 gab es die Idee, hier ein „kulturelles, kommunikatives Zentrum“ zu schaffen. In den Jahren von 2024 bis 2026 wurden die Kirche und ihr Umfeld saniert.

Baubeschreibung Ursprünglich besaß die Kirche einen höheren Kirchturm mit Klangarkaden und Spitzhelm. Dieser wurde aber aufgrund des Baus des Fliegerhorsts der Heeres- und Luftwaffennachrichtenschule nach 1935 abgerissen. Die Kirche besitzt Fenster im Rundbogenstil und einen achteckigen, relativ niedrigen Turm.Walter Müller: Weinberg Campus zwischen gestern und heute (Teil 1). DVZ-Verlags-GmbH, Halle 2006, ISBN 978-3-9807801-9-3, S. 21, 23.Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 4: Stadt Halle. Erarbeitet von Holger Brülls und Dorothee Honekamp, Fliegenkopf Verlag, Halle (Saale) 1996, ISBN 3-910147-62-3, S. 206.

An der Chor-Außenseite erinnert eine Gedenktafel an Anstaltsleiter Heinrich Damerow. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 56572 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt eingetragen.

Ausstattung Die Kirche besaß eine rund 366 Pfund schwere Glocke mit der Aufschrift „Ehre sei Gott in der Höhe“. Eine erste Orgel stammte aus der Orgelwerkstatt Wäldner. Später folgte eine Rühlmann-Orgel. Aufgrund der Umnutzungen ist davon nichts erhalten.

Weblinks

Kirche der Provinzial-Irrenanstalt Halle-Nietleben, Halle im Bild, abgerufen am 11. Juli 2018.

Einzelnachweise

Provinzial Kategorie:Kirchenruine in Sachsen-Anhalt Kategorie:Neuromanisches Bauwerk in Sachsen-Anhalt Kategorie:Erbaut im 19. Jahrhundert Kategorie:Krankenhauskirche Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kirche der Provinzial