Karl Vass (* 20. Juni 1896 in Budapest; † 3. Oktober 1953 ebenda; gebürtig Károly Vass) war ein ungarischer Kameramann.
Leben Nach einer fotografischen Ausbildung in Budapest arbeitete er ab 1913 als Fotograf. 1914 wurde er untergeordneter Kameramann beim ungarischen Film. Nach seiner Einberufung zum Kriegsdienst drehte er im vorletzten Kriegsjahr 1917 in Budapester Ateliers seinen ersten Film als Chefkameramann.
Im Oktober 1919 verließ er Ungarn und ging zuerst nach Wien und im August 1920 nach Berlin. Beim deutschen Film konnte er seine Karriere als Kameramann fortsetzen. 1926 stand er in Japan und China mit Emil Schünemann bei den Dreharbeiten zu den Abenteuerfilmen Die Frau ohne Namen und Colonialskandal hinter der Kamera.
Im Tonfilmzeitalter wurde Vass in Deutschland meist nur noch für Dokumentarfilme herangezogen. So gehörte er zu dem Stab von Kameraleuten, über den Leni Riefenstahl bei den Aufnahmen zu Triumph des Willens und Olympia gebot. Er kehrte anschließend nach Ungarn zurück und arbeitete dort bis 1944 als Kameramann.
Filmografie (Auswahl) 1917: Der Maskenball (Álarcosbál) 1917: Dorian Gray (Az élet király) 1917: Das Meeresungeheuer (A tryton) 1918: Casanova 1920: Der Falschspieler 1920: Der Henker von Sankt Marien 1921: Begierde 1921: Lady Hamilton 1921: Das rote Plakat, 2. Teil: Die eiserne Acht 1922: Krawattenmacher – Der Wucherer von Berlin 1922: Lucrezia Borgia 1923: Paganini 1923: S.O.S. Die Insel der Tränen 1924: Arabella, der Roman eines Pferdes 1924: Das schöne Abenteuer 1924: Carlos und Elisabeth 1925: Soll man heiraten? 1925: Hanseaten 1926: Die Zwei und die Dame 1927: Die Frau ohne Namen (2 Teile) 1927: Die Jagd nach der Braut 1927: Colonialskandal 1927: Eheferien 1927: Die Insel der verbotenen Küsse 1927: Das Fräulein von Kasse 12 1928: So küsst nur eine Wienerin 1929: Lockendes Gift 1930: Sei gegrüßt, Du mein schönes Sorrent 1931: Die Nacht ohne Pause 1932: Der Feldherrnhügel 1933: Das Testament des Dr. Mabuse 1934: Volldampf voraus! 1935: Triumph des Willens 1936: Der Dschungel ruft 1936/38: Olympia (2 Teile) 1941: Das letzte Lied (Az utolsó dal)
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Achter Band T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 144 f.
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