mini|hochkant|Otto Rosencrantz Otto Rosencrantz (* 9. Dezember 1875 in Insterburg, Ostpreußen; † 19. Januar 1963 in Bückeburg) war ein deutscher Verwaltungsjurist.
Leben Otto Rosencrantz absolvierte das Gymnasium seiner Heimatstadt Insterburg. Zum Sommersemester 1895 immatrikulierte er sich an der Albertus-Universität Königsberg für Rechtswissenschaft. Nach der Referendarausbildung wurde er in Königsberg zum Dr. iur. promoviert.Dissertation: Die staatsrechtliche Stellung von Elsaß-Lothringen. Von 1903 bis 1907 war er Rechtsanwalt in Insterburg. In die innere Verwaltung des Königreichs Preußen getreten, wurde er 1907 Stadtrat und Syndikus in Brandenburg an der Havel. Nachdem er ab 1909 sieben Jahre Senator in Altona gewesen war, kehrte er 1916 als Oberbürgermeister nach Insterburg zurück. Um die Linderung der dortigen Wohnungsnot bemüht, zeigte sich Rosencrantz offen für neue Bauweisen. Im Stadtteil Sprindt wurde die Hauptstraße nach ihm benannt. 1919 unterzeichnete er mit Hans Scharoun den Aufruf zum farbigen Bauen von Bruno Taut und förderte das Kunstleben in der Stadt. Das erste Bauwerk des „farbigen Bauens“ nach der Zeichnung des Aufrufs entstand 1921–1924 am Stadtrand Insterburgs.Siedlung Kamswykus, Hans Scharoun, Auftrag 1919–1920 Von 1919 bis 1921 vertrat er Gumbinnen im ostpreußischen Provinziallandtag.Mitgliederverzeichnis des ostpreußischen Provinziallandtages (Korfmacher) Rosencrantz und Ernst Siehr (damals Reichstagsabgeordneter) sorgten am Ende des Ersten Weltkrieges dafür, dass Insterburg in der Revolutionszeit eine „ruhige Oase“ blieb.Gerd Brausch: Siehr, Ernst Ludwig 1920 – nach dem Kapp-Putsch – wurde er Regierungspräsident im Regierungsbezirk Gumbinnen. Verantwortung, Ernst, Energie und gelassene Lebensfreude brachten den „Gumbinner Stil“ in die Preußische Staatsverwaltung. Das NS-Regime enthob ihn 1933 dieses Amtes und versetzte ihn in einen kleineren Ort im Kreis Demmin.
Durch Eingreifen seines früheren Vizepräsidenten kam er 1947 von Vorpommern nach Wunstorf. Er stellte sich den Spruchkammern für Entnazifizierungen zur Verfügung.Hauptstaatsarchiv Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Er zog nach Nienburg/Weser und schließlich nach Bückeburg, wo er als Witwer eine zweite Ehe schloss.Hans Lippold: Nachruf auf Otto Rosencrantz. Zeitung der Altmärker-Masuren 32, Kiel 1963, S. 480 f. Das Corps Palaiomarchia Halle verlieh ihm 1960 das Band.Verzeichnis sämtlicher Mitglieder des Corps Masovia 1823–2005. Potsdam 2006
Würdigung Klaus von der Groeben schrieb 1988 über Rosencrantz:Mit Erlaubnis aus: Verwaltung und Politik 1918–1933 am Beispiel Ostpreußens. Kiel 1988, S. 359 ff.
Über Rosencrantz schrieb einer der ihm unterstellten Landräte des Bezirks, der der DNVP angehörende Landrat Roderich Walther in Gumbinnen:Roderich Walther: Herbstliche Blätter. Manuskript, in Privatbesitz
Ehrungen Eisernes Kreuz am weißen Bande Ehrenbürger von Insterburg
Siehe auch Ostpreußische Operation (1945) Nachkriegszeit in Deutschland Spruchkammerverfahren
Literatur G. Schulze (Bearb.): Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817–1934/38. Bd. 11/II. In: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Acta Borussica. Neue Folge. Olms-Weidmann, Hildesheim 2003, S. 678 (Online; PDF 2,19 MB).
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Ehrenbürger in Ostpreußen Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland) Kategorie:Regierungspräsident (Gumbinnen) Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages von Ostpreußen (Weimarer Republik) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes am weißen Bande Kategorie:Bürgermeister (Preußen) Kategorie:DDP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1963 Kategorie:Mann