Microsoft Flight Simulator (MSFS) ist eine Reihe von Flugsimulatoren von Microsoft. Sie zählt zu den ältesten und erfolgreichsten Produkten im Bereich Computer-Entertainment. Microsoft kündigte auf der Spielekonferenz E3 2019 die Fortsetzung der Serie an. Der letzte (gleichnamige) Ableger der Serie – Microsoft Flight Simulator 2024 – wurde am 19. November 2024 veröffentlicht.

Entwicklungsgeschichte Die erste Version des Flight Simulator entwickelte Bruce Artwick für den Apple II. Später wurde der Flight Simulator von Microsoft aufgekauft, weiterentwickelt und erschien von nun an für die Betriebssysteme Mac OS und MS-DOS, später ausschließlich für Windows. Der Microsoft Flight Simulator ist eine erfolgreiche Simulationsanwendung, hat auch eine Vielzahl von Begeisterten und eine große Benutzergemeinde, die ihn mit Freeware und kommerziellen Add-ons verbessert.

Am 22. Januar 2009 wurde von Microsoft-Seite bestätigt, dass das interne Entwicklungsstudio des Flight Simulators „Aces Game Studio“ geschlossen wurde. PR-Sprecherin Kelda Rericha gab aber bekannt, man wolle auch zukünftig „Flying Games“ entwickeln, inwiefern es sich dabei um ernstzunehmende Simulationen handeln wird, war dabei allerdings unklar.

Am 9. Juli 2014 gab Dovetail Games bekannt, dass Microsoft ihnen die Rechte zur Entwicklung des nächsten Flugsimulators der Serie erteilt hat. Dovetail Games kündigte auch die Veröffentlichung von Microsoft Flight Simulator X: Steam Edition für Ende 2014 an. Microsoft Flight Simulator X: Steam Edition wurde am 18. Dezember 2014 veröffentlicht und ist eine Neuauflage der FSX Gold Edition. Am 8. August 2019 wurde bekannt, dass die Vereinbarung geendet hat. (englisch).

Am 9. Juni 2019 kündigte Microsoft im Rahmen der E3-Pressekonferenz einen neuen Teil der Serie mit dem einfachen Titel Microsoft Flight Simulator an. Am selben Tag startete Microsoft eine neue Homepage für den Titel und eröffnete die Registrierung für einen öffentlichen Alpha- und frühen Forumszugang für Mitglieder des Xbox Insider-Programms. Die neue Version bietet eine enge Integration von Satellitendaten und Microsofts eigener Azure KI in die Engine des Simulators, um nahezu fotorealistische Grafiken zu erzeugen.

Ableger Flight Simulator Erschienen: 1982

Die im November 1982 erschienene erste Version wurde unter der Federführung von Bruce Artwick und seinem Unternehmen subLOGIC entworfen und vertrieben. Sie bot bereits das Standard-Cessna-Cockpitdesign mit acht Zeigerinstrumenten sowie einem Block für die Einstellungen der Frequenzen für den Funkverkehr und die Navigationsinstrumente. Es wurden in sich geschlossene, rudimentäre Szenarien für die Städte Chicago, Seattle, Los Angeles und New York/Boston mitgeliefert. Die Darstellung von Wolken sowie die Simulation von Turbulenzen war ebenfalls möglich.

Flight Simulator II Erschienen: 1984

Aus lizenzrechtlichen Gründen (Microsoft hatte die Rechte für Flight unter MS-DOS erworben) konnte der Flugsimulator nicht unter diesem Namen für Nicht-MS-DOS-Systeme erscheinen. Aus dem Grunde wurde diese Version von subLOGIC als Flight Simulator II vertrieben und war für nahezu alle 8- und 16-Bit-Plattformen der damaligen Zeit (1985–1989) erhältlich. Der Flight Simulator bot zum ersten Mal den Learjet als zusätzliches Flugzeug, unterstützte mehrere Fenster und den Multiplayerbetrieb über Modem oder Kabel – nicht jedoch über Netzwerke. Zu dieser Version gab es damals auch die Software Flight-Teacher, um mit der Steuerung des Simulators vertraut zu machen.

Flight Simulator 3.0 Erschienen: 1988

1984 übernahm Microsoft den „Flusi“ vollständig, wie er unter Anhängern inzwischen liebevoll genannt wurde, und brachte ihn als Flight Simulator 3 auf den Markt. Er enthielt eine ganze Reihe neuer Funktionen, die bis dato jedoch bereits bei den Nicht-MS-DOS-Versionen des Flight II zu finden waren. Dazu gehörten die Fenstertechnik sowie die Multiplayeroption über Modem. Das Militär-Flugzeug Sopwith Camel kam hinzu. Es waren auch Szenarien verfügbar, bei denen bestimmte Aufgaben erfüllt werden mussten, nämlich eine Luftschlacht (mit MG und Bomben) gegen computergesteuerte Gegner bestreiten, sowie Pestizide über einem Feld versprühen. Auch das Himmelsschreiben mittels Rauch war jetzt möglich. Zu den unterstützten Grafikmodi gehören EGA 640x350x4.https://www.mobygames.com/game/332/microsoft-flight-simulator-v30/screenshots/ Der FS3 war nur noch für MS-DOS und den Apple Macintosh erhältlich.

Flight Simulator 4.0 Erschienen: 1989

Die Version 4 brachte einen Szenerie- und einen Aircraft-Editor, der es ermöglichte, den Simulator zu erweitern bzw. völlig neue Flugzeuge zu entwerfen. Diese Version ist die letzte, die auch für die Apple-Macintosh-Computer veröffentlicht wurde. Alle nachfolgenden Versionen erschienen ausschließlich für MS-DOS bzw. MS Windows.

Flight Simulator 5.0 Erschienen: 1993

Ein Meilenstein war die fünfte Version; sie läutete die zweite Generation des FS ein. Es wurden fotorealistische Instrumentenbretter entworfen, außerdem wirkte die 3D-Szenerie viel realistischer als in den Vorgängerversionen, da zum ersten Mal Texturen für die Bodendarstellung, Gouraud Shading für die Flugzeugmodellehttps://www.mobygames.com/game/1674/microsoft-flight-simulator-v50/screenshots/dos/11468/ und damals hochauflösende SVGA Grafikmodi mit 256 Farben unterstützt wurden. Die wichtigste Neuerung war die Verwaltung der Szenerien. Bis zu dieser Version wurde ein planares Koordinatensystem verwendet und die Landschaft ähnlich einer Landkarte verwaltet. Das Fliegen war immer nur innerhalb einer Szenerie möglich, nicht jedoch über deren Grenzen hinaus. Mit dem FS 5 führte MS das sogenannte Tile-Modell ein. Zwar waren die Landschaften ebenfalls noch eben, jedoch wurde die Erde analog zu einer Diskokugel in viele kleine Flächen unterteilt, die sogenannten Tiles. Insbesondere an den Übergängen zweier Tiles konnte man dabei eigenartige Effekte beobachten – die Landschaft hob sich plötzlich oder senkte sich. Der Flight Simulator 5.0 war immer noch ein 16-Bit-Real-Mode-Programm, konnte aber immerhin EMS Speicher verwenden, was bei Szenerien mit vielen Texturen zu merkbaren Nachladerucklern führte. Die PC Player bewertete den FS 5 in der Ausgabe 1993-11 mit 65 Punkten.

Flight Simulator 5.1 Erschienen: 1994

5.1 war die erste Version, die auf CD-ROM ausgeliefert wurde. Die Szenerien waren erheblich detailreicher, die Anzahl der Flughäfen wuchs von 82 beim FS 5 auf über 300 in aller Welt. Darüber hinaus wurden einige Detailverbesserungen vorgenommen und Patches eingearbeitet.

Flight Simulator für Windows 95 Erschienen: November 1996

Als Windows 95 auf den Markt kam und das neue System auch als Spieleplattform etabliert werden sollte, brachte Microsoft als erstes Unterhaltungsprogramm den Flight Simulator 6 als MS Flight Simulator for Windows 95 auf den Markt. Allerdings handelte es sich nicht um eine Neuentwicklung für Windows 95, sondern um eine hastig umgestrickte DOS-Version des 5.1. Zum ersten Mal im Hauptprogramm wurden mit der Boeing 737 ein Airliner und mit der Extra 300 ein Kunstflugzeug angeboten. Einige liebgewordene Features wie die Multiplayer-Unterstützung fehlten jedoch völlig, andere funktionierten mehr schlecht als recht. In der Fachpresse wurde zum Kauf der alten Version geraten, da diese stabiler lief und leistungsstärker war.

Flight Simulator 98 Erschienen: Oktober 1997

Die wesentlichen Neuerungen des FS 98 waren die Unterstützung von 3D-Beschleunigerkarten und die Umstellung auf die DirectX-Technik. Des Weiteren wurde die Anzahl der Flughäfen auf 3000 erhöht und eine ganze Reihe von Details verbessert. Mit dem FS 98 stieg auch die Verbreitung von Add-on-Szenen an, da das Szenerie-System erheblich modularer aufgebaut war als bei der Vorgängerversion und seitens Microsofts ein SDK zur Verfügung gestellt wurde. Hinzugekommen war auch wieder die Multiplayer-Fähigkeit über Netzwerk. Ebenfalls neu war ein Hubschrauber.

Flight Simulator 2000 Erschienen: November 2000

Mit der Version 2000 wurde die dritte Generation eingeläutet. Die wesentlichste Neuerung betraf wiederum die Szenerie. Zwar hatte sich das Tile-Modell der zweiten Generation langsam bewährt, allerdings ließ es keine Darstellung von Schluchten zu, und die Berge und Hügel waren 3D-Objekte, auf denen nicht gelandet werden konnte. Mit der Version 2000 wurde das Mesh-Terrain eingeführt. Die gesamte Erde wurde mit einem Gitternetz überzogen, das mit Höhenpunkten versehen war. Die Maschenweite war nicht festgelegt und konnte von Szenerie zu Szenerie variieren, was eine sehr detaillierte Geländedarstellung ermöglichte. Der virtuelle Pilot konnte mit den Flugzeugen, welche um die Concorde und die Boeing 777 erweitert wurden, über 20.000 Flughäfen in aller Welt anfliegen. Außerdem gab es eine realistischere Wetterdarstellung und die Möglichkeit, über das Internet die realen Wetterverhältnisse herunterzuladen.

Neu war auch die Unterteilung in eine Standard- und eine Professional-Version. Letztere beinhaltete Zusatzmaterial sowie zwei zusätzliche Flugzeuge. Als problematisch erwiesen sich beim FS 2000 allerdings die Hardware-Voraussetzungen – gegenüber dem FS 98 war für die gleiche Leistung ein vierfach schnellerer Rechner erforderlich. Weiterhin war es beim FS 2000 möglich, virtuelle Fluglizenzen und eine Instrumentenflugberechtigung zu erwerben, welche man sich ausdrucken und als Andenken aufbewahren konnte.

Flight Simulator 2002 Erschienen: Spätherbst 2001 (verschoben aufgrund der Ereignisse des 11. Septembers 2001)

Mit der Version 2002 wurde eine 3D-Cockpit-Ansicht mit funktionsfähigen Instrumenten eingeführt. Erstmals bot sich die Möglichkeit, Wasserflugzeuge zu steuern. Zur Steigerung des Realitätsgrades wurde eine virtuelle Flugsicherung implementiert, sodass man Flüge nach VFR- oder IFR-Regeln mit Funkverkehr bewerkstelligen konnte. Des Weiteren war der Pilot nun nicht mehr alleine in der Luft – es gab nun weltweit zusätzlichen Flugverkehr. Eingeführt wurde zudem die sogenannte Autogen Scenery, welche die Landschaft mit zusätzlichen, automatisch generierten 3D-Objekten versah, was den Realitätseindruck verstärkte.

Microsoft verbesserte beim FS 2002 auch die Leistung: Für die gleiche Darstellungsqualität war die benötigte Rechenleistung niedriger als beim FS 2000. Obwohl der Flight Simulator 2002 nur kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erschienen war, wurden die beiden Türme des World Trade Centers aus der mitgelieferten Szenerie entfernt. Gleichzeitig wurde auch die generelle Kollisionserkennung mit Gebäuden abgeschaltet, um die virtuelle Nachahmung möglichst zu unterbinden.

Flight Simulator 2004 mini|Logo des MS Flight Simulator 2004 Erschienen: Herbst 2003

Der Microsoft Flight Simulator 2004 trug aus Anlass des hundertsten Jubiläums des Erstflugs der Brüder Wright den Untertitel „Das Jahrhundert der Luftfahrt“. Diese Version enthielt 24 Flugzeuge und zwei Hubschrauber. Neu hinzugekommen waren historische Modelle wie Ford 5-AT und Douglas DC-3. Das Wetter konnte online von realen Wetterstationen abgerufen und alle 15 Minuten aufgefrischt werden. Ferner konnten die virtuellen Panels im 3D-Cockpit nun auch mit der Maus direkt bedient werden. Die Szenerie wurde nochmals verbessert und um eine Vielzahl von Effekten erweitert. Die Flugschule wurde außerdem deutlich verbessert, sodass auch ein Anfänger nach wenigen Stunden ein Flugzeug grundlegend bedienen kann. Erstmals wurde auch eine interaktive Flugsicherung mit eingebaut.T. Byrl Baker (28. Juli 2003) "Microsoft Flight Simulator 2004: A Century of Flight Review for PC" (engl.) Damit konnten Luftraumfreigaben angefordert und quittiert werden, die Flugsicherung warnte vor anderen Flugzeugen und forderte Sichtmeldungen an. Zudem wurde der Sprechfunk der Fluglotsen mit anderen Flugzeugen übertragen. Im Automode wechselten die Frequenzen automatisch; der Realität nachempfunden war die manuelle Funkfrequenzsteuerung.