mini|hochkant|Ruine der Patronatskirche in Klein-Wölkau
Wölkau ist ein Ortschaft der Gemeinde Schönwölkau im sächsischen Landkreis Nordsachsen. Sie besteht aus den Ortsteilen Boyda, Göritz und Wölkau (früher Groß- und Kleinwölkau). Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Geografie Wölkau liegt zwischen den Städten Eilenburg und Delitzsch. Durch den Ort führen keine klassifizierten Straßen, jedoch gibt es Ortsverbindungen nach Lindenhayn, Göritz, Krippehna, Boyda, Krensitz und zur Bundesstraße 2. Durch den Ort fließt die Leine. Südlich führt die Bahnstrecke Halle–Eilenburg am Ort vorbei. Der nächste Bahnhof ist Krensitz. Der Ortsteil Wölkau gliedert sich in die Siedlungsbereiche Kleinwölkau, Großwölkau, Göritz und Boyda.
Geschichte Wölkau wurde 1222 als Wilcowe erstmals urkundlich erwähnt.
Ab 1350 dokumentiert ist das Rittergut Wölkau mit dem gleichnamigen Adelsgeschlecht (→ Schloss Schönwölkau).
Groß-Wölkau, Klein-Wölkau und Boyda gehörten bis 1815 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Eilenburg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt.
Am 20. Juli 1950 schlossen sich die Gemeinden Klein-Wölkau, Groß-Wölkau und Boyda zur Gemeinde Wölkau zusammen. Am 1. Januar 1995 schloss sich Wölkau mit vier weiteren Gemeinden zur Gemeinde Schönwölkau zusammen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995 Der Ortsteil Göritz wurde 1999 aus der Gemeinde Krippehna ausgegliedert und ist seitdem Teil des Ortsteils Wölkau.
Einwohnerentwicklung Jahr Großwölkau Kleinwölkau Boyda 1818 120 304 117 1880 189 195 133 1895 180 218 150 1910 137 444 139 1925 161 434 132 1939 192 428 139 1946 300 674 229 WölkauAngaben zur Geschichte von Wölkau. In: Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen. 1950 1.104 1964 823 1990 517
Sehenswürdigkeiten Kirche in Großwölkau Die Gellertkirche in Großwölkau stammt aus dem 12. Jahrhundert. Hier hatten die Superintendenten des Kirchenkreises Eilenburg über Jahrzehnte ihren Sitz, da es hier das meiste Pfarrland und somit das beste Gehalt gab. Der Dichter Christian Fürchtegott Gellert hielt sich einige Male im Pfarrgarten Großwölkau auf. Er war häufiger Gast auf Schloss Schönwölkau.Spuren im Stein – Kirchen im Kirchenkreis Eilenburg. Kirchenkreis Eilenburg, Leipzig 1997, ISBN 3-00-001722-4
Kirche in Kleinwölkau Die heutige Ruine der Patronatskirche in Kleinwölkau stammt aus den Jahren 1680 bis 1688. Sie wurde von der Familie Vitzthum von Eckstädt unter dem Baumeister Georg Steinböck aus Dresden erbaut. Sanierungen erfolgten 1705, 1775, 1836, 1844 und 1905. 1969 stürzte das Gewölbe ein und machte die Kirche unbenutzbar, eine Sanierung blieb zu DDR-Zeiten aus. 1994 wurde der Kirchturm, finanziert durch private Spenden, renoviert.
Schloss Wölkau
An der Stelle des heutigen Schlosses in Kleinwölkau befand sich früher das Rittergut. Dieses wurde 1659 von Christoph Vitzthum von Eckstädt erworben, der dort ein Herrenhaus erbauen ließ. Das Schloss hat einen quadratischen Grundriss mit einem dreigeschossigen Mittelbau und kleineren Seitenflügeln, weiterhin gibt es eine Orangerie. Zu DDR-Zeiten gab es verschiedene Nutzungen, so war das Gelände unter anderem Teil des VEG Wölkau, in dem Saatgut produziert wurde, im Ost- und Westflügel lebten Arbeiter des VEG in den Bedienstetenwohnungen. Der Mitteltrakt wurde hingegen als Kulturhaus genutzt. Mittlerweile ist das Schloss in Privatbesitz und verfällt.Eine andere Geschichte der Nachwendezeit. In: FAZ, 27. September 2014, S. B6; faz.net 25. September 2014; abgerufen am 17. Juni 2017
Südlich des Schlosses schließt sich ein 15 Hektar großer Schlosspark an, außerdem gibt es zwei Teiche.Informationen zum Schloss Wölkau. Seiten der Gemeinde Schönwölkau.
Apotheke mit Einrichtung aus der Zeit um 1900
Infrastruktur mini|Gellertschule Die Grundschule (mit Sporthalle) erinnert mit ihrem Namen ebenfalls an Gellert, außerdem gibt es eine Gaststätte und die Freiwillige Feuerwehr.
Literatur Hans-Joachim Böttcher: Wölkau – Das Schloß, vom Lichte silberübersponnen … In: Still und voll herber Schönheit … Schlösser und ihre Gärten in der Dübener Heide. Bad Düben 2006, ISBN 3-00-020880-1, S. 153–168. Carl Wilhelm Thon: Die Chronik Groß-Wölkau, Klein-Wölkau, Boyda, Krensitz und Niederossig. Hrag.: Friedemann Steiger, Inge Albrecht und Peter Rott. 2 Bände. Leipzig 2006, ISBN 978-3-939404-56-9 und ISBN 978-3-939404-57-6
Weblinks
Ortsteil Boyda In: webauftritt der Gemeinde Schönwölkau. Ortsteil Göritz In: webauftritt der Gemeinde Schönwölkau.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Nordsachsen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Nordsachsen) Kategorie:Schönwölkau Kategorie:Gemeindegründung 1950 Kategorie:Gemeindeauflösung 1995 Kategorie:Ersterwähnung 1222