Die Atlantik-Supertrawler, auch Serie Prometey und Projekt 464, waren eine Serie von Großtrawlern. Sie wurden hauptsächlich von der Volkswerft Stralsund gebaut.

Geschichte Die Fang- und Verarbeitungsschiffe wurden in den Fischfangflotten der UdSSR, Rumäniens und der DDR eingesetzt. Zwischen 1970 und 1983 wurden auf der Volkswerft 195 Atlantik-Supertrawler und sechs speziell als Ausbildungsschiffe eingerichtete Einheiten mit zweijährigen Entwicklungsstufen gebaut, von 1983 bis 1989 entstanden einige weitere Einheiten auf der rumänischen Werft Șantierul Naval in Brăila.

Die acht Schiffe des Fischkombinates Rostock wurden zwischen 1976 und 1982 als ROS 331 bis ROS 338 in Dienst gestellt. Die Außerdienststellung erfolgte zwischen 1990 und 1994.

Technik Die Atlantik-Supertrawler wurden für den Einsatz in der Flottillenfischerei konzipiert und im Verband mit Kühltransport- und Versorgungsschiffen eingesetzt. Die für hohe Anforderungen an Langzeitzuverlässigkeit und Funktionssicherheit aller Schiffs- und Verarbeitungsanlagen eingerichteten Schiffe können während der gesamten Fangzeit oder auch ganzjährig im Fanggebiet eingesetzt werden. Die Aktionsdauer zwischen zwei Versorgungen betrug 70 Tage. Für die etwa 90 Mann starke Besatzung waren klimatisierte Ein-, Zwei- und Vierbettkammern vorhanden.

Gefischt wurde mit Grundschleppnetz oder pelagischem Schleppnetz bis 1500 Meter Tiefe, wobei sofort nach dem Einholen des Fangnetzes über die Heckslip auf das 43 Meter lange Fangdeck ein zweites Netz ausgesetzt werden konnte. Ein Windensystem, das von der kombinierten Trawl- und Kommandobrücke gesteuert wurde, erlaubte eine weitgehend mechanisierte Handhabung des Fanggeschirrs. Die Schiffe waren für eine potentielle Jahresfangmenge von etwa 10.000 Tonnen und eine Tagesfangmenge von 50 bis 80 Tonnen Fisch ausgelegt. Bis zu 65 Tonnen konnten täglich als Ganzfisch oder Fischfilet, der Abfall und Beifang zu Fischmehl, verarbeitet werden. Fischleber wurde in Konservendosen verpackt oder zu Fischöl verarbeitet. Für die schockgefrostete Ladung standen je nach Ausführung zwischen 1680 und 1858 Kubikmeter Kühlraum mit −28 °C zur Verfügung. Der Fischmehlbunker fasste 386 m³, der Konservenladeraum 28 m³ und der Fischöltank 19 Kubikmeter. Mit spezieller Ausrüstung konnte die Ladung auf See an Transportschiffe übergeben werden.

Ein Zweitakt-Dieselmotor trieb mit 2855 Kilowatt bei 221 Umdrehungen in der Minute direkt einen Verstellpropeller mit Kortdüse an. Die Reisegeschwindigkeit betrug etwa 15 Knoten, ein Schub von 280 Kilonewton wurde bei einer Schleppgeschwindigkeit von 6 Knoten erreicht. Neben einem Wellengenerator mit 1200 Kilowatt waren je nach Ausführung drei bis vier Dieselgeneratoren mit 530 bis 600 Kilowatt sowie ein Notstromaggregat von 140 Kilowatt zur Stromerzeugung vorhanden.

Liste der Schiffe (Auswahl) Atlantik-Supertrawler Bauname BauwerftBaunummer IMO-Nummer StapellaufAblieferung Auftraggeber Umbenennungenund Verbleib Prometey Volkswerft401 7102261 16. März 197022. Dezember 1972 Zapryba, Kaliningrad 1995 in Kaliningrad abgebrochen. Suvalkiya Volkswerft402 7229629 -30. September 1973 Zapryba, Klaipėda 1992 Kalvarija, 1998 Dituva, 1999 Simonas, 2001 Livonia, 2005 Morena, ab 27. Juni 2006 in Alang abgebrochen. General Chernyakhovskiy Volkswerft403 7300825 25. Oktober 197230. September 1973 Azcherryba, Kertsch Ab 3. März 1998 bei Berekat Ithalat in Aliağa abgebrochen. Azov Volkswerft404 7300928 5. Dezember 197231. Oktober 1973 Azcherryba, Noworossijsk 2000 Bayol 1, 2002 Valery Voituk, 2003 Neman, ab 10. Juli 2004 in Mumbai abgebrochen. Nikolay Tsyganov Volkswerft405 7324780 29. Mai 197322. Dezember 1973 Zapryba, Kaliningrad Ab 8. November 1993 bei Emtas GS in Aliağa abgebrochen. Foros Volkswerft406 7324730 30. Juni 197323. Dezember 1973 Azcherryba, Illitschiwsk Ab 7. Mai 1997 bei Iska Metal in Aliağa abgebrochen. Peypsi Volkswerft407 7330557 18. Juli 197329. Dezember 1973 Zapryba, Tallinn 1992 Peipsi, 1995 Atoll, ab 8. Dezember 1996 abgebrochen. Akhilleon Volkswerft408 7330569 20. August 197331. Dezember 1973 Azcherryba, Kertsch Ab 15. Juli 1996 bei Sok GS in Aliağa abgebrochen. Kommunar Volkswerft421 7397555 -1974 ? 1997 in Aliağa abgebrochen Berkut Volkswerft422 7397567 -1974 ? 2005 in Alang abgebrochen Granit Volkswerft427 7424413 -1975 ? 1995 abgebrochen Ionava Volkswerft439 7506895 -1975 ? 1992 Jonava, 1995 in Lissabon abgebrochen Hans Marchwitza Volkswerft206 8225503 -1982 ? 1992 Astronom, in Fahrt Ludwig Renn Volkswerft207 8225515 -1982 ? 1993 Hercules, 1995 Mechanik Bryzgalin, in Fahrt Bruno Apitz Volkswerft208 8225527 -1982 ? 1991 Aeronavt, 2019 in Chittagong verschrottet. Rodna Brăila1193 7906150 -1983 Rumänische Regierung ab 29. August 1997 in Aliağa abgebrochen. Magura Brăila1224 8321412 -Oktober 1983 Rumänische Regierung Verbleib nicht bekannt. Postavarul Brăila? 8412704 -1984 Rumänische Regierung Am 8. März 1985 nach einer Kollision gesunken. Amaradia Brăila1232 8523333 -1985 Rumänische Regierung ab 13. Oktober 1999 in Santander abgebrochen. Rarau Brăila? 8802727 -April 1987 Rumänische Regierung ab 16. Dezember 1997 in Aliağa abgebrochen. Pietrosul Brăila1240 8861486 -Juni 1989 Rumänische Regierung Verbleib nicht bekannt.

Literatur

Alfred Dudszus, Alfred Köpcke: Das große Buch der Schiffstypen. Dampfschiffe, Motorschiffe, Meerestechnik von den Anfängen der maschinengetriebenen Schiffe bis zur Gegenwart. transpress Pietsch, Berlin Stuttgart 1990, ISBN 3-344-00374-7, S. 41–42.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Fischereischiffstyp Kategorie:Volkswerft Stralsund