mini|Der Eid der Armee nach der Verleihung der Adler am 4. Dezember 1804, Ölgemälde von Jacques Louis David, 1810 miniatur|Aigle de drapeau mit der Fourragère des Croix de guerre
Der Aigle de drapeau ( Fahnenadler) war ein Feldzeichen, das Napoleon Bonaparte 1804 für jedes Regiment der Grande Armée zusätzlich zur Truppenfahne eingeführt hatte. Das mit dem Ende des Ersten Kaiserreichs untergegangene Feldzeichen ließ Napoleon III. 1854 im Zweiten Kaiserreich wiederaufleben, bis es infolge seiner Absetzung im Jahr 1870 verschwand.Zur Wiedereinführung 1854 siehe Liliane und Fred Funcken: Historische Uniformen. 19. Jahrhundert. 1850–1900: Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Österreich, Russland. Infanterie, Kavallerie, technische Truppen, Artillerie. Prisma-Verlag, Gütersloh , ISBN 3-570-11461-9, S. 32 f.
Konstruktion Der Adler war den römischen Legionsadlern (Aquila) nachempfunden und bestand aus einem 1,85 kg schweren Adler aus vergoldeter Bronze auf einer blauen Stange. Unter dem Adler war ein Schild angebracht, auf dem die Nummer des Regiments stand oder bei der Kaiserlichen Garde Garde impériale.
Geschichte Nachdem Napoleon Bonaparte sich 1804 zum Kaiser der Franzosen gekrönt hatte, übernahm er Traditionen des antiken römischen Militärs, wie die Aquila, den Reichsadler, an der Spitze der Truppenfahnen. Ihr Verlust bedeutete für die Einheit eine besondere Schmach, da die Adler von Napoléon persönlich gestiftet wurden.
Am 18. Februar 1808 erging durch Napoleon folgender Befehl:
Gewöhnlich war der Adlerträger auch im Besitz des Kreuzes der Ehrenlegion, mit dem eine jährliche Pension von 250 Francs verbunden war.
In Schlachten von gegnerischen Truppen erbeutete Aigles de drapeau 1805 Im Lauf der Koalitionskriege gingen zahlreiche Adler verloren.Die französischen Adler. In: Militair-Zeitung, Wien, Jg. 13 (1860), Nr. 64 vom 11. August 1860, S. 507–508; dort die im Folgenden wiedergegebenen Verluste und weitere. Erstmals geschah das in der Schlacht von Austerlitz, als die russische Kavallerie unter Konstantin Romanow den Adler des 4e régiment d’infanterie erbeutete und auch auf ihrem Rückzug verteidigte.Nach Bodart wurden im Gefecht bei Haslach am 11. Oktober 1805 bereits 2 Adler erbeutet, Vgl.: Gaston Bodart, Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618-1905), . Es sollen die des 2eEscadron des 15e Dragoner-Regiments und ein Escadron des 17e Dragoner-Regiments Vgl. Jean Regnault, Les aigles impériales et le drapeau tricolore: 1804-1815, Anhang 1
Nach Jean Regnault verloren die Franzosen noch vor Austerlitz folgende Adler: 30. Oktober 1805 Schlacht bei Caldiero 1. Bataillon des 5. Infanterie-Regiments de Ligne 11. November 1805 Gefecht bei Krems Adler ohne Kennung (nach Bodart 2 Adler 4. Infanterieregiment und 4. DragonerregimentGaston Bodart, Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618-1905), , Einheiten nach Regnault) 20. November 1806 Gefecht bei Lateln 2. Escadron des 1e Dragoner-Regiments
1807 in Ostpreußen mini|Die Prittwitz-Husaren erobern den Aigle de drapeau des 55. französischen Linien-Infanterie-Regiments
7. Februar 1807 Am ersten Tag der Schlacht bei Eylau erbeutete das 1. Petersburger Dragoner Regiment den Adler des 18e régiment d’infanterie. 8. Februar Am zweiten Tag der Schlacht von Eylau erbeutete eine russische Reiterabteilung unter General Friedrich Nikolaus Georg von Korff (1773–1823) den Adler des 10. leichten Infanterie-Regiments. Am selben Tag erbeutete das preußische Towarczys-Regiment den Adler des 51e régiment d’infanterie. Nach der Schlacht wurden noch vier weitere Adler auf dem Schlachtfeld gefunden und nach St. Petersburg geschickt.Nach Regnault gingen Verloren: Die Adler der Infanterie-Regimenter 10./18./44./51. sowie am 14. Februar bei Bichersdorf der Adler eines Dragoner-Regiments 10. Juni 1807 In der Schlacht bei Heilsberg erbeuteten zwei Schwadronen des Husaren-Regiments Nr. 9 „von Prittwitz“ unter Führung des Majors von Cosel den Adler des 55e régiment d’infanterie. Zwei weitere Adler erbeuteten die verbündeten Russen. 14. Juni 1807 In der Schlacht bei Friedland erbeutete die russische Reiterei bei ihrem letzten Angriff auf den rechten französischen Flügel den Adler des 15e régiment d’infanterie.
1809 in Italien, Tirol und Österreich 12. und 13. April 1809 Bei dem Überfall bei Hall durch die Tiroler unter Major Martin Teimer von Wildau und durch die Kapitulation bei Innsbruck (11. April) verloren die Franzosen einen Adler.Nach Regnault: 3. Bataillon des 2. Linien-Infanterie-Regiments 15. April 1809 Im Gefecht von Pordenone mussten die Franzosen den Adler des 35e régiment d’infanterie übergeben. 16. April 1809 In der Schlacht bei Sacile fielen den siegreichen Österreichern die Adler dreier Linien-Regimenter in die Hände, nach Bodart nur einer.Gaston Bodart, Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618-1905), 20. April 1809 Bei der Eroberung von Regensburg wurde der Adler des 65e régiment d’infanterie erbeutet. 3. Mai 1809 Im Gefecht bei Ebelsberg nahmen die Österreicher drei Adler. 21. und 22. Mai In der Schlacht bei Aspern fielen den siegreichen Österreichern die Adler des 5e régiment de cuirassiers, 7e régiment de cuirassiers und 11e régiment de cuirassiers, der Adler des 27. leichten Infanterie-Regiments und der des 84e régiment d’infanterie in die Hände. 8. Juli 1809 In der Schlacht bei Wagram nahm Oberleutnant Mathias Dittmayer von Rußfelden vom Infanterie-Regiment Argenteau den Adler des 106e régiment d’infanterie.Nach Regnault außerdem: der Adler 3. Bataillon 4. Linien-Infanterie-Regiment, unbekanntes Bataillon des 24. Linien-Infanterie-Regiment 18. September 1809 Im Laufe der Gefechte bei Peterswalde wird von den Österreichern ein Adler erobertGaston Bodart, Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618-1905),
Außerhalb Europa 24. Februar 1809 bei der Kapitulation von Martinique wurde der Adler des 82. Linien-Infanterie-Regiments und der des 2. Bataillons des 26. Linien-Infanterie-Regiments übergeben 6. Februar 1810 bei der Kapitulation von Guadeloupe wurde der Adler des 66. Linien-Infanterie-Regiments übergeben
1809–1812 auf der Iberischen Halbinsel 19. Juli 1808 Bei der Kapitulation von Bailen wurden die Adler des 2. Bataillons der 1. Regiments der Pariser Garde und des 2. Bataillons des 2. Regiments der Pariser Garde übergebennach Regnault 18. Oktober 1809 Im Gefecht von Tamames erbeuteten die siegreichen Spanier den ersten französischen Adler im Kampf im Spanischen Unabhängigkeitskrieg. 20. August 1810 Als die Portugiesen unter Francisco da Silveira Pinto da Fonseca Teixeira (1763–1821) die Grenzfestung Puebla de Sanabria angriffen und die französische Garnison kapitulierte, musste die von General Jean Mathieu Seras befehligte Division ihren Adler herausgeben. 5. März 1811 In der Schlacht bei Barrosa vor Cádiz verlor das 8e régiment d’infanterie seinen Adler an die Royal Irish Fusiliers (87th Regiment of Foot). 14. März 1811 Im Gefecht bei Foz de Arunce verliert des 39. Linien-Infanterie-Regiment seinen Adler 15. März 1811 Als Marschall André Masséna und seine Truppen aus Portugal vertrieben wurden, gingen in den Gefechten bei Foz d’Aronce dem 27e régiment d’infanterie und dem 69e régiment d’infanterie ihre Adler verloren. Sie wurden von den Engländern im Flüsschen la Ceyra gefunden. 27. August 1811 In einem Rückzugsgefecht im Königreich Leon nahmen die Spanier unter General Francisco Javier Abadía den Adler des 6e régiment d’infanterie in der Division Dorsenne.Gemeint ist eventuell das Gefecht bei Arroyo de Molinos, am 28. August 1811, Vgl.: Leben und Feldzüge des Herzogs von Wellington, Band 4, S. 320 22. Juli 1812 In der Schlacht bei Salamanca verloren das 22e régiment d’infanterie und das 101e régiment d’infanterie bei Arapiles ihre Adler; nach Bodart wurden sogar 6 Adler erobert.Gaston Bodart, Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618-1905), 14. August 1812 Nach der Besetzung Madrids durch die Engländer fielen diesen bei der Übergabe des Forts El Retiro mit den dort befindlichen Vorräten aller Art auch die Adler zweier französischer Linien-Regimenter in die Hände.nach Regnault: 51. Linien-Infanterie-Regiment und 13. Dragoner-Regiment 21. Juli 1813 In der Schlacht bei Vitoria wird ein Adler erobert.Gaston Bodart, Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618-1905), 29. Juli 1813Am Pass von Maya ging der Adler des 28. Linien-Infanterie-Regiments verlorennach Regnault: Vermutlich, Nach Edward Fraser, War Drama of the Eagles, Kapitel 9, wurde der Adler vom 28. Britischen Infanterie-Regiment gefunden; er befand sich danach in der Chapel Royal in Whitehall, wo er später verschwand 31. Oktober 1813Bei der Kapitulation von Pamplona wurde der Adler des 51. Linien-Infanterie-Regiments übergeben 14. Februar 1814Bei der Kapitulation von Lerida wurde der Adler des 42. Linien-Infanterie-Regiments übergeben
Russlandfeldzug 1812 Nicht klar ist die Anzahl der im Russlandfeldzug 1812 verlorenen Adler, da viele auf dem Rückweg auch versteckt wurden. Regnault hat aber die Verluste in einigen Schlachten verzeichnet. 18. Oktober 1812 In der Schlacht bei Tarutino verlieren die Franzosen den Adler des 1. Kürassier-Regiments 5. und 8. November 1812 Auf dem Rückzug von Wjasma der Adler des 28. Dragoner-Regiments 18. November 1812 Bei Krasnoi verloren die Franzosen die Adler des 35. und 18. Linien-Infanterie-Regiments und des 4e régiment de chasseurs 21. November 1812 Gefecht bei Borisow, 1 Adlernach Bodart, 29. November 1812 An der Beresina gingen Verloren: die Adler des 3./14./44./126. Linien-Infanterie-Regiments
1813–1815 (Befreiungskriege) 5. August 1813 Im Treffen bei Grünwiese vor der Schlacht um Dresden erbeutete die russische Reiterei einen Adler. 26. August 1813 In der Schlacht an der Katzbach verloren zwei französische Regimenter ihre Adler, einen davon nahm das preußische 12. Infanterie-Regiment bei einem Bajonettangriff. Nach Regnault: Die Adler des 134./146./148. Linien-Infanterie-Regiments 29. August 1813 Als General Jacques-Pierre-Louis Puthod im Gefecht bei Plagwitz unweit Löwenberg in Schlesien kapitulierte, mussten das 147e régiment d’infanterie und das 149e régiment d’infanterie ihre Adler herausgeben, einen davon an das russische 28. Jäger-Bataillon.auch 25. August, Vgl.: Schlachten, Belagerungen und Gefechte in Deutschland und den angrenzenden Ländern, 1813, S. 63 30. August 1813 In der Schlacht bei Kulm erbeutete die österreichische Infanterie die beiden Adler des 13. leichten Infanterie-Regiments und des 60e régiment d’infanterie. 17. September 1813 Im Gefecht bei Arbesau nahmen die Österreicher einen weiteren Adler. 16. Oktober 1813 In der Völkerschlacht bei Leipzig erbeutete das Mecklenburg-Strelitzische Husaren-Regiment bei Möckern den Adler der Artillerie der Marins de la Garde impériale. In der Schlacht ging eine unbekannte Zahl von Adlern verloren, nach Regnault: der Adler des 145. Linien-Infanterie-Regiments bei Wetteritz, 19. Oktober 1813 Bei Sturm auf Leipzig wird der Adler des 143e régiment d’infanterie erobertnach Regnault das 140. Linien-Infanterie-Regiment 2. Dezember 1813 Als die preußische Truppen bei Neuss über den Rhein setzten und die Stadt befreiten, erbeutete das 14. Infanterie-Regiment den Adler des 150e régiment d’infanterie. 13. Januar 1814 Als das preußische IV. Armeekorps unter Tauentzien das noch französisch besetzte Wittenberg erstürmte, erbeutete es den Adler des 123e régiment d’infanterie. 26. März 1814 Im Gefecht bei Chailly erbeutete das Infanterie-Regiment „von Horn“ einen Adler des 12. Voltigeur-Regiments der jungen Garde.Friedrich Rudolph : von Rothenburg, Schlachten, Belagerungen und Gefechte in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Seit dem 1. Januar 1814 bis zum 10. September 1815, S. 71 30. März 1814 Vor Paris erbeutete das preußische 2. Husaren-Regiment einen Adler. 17. April 1814 Bei der Übergabe der Festung Glogau übergab General Jean Grégoire Laplane den preußischen Truppen auch den Adler des 151e régiment d’infanterie.