Frankfurt (Oder) hat eine Geschichte, die bis 1253 zurückreicht und von der viele Bauten zeugen. Viele sind 1945 in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges zerstört worden.
Zu den historischen Bauten gehören die Marienkirche, die Heilig-Kreuz-Kirche, die Friedenskirche, das große Collegienhaus der Brandenburgischen Universität Frankfurt, der Bismarckturm (Frankfurt-Lichtenberg) und das Kartäuserkloster.
Leipziger Garten / Polonia Leipziger Garten, ab 1969 Polonia, ist ein Hotelbau in der Leipziger Straße, in dessen Erdgeschoss von 1878 bis 1991 ein bekanntes Frankfurter Restaurant betrieben wurde. mini|Polonia 2023 In der Leipziger Straße wurde 1878 die in der Folgezeit gut besuchte Gaststätte „Leipziger Garten“ eröffnet. An den Wochenenden fanden hier Tanzabende statt und im Kolonnadengarten gab es Konzerte. Weiterhin wurden die Räume für verschiedene Treffen genutzt. Unter anderem für den Bezirksverein Beresinchen von 1891. Im Januar 1941 erfolgte eine Modernisierung und im Saal des Hauses wurde ein Musikpodium eingebaut. Weiterhin gab es eine Sekt- und die Kakadubar, ein Blaues Zimmer als Kaffeeraum, einen Speiseraum und einen Thekenraum. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude und daher konnte im Januar 1949 die HO eine freie Gaststätte, den Leipziger Garten einrichten. In der zu dieser Zeit größten Gaststätte Frankfurts konnte man also ohne Lebensmittelkarten, und daher zu sehr hohen Preisen, essen. Später wurde das Gebäude umgebaut und am 29. März 1969 als polnisches Spezialitätenrestaurant Polonia eröffnet. Hier arbeiteten elf polnische Köche und 19 Kellner für maximal 120 Gäste. Das Ende der DDR bedeutete auch das Ende für das Restaurant, es wurde im Sommer 1991 geschlossen. 1992 kaufte ein polnischer Brauereibesitzer das Gebäude von der Treuhand um ein Vier-Sterne-Hotel zu errichten, verwirklichte diese Pläne aber nicht. Um 2010 kaufte der Berliner Immobiliengeschäftsmann mit ukrainischen Wurzeln Viktor Zdesenko das Gebäude. Er ließ es ab 2014 sanieren und zu einem Hostel- und Appartementhaus umbauen. Im April 2018 eröffnete das Polonia als 3-Sterne-Hostel. Im Erdgeschoss stehen Gewerberäume zur Vermietung frei.
Ausflugslokal „Eldorado“
Das Geschäftshaus im Buschmühlenweg wurde 1875 errichtet. Dort zog später das Lokal Eldorado ein. Nachdem 1890 das Sozialistengesetz abgeschafft wurde, die Stadt aber trotzdem versuchte entsprechende Treffen zu unterbinden, wurde das Eldorado von sozialistisch gesinnten Frankfurtern als Treffpunkt genutzt. Durch ein Meldesystem wurde eintreffende Polizei rechtzeitig gemeldet und die Treffen konnten entsprechend rechtzeitig aufgelöst werden. Der Tanzsaal des Gebäudes war damals 21 Meter lang und fasste bis zu 530 Besuchern. Die Schuhfabrik Germania der Fa. Albert Schulz & Co wurde 1937 in dem Gebäude eingerichtet. Während des Zweiten Weltkrieges produzierte das Unternehmen vorwiegend Militärstiefel, danach Holz- und Kinderschuhe für das Sozialamt Frankfurts und Wiederverkäufer. In den späten 1950er Jahren ging das Gebäude dann an die PGH Raumkunst und stand nach 1990 lange Zeit leer. 2006 war es Sitz der LZR-Baugruppe.Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 21. Juni 2006, S. 17.
Pfarrhaus der St.-Gertraud-Kirche/Jugendzentrum des CVJM mini|Ehemaliges Pfarrhaus / Jugendzentrum des CVJM Das Baudenkmal auf dem Eckgrundstück Lindenstraße 8 / Gubener Straße wurde 1830–1831 als Pfarrhaus der St.-Gertraud-Gemeinde errichtet. 1932/1933 wurde das Gebäude um den Seitenflügel an der heutigen Gubener Straße erweitert. In den 1970er Jahren gab es Überlegungen der Stadt das Gebäude abzureißen, was durch die Kirche verhindert werden konnte. Nach umfangreichen Bauarbeiten wurde das Gebäude 1991 als Jugendzentrum des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) eröffnet. Das Gebäude wurde im klassizistischen Stil errichtet und besitzt ein Schopfwalmdach mit einer Fledermausgaube an der Traufseite.Klemm / Kotterba: Treffpunkt junger Menschen. In: Märkische Oderzeitung / Frankfurter Stadtbote vom 5. Juli 2006, S. 18.
Unternehmervilla Puschkinstraße 53 mini|Unternehmervilla Puschkinstraße 53 Die Unternehmervilla Puschkinstraße 53 wurde im November 1925 vom Bauunternehmer Alfred Schröter nach Plänen des Architekten Peter fertiggestellt. Das Haus hat ein Satteldach mit einer Neigung von 55°. Am Schlussstein über der Eingangstür befinden sich die Initialen AS des Bauherren Alfred Schröter. Bis 1946 lautete die Anschrift Gelbe Presse 32. Von 1945 bis 1994 was das Gebäude Sitz des Stadtkommandanten der sowjetischen Armee und seines Stabes. Das Haus wurde 1996 saniert.Märkische Oderzeitung / Frankfurter Stadtbote vom 9. August 2006, S. 15. Heute befinden sich in dem Gebäude eine Rechtsanwaltskanzlei und eine Arztpraxis für Naturheilkunde.
Villa Rudolf-Breitscheid-Straße 13 Die Jugendstil-Villa in der Rudolf-Breitscheid-Straße 13 wurde 1902/1903 nach Plänen des Breslauer Architekten Hermann Wahlich errichtet. Bauherr war der Frankfurter Stadtrat Richard Bauer. Neben den Privaträumen gab es ein Empfangs- und ein Fremdenzimmer. Die Allgemeine Ortskrankenkasse stellte 1927 den Antrag die Räume gewerblich zu nutzen, war also vermutlich im selben Jahr Eigentümer des Gebäudes geworden. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernahmen die sowjetischen Besatzer das Gebäude, später wurde es als Haus der DSF und dann als Haus der Volkssolidarität für Rentner genutzt. Seit 2006 befindet sich dort wieder die AOK.Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 23. August 2006, S. 15.
Jüdisches Krankenhaus Das jüdische Krankenhaus befand sich in der Rosenstraße 36. An Stelle des alten jüdischen Krankenhauses sollte in den 1830er Jahren ein neues errichtet werden. Der erste Kostenvoranschlag für die Errichtung des Gebäudes wurde am 17. Juli 1834 gestellt und belief sich auf 2.119 Thaler, der zweite erfolgte am 28. Januar 1837 mit einer Summe von 3.835 Thalern. Der Bauantrag für das Gebäude wurde am 4. Mai 1837 gestellt. Finanziert wurde der Bau durch die Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Der eigentliche Bau dauerte acht Monate und am 13. Mai 1838 um 11:00 Uhr konnte die Einweihung stattfinden. Das unterkellerte zweistöckige Gebäude war etwa quadratisch mit einer Seitenlänge von etwa 12 Metern. Im Erdgeschoss befanden sich eine Küche, drei Stuben mit je zwei Fenstern und ein Zimmer, welches etwa halb so groß war wie die Stuben. Die Aufteilung im ersten Stock war ähnlich, an der Stelle der Küche befand sich hier ein weiteres Zimmer. Im Dachgeschoss lagen zwei weitere Stuben, welche wahrscheinlich für die Hausbediensteten vorgesehen waren. Das Erdgeschoss hatte an der Frontseite vier, die obere Etage fünf Fenster. Insgesamt hatte das Krankenhaus eine Kapazität von 15 Betten, je zwei in den Krankenstuben und je eins in den Krankenzimmern.Klaus Eichler, Zum Jüdischen Krankenhaus in Frankfurt (Oder), in Mitteilungen Frankfurt (Oder), Historischer Verein zu Frankfurt (Oder) e. V. (Hrsg.), 1999 Heft 1, S. 17–19.
Über die ganze Frontseite war die Bezeichnung „Jüdisches Krankenhaus“ in großen Buchstaben angebracht. Die Rückseite grenzte an den zur gleichen Zeit von Peter Joseph Lenné projektierten Bürgerpark und erhaltene Teile der früheren Stadtmauer. Mit einer Gesamtkapazität von nur 15 Betten war dieses Hospital weniger gut ausgestattet als das städtische Hospital. Da die meisten in Frankfurt (Oder) ansässigen Juden ohnehin dem Großbürgertum angehören und somit finanziell gut ausgestattet sind, lassen sie sich lieber von ihrem persönlichen Leibarzt zu Hause behandeln. Nach 1840 muss sich endgültig herausgestellt haben, dass das jüdische Krankenhaus nicht betriebswirtschaftlich sinnvoll zu führen war. Um das Gebäude aber nicht ungenutzt zu lassen, wurden zur Messezeit jüdische Händler dort einquartiert.
Ab 1866 wurden im Hospital alleinstehende „Alte und Sieche“ untergebracht. Das heißt, dass es zum Altenheim umfunktioniert und als solches bis in die 1930er Jahre von ärmeren Frankfurter Juden genutzt wurde.
Ab 1935 ließen die Nationalsozialisten jüdische Bürger zwangsweise in so genannten „Judenhäuser“ einweisen, um sie so aus ihren Häusern und Wohnungen zu verdrängen und Deutsche nichtjüdischer von denen jüdischer Herkunft zu separieren. Diese Ghettoisierung bereitet bereits ihren Abtransport in die Vernichtungslager vor. Wann und wie das jüdische Krankenhaus von den Nationalsozialisten erstmals als „Judenhaus“ instrumentalisiert wurde, ist nicht mehr festzustellen. Der erste Nachweis stammt von einer „Transportliste“ von 1942. Von den 24 dort aufgeführten Frankfurter Juden lebten allein 20 Personen in der Rosenstraße 36. Drei von ihnen befanden sich zum Zeitpunkt ihrer Deportation in der Wollenweberstraße 60 neben der Synagoge, was darauf hinweist, dass dieses Gebäude eine zweite „Sammelstelle“ für jüdische Mitbürger darstellte. Der ehemalige (nichtjüdische) Friedhofsgärtner der jüdischen Gemeinde berichtete nach 1945, dass die Lebensbedingungen im „Judenhaus“ von Hunger und Kälte im Winter ohne Heizmaterial geprägt waren.
Vor 1953 wurde das Jüdische Krankenhaus zu Gunsten von Wohnbebauung abgerissen.
Wasserturm / Planetarium mini|hochkant|Wasserturm / Planetarium, Mühlenweg 48 Der Alte Wasserturm wurde von 1873 bis 1874 errichtet. Die Planung stammte vom Direktor des städtischen Wasserwerks, dem Ingenieur Friederich Schmetzer (1842–1918). Die Baukosten betrugen 108.300 Mark. Das Erdgeschoss enthielt einen Raum für einen kleinen Heizkessel, ein Vestibül und das Treppenhaus. Die Räume im ersten und zweiten Obergeschoss wurden als Wohnungen genutzt. Der schmiedeeiserne Behälter hatte ein Fassungsvermögen von 400 m³. In das Dach war eine Aussichtsplattform integriert.Friedrich Schmetzer: Das Wasserwerk zu Frankfurt a. O. In: Deutsche Bauzeitung, 10. Jahrgang 1876, Nr. 45 (vom 3. Juni 1876), S. 225–228.
1970 erhielt der Physiklehrer Willi Geiseler den Auftrag, den Wasserbehälter entfernen zu lassen und dort ein Planetarium einzurichten. Eingebaut wurde ein Kleinplanetarium ZKP 1 des Optischen Kombinats Carl Zeiss Jena. Genutzt wurde das Planetarium ab 1978 für den Astronomieunterricht. Direkt unter dem Planetarium wurde von der Pestalozzi-Schule, der heutigen Heinrich von Kleist Oberschule, ein Fotolabor eingerichtet. Das Planetarium und die Aussichtsplattform sind auch heute noch zu besuchen.
Wasserhäuschen Leipziger Straße 151–153
Das Wasserhäuschen in der Leipziger Straße 151–153 sollte ursprünglich die im Bau befindlichen neuen Stadtteile Frankfurts mit Wasser versorgen. Das Gebäude war ursprünglich nur als Wohnhaus der Baugenossenschaft für kleinere Wohnungen konzipiert. Nachdem die anstehenden Probleme mit der Wasserversorgung erkannt wurden, erhielt das neu gebaute Haus 1897 auf dem Dach einen Hochdruckbehälter und im Keller die benötigten Maschinen. Allerdings wurde schon kurz nach der Errichtung deutlich, dass diese Einrichtung der Aufgabe nur unzureichend Gewachsen war. Trotz allem wurde der Betrieb erst 1936 eingestellt. Bei der Errichtung war die Anschrift des Hauses Leipziger Straße 83/83a/84. Während der DDR-Zeit wurde diese in Wilhelm-Pieckstraße 258/259 geändert.Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 6. Nov. 2006, S. 16
Magistrale mini|Frankfurt (Oder), Blick von Oderturm nach Norden. Am linken Bildrand das „Magistrale“ genannte Teilstück der Karl-Marx-Straße.
An der Karl-Marx-Straße wurde am 4. August 1956 der Grundstein für den Bau von neuen Häusern in der am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörten Altstadt begonnen. Die Bebauungsplanung lag beim VEB Hochbauprojektierung Frankfurt. Der Abstand der Bordsteinkanten der Straße beträgt 19,20 Meter und in der Mitte verlaufen zwei Straßenbahnschienen. Die sich gegenüberliegenden Häuser an der Magistrale sind zwischen 42 und 58 Metern voneinander entfernt. Die Fertigstellung erfolgte 1963/1964. Die sechs neu errichteten Wohnblöcke besaßen im Erdgeschoss jeweils Platz für Geschäfte. Der Straßenzug steht unter Denkmalschutz.Märkische Oderzeitung, 22. Nov. 2006, S. 16