Erfurtshausen ist der nach Einwohnerzahl kleinste Stadtteil von Amöneburg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt im Amöneburger Becken im Vorderen Vogelsberg. Östlich an Erfurtshausen vorbei verläuft die Landesstraße 3289.
Geschichte Ortsgeschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als Erfrathusen im Jahr 844 im Lorscher Codex. In erhaltenen Urkunden wurde Erfurtshausen später unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Erfrateshusen (917/18), Erfirshusin (1151), Erverhusen (1232) [Huyskens, Quellenstudien, S. 189–190 Nr. 36], Ervershusen (1233), Herfrideshusen (um 1248), Erenfrideshusen (1276), Erfurtshusen (1395), Erffortzhausen (1405) und Erffurdishusen (1416).
Die ehemals eigenständige Gemeinde Erfurtshausen wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Amöneburg eingemeindet. Für das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Erfurtshausen wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Erfurtshausen angehört(e):
vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Amt Amöneburg ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Amöneburg ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis KirchhainVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74.Trennung von Justiz (Assistenzamt Amöneburg des Justizamtes Kirchhain) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1871: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Kreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg, Stadt Amöneburg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Amöneburg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Amöneburg
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Erfurtshausen 573 Einwohner. Darunter waren 3 (0,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 123 Einwohner unter 18 Jahren, 240 zwischen 18 und 49, 120 zwischen 50 und 64 und 90 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 222 Haushalten. Davon waren 54 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 90 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 36 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 156 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1585: 20 Hausgesessene • 1664: 15 Hausgesessene • 1747: 97 Einwohner • 1838: Familien; 22 nutzungsberechtigte, 27 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger
Historische Religionszugehörigkeit mini|hochkant|Seitenansicht von St. Michael
Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: 332 katholische, ein evangelisch-lutherischer, ein evangelisch-reformierter Einwohner • 1885: 2 evangelische (= 0,67 %), 295 katholische (= 99,33 %) Einwohner • 1961: 12 evangelische (= 2,79 %), 416 römisch-katholische (= 96,74 %) Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit • 1838: Familien: 19 Ackerbau, 34 Gewerbe. • 1961: Erwerbspersonen: 82 Land- und Forstwirtschaft, 93 Produzierendes Gewerbe, 11 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und Sonstiges.
Politik Für Erfurtshausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Erfurtshausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 59,63 %. Alle Kandidaten gehörten der CDU an. Der Ortsbeirat wählte Wolfgang Rhiel zum Ortsvorsteher.
Kultur Sehenswürdigkeiten In der Mitte des Ortes befindet sich die katholische Kirche St. Michael. Sie wurde 1852 eingeweiht. Markant für das Dorf ist der Fassadenturm des Gotteshauses.
Vereine Im Ort gibt es folgende Vereine: Frauengemeinschaft Freiwillige Feuerwehr Kolpingsfamilie Musikverein 1987 Burschenschaft „Erfurtshäuser Hunnen“ Sportverein Verschönerungsverein Volkstanzgruppe
Literatur
Weblinks
Stadtteil Erfurtshausen im Internetauftritt der Stadt Amöneburg.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsbezirk von Amöneburg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf