Ein Emoji ( „Bildschriftzeichen“) ist ein Piktogramm, Logogramm, Ideogramm oder Smiley, das unter anderem in elektronischen Nachrichten (insbesondere in SMS und Chat) und auf Webseiten verwendet wird.

Die Emojis Lächelndes Gesicht mit offenem Mund, Kuss zuwerfendes Gesicht und Augen verschließender Affe, wie sie auf verschiedenen Plattformen dargestellt werden. Code U+1F605U+1F618 U+1F648 Aktuell verwendeter Webbrowser 😅 😘 🙈 Noto Color 15.0 64px| 64px 64px| Twemoji 14.0 64px| 64px| 64px| Emoji One 2.2 64px| 64px| 64px| Firefox OS 2.5 64px| 64px| 64px| Funktion Die Hauptfunktion von Emoji besteht darin, emotionale Hinweise zu geben, die in einem nur auf Buchstaben basierendem Text nur durch viele Wörter zu vermitteln wären.Riordan, M.A. (2017). Emojis as tool for emotion work: Communicating affect in text messages. Journal of Language and Social Psychology, 0261927X17704238 zit. nach Appel, Markus (2018) VL Psychologie der Online- und Mobilkommunikation 1 Dabei gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Emojis wie zum Beispiel Gesichtsausdrücke, Alltagsgegenstände, Tiere und Wetter. Zur begrifflichen Abgrenzung siehe Emoticon.

Etymologie Der Begriff „Emoji“ stammt aus der japanischen Sprache und bedeutet „Bildschriftzeichen“.Westfälische Nachrichten: Umfrage des Digitalverbands Bitkom: Emojis verwirren oft, Aus aller Welt, Berlin, dpa, 16. Juli 2024 Er setzt sich aus den Schriftzeichen 絵 für „e“ (Bild), 文 für „mon“ (Text) und 字 für „ji“ (Buchstabe) zusammen.

Geschichte Bereits im 19. Jahrhundert gab es sogenannte Setzerscherze (→ Geschichte des Smileys). 1938 schrieb Ludwig Wittgenstein, dass durch einfach gezeichnete Gesichtsausdrücke flexiblere und vielgestaltigere Beschreibungen als nur durch Adjektive möglich seien.Olivia Goldhill: Ludwig Wittgenstein was one of the great 20th-century philosophers. He also invented the emoji, qz.com, 28. April 2018, abgerufen am 1. Mai 2018Ludwig Wittgenstein: Vorlesungen und Gespräche über Ästhetik, Psychologie und Religion, S. 23, Vandenhoeck & Ruprecht, 1968, Übersetzung aus dem Englischen, abgerufen am 1. Mai 2018 Ende der 1990er Jahre erstellte Shigetaka Kurita digitale Emojis für DoCoMo im Rahmen des i-mode-Projekts. Ab 1982 verbreiteten sich Emoticons im Internet-Vorläufer Arpanet. Zwar sind heutige Emojis vergleichsweise groß, detailliert und farbig, den Fähigkeiten damaliger Mobiltelefone entsprechend waren diese Emojis allerdings einfarbig und von lediglich 12 × 12 Pixel Kantenlänge. Deshalb unterlagen sie mangels Schöpfungshöhe auch nicht dem Urheberrecht. Dies erlaubte anderen japanischen Telefongesellschaften, eigene Geräte ebenfalls Emoji-fähig zu machen, und ermöglichte somit eine rasche Marktdurchdringung.

Seit 2013 dokumentiert die Website Emojipedia alle Unicode-Emojis mit Namen, Beschreibung und Abbildungen.

Seit 2014 wird der Welt-Emoji-Tag begangen. Der chinesische Künstler Xu Bing veröffentlichte das erste belletristische Werk nur mit Emojis als Schriftzeichen geschrieben: Book from the Ground, das einen Tag im Leben eines typischen städtischen Angestellten schildert.

Einige Jahre vor 2020 nahm der Musiker Paul McCartney für Skype die ersten Audio-Emojis, sogenannte „Love Mojis“, welche von Skype zum Übermitteln im Chat mit Animationen verknüpft wurden, auf.Paul McCartney: Lyrics. 1956 bis heute. Hrsg. mit einer Einleitung von Paul Muldoon. Aus dem Englischen übersetzt von Conny Lösche. C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-77650-2, S. 705.

2015 wählte die Oxford University Press das Emoji 😂 Face With Tears of Joy („Gesicht mit Freudentränen“) zum Wort des Jahres, da die Verwendung von Emojis 2015 stark zugenommen hätte und diese als „nuancierte Ausdrucksform […] Sprachbarrieren überwinden“ könnten. 😂 sei nach einer Analyse des Tastaturanbieters SwiftKey 2015 das weltweit am häufigsten verwendete Emoji gewesen.

2015 führten mehrere große Konzerne Emojis mit unterschiedlichen Hautfarben ein. Ergänzend zum ursprünglichen Gelb kamen fünf verschiedene Nuancen hinzu, die von hellen bis zu dunklen Hauttönen reichen.

2017 wurde der US-amerikanische 3D-Computeranimationsfilm Emoji – Der Film, produziert von Sony Pictures Animation, veröffentlicht, der auf Emojis und ihrer prominenten Rolle in digitaler Kommunikation basiert.

Kodierung Shift_JIS Emojis wurden in einem freien Bereich von Shift JIS kodiert (F89F bis F9FC). Allerdings existierte anfangs keine herstellerübergreifend einheitliche Kodierung, so dass sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Varianten etabliert haben. Waren zu Beginn nur 176 Emojis definiert, so vergrößerte sich deren Anzahl bis 2010 auf 722. Neben der DoCoMo-Variante hat insbesondere die KDDI- und die SoftBank-Variante eine gewisse Verbreitung gefunden.

Unicode Übersicht Erst mit der Aufnahme der Emojis in Unicode 6.0 im Oktober 2010 wurde die Grundlage für eine weltweit einheitliche Kodierung geschaffen. Zu diesem Zeitpunkt enthielt die Vorgängerversion Unicode 5.2 bereits 114 dieser Zeichen in den Blöcken Basis-Lateinisch (in Verbindung mit Kombinierende diakritische Zeichen für Symbole), Lateinisch-1, Ergänzung, Allgemeine Interpunktion, Buchstabenähnliche Symbole, Pfeile, Verschiedene technische Zeichen, Umschlossene alphanumerische Zeichen, Geometrische Formen, Verschiedene Symbole, Dingbats, Zusätzliche Pfeile-B, Verschiedene Symbole und Pfeile, CJK-Symbole und -Interpunktion, Umschlossene CJK-Zeichen und -Monate, Mahjonggsteine, Zusätzliche umschlossene alphanumerische Zeichen und Zusätzliche umschlossene CJK-Zeichen. Da in diesen Blöcken Emojis Verwendung finden, wurde davon abgesehen, die Emojis als einheitlichen Block neu in Unicode aufzunehmen. Stattdessen wurden die verbleibenden Emojis auf die bestehenden Blöcke Verschiedene technische Zeichen, Verschiedene Symbole, Dingbats, Zusätzliche umschlossene alphanumerische Zeichen und Zusätzliche umschlossene CJK-Zeichen sowie die neuen Blöcke Spielkarten, Verschiedene piktografische Symbole, Smileys und Verkehrs- und Kartensymbole verteilt. Insgesamt enthält Unicode 6.3 somit 722 Emojis.

Von den 2834 mit Unicode 7.0 neu eingeführten zusätzlichen Zeichen können etwa 250 als Emojis verwendet werden, ohne dass dies im Einzelnen gesondert spezifiziert wäre. Eine Zählung der Washington Post kommt auf 240 neue Emojis. Die genaue Gesamtzahl aller in Unicode enthaltenen Emojis bleibt jedoch unklar und ist einem gewissen Ermessen unterworfen.

Darstellungsvarianten Manche Zeichen sind sowohl als farbiges und womöglich animiertes Emoji als auch als regulärer Textbestandteil darstellbar. Deswegen wurden in Unicode 6.1 bei 214 Zeichen diese Alternativen formal standardisiert: Mittels der sogenannten Variantenselektoren kann eine Anwendung nun eindeutig entscheiden, ob Emojis im Stil des restlichen Texts oder als Bilder dargestellt werden sollen. Folgt auf ein Emoji-Zeichen der Variantenselektor U+FE0E, so ist das Zeichen im Stil des restlichen Texts darzustellen, folgt stattdessen U+FE0F, so soll hingegen der Emoji-Stil verwendet werden.

Ob der Browser Emojis korrekt darstellt, kann anhand des folgenden Beispiels überprüft werden: Das Ankerzeichen (⚓, U+2693) einmal im Text-Stil (⚓︎, U+2693 U+FE0E) und einmal im Emoji-Stil (⚓️, U+2693 U+FE0F). Sehen beide Varianten gleich aus, so unterstützt entweder der Browser generell oder aber die konkret verwendete Schriftart keine Stilunterscheidung per Variantenselektor für Emojis.

In verschiedenen Diensten und Betriebssystemen kann dasselbe Emoji unterschiedlich gestaltet und dargestellt sein, und so unterschiedlich interpretiert werden. Wird ein Emoji auf ein Handy mit einem anderen Betriebssystem gesendet (Apple, Google, Microsoft, Samsung, LG) wird es in der dortigen Schriftart angezeigt. Das Emoji „Grinning face with smiling eyes“ (U+1F601) beispielsweise wurde von Nutzern je nach Plattform sowohl negativ (Apple) als auch positiv gesehen. Selbst dieses eine Emoji wurde unter Apple-Nutzern unterschiedlich bewertet.

Regionalindikatoren Eine besondere Form von Emojis sind die Regionalindikatoren (U+1F1E6 bis U+1F1FF) aus dem Block Zusätzliche umschlossene alphanumerische Zeichen: Dabei handelt es sich um Sequenzen aus zwei Zeichen, die Länderkürzeln nach ISO 3166-1 ALPHA-2 entsprechen, beispielsweise 🇩🇪 (U+1F1E9 U+1F1EA) für Deutschland. Es bleibt der jeweiligen Anwendung überlassen, ob sie diese Länderkürzel als Buchstabenfolge darstellt (DE) oder als Symbol, wie etwa als Flagge des entsprechenden Gebiets (15px|Flagge Deutschlands) oder als dessen stilisierter Umriss (15px|Umriss von Deutschland). Es gibt auch einige von der ISO-Norm abweichende Codes wie IC.

Verwendung Emojis mit häufigster und seltenster Verwendung im deutschsprachigen Raum (Stand Mitte 2024) häufigste Verwendung seltenste Verwendung 😂 😦 😊 😶‍🌫️ 😉 🫥

Laut einer Erhebung des Unternehmens SwiftKey von 2015 werden fröhliche Emojis am häufigsten genutzt (45 %), gefolgt von traurigen Emojis, Herzen, Handgesten und romantischen Darstellungen. Daneben werden Emojis mit sexuellen Anspielungen (insbesondere das astrologische Zeichen für Krebs als Ersatzzeichen für 69, aber auch Banane, erhobene Faust, Aubergine, Pfirsich, Kirschen) und der Kothaufen benutzt. In Deutschland wird das Emoji Maus überdurchschnittlich oft genutzt.Most-used emoji revealed: Americans love skulls, Brazilians love cats, the French love hearts, SwiftKey, 21. April 2015 Laut einer Studie, die auf 280 Millionen deutschsprachigen Twitter- und WhatsApp-Nachrichten aus dem Jahr 2022 basiert, ist das Tränen lachende Gesicht das am meisten genutzte Gesichts-Emoji im deutschsprachigen Raum gefolgt vom lachenden Gesicht und dem zwinkernden Smiley.Westfälische Nachrichten: Tränen lachendes Emoji sehr beliebt – Ein Smiley wird im deutschsprachigen Raum am meisten genutzt, Berlin, Titelseite, dpa, 21. August 2024 Dieser Studie zufolge kommt das entsetzte Gesicht am seltensten zur Verwendung, gefolgt von dem Gesicht in den Wolken und dem Gesicht mit gepunkteten Linien.

Ein gemäßigter Gebrauch von Emojis durch Vorgesetzte oder Kundenbetreuer im beruflichen E-Mail-Verkehr wird als empathisch empfunden.Sabrina Eimler, Stephan Winter, Tina Ganster: Im Netz des Lächelns. Kultur und Management im Dialog, Nr. 104, August 2015 (PDF; 1,2 MB) S. 17–20

Seit Mitte der 2000er Jahre sind Emoji nicht mehr nur Bestandteil digitaler Kommunikation, sondern auch zunehmend in den Medien Literatur oder Kunst von Bedeutung, etwa als Bestandteil von digitaler Literatur, Handyromanen, aber auch konventionell publizierten Texten.

Seit den 2020er Jahren werden Emojis in sozialen Medien verstärkt dazu eingesetzt, Nachrichten zu codieren. Dabei werden einzelne Buchstaben (nach optischer Ähnlichkeit) oder Silben (nach phonetischer Ähnlichkeit wie in einem Rebus) ersetzt, um Text für Künstliche Intelligenz schwerer durchsuchbar zu machen, beispielsweise C🌍VID.

Für einige Emojis wird beschrieben, dass sie mittlerweile überwiegend als Symbole für spezielle andere Zusammenhänge als durch ihr Bild dargestellt verwendet werden, beispielsweise mit politischer oder sexueller Konnotation.

Wirkung In einer großflächig angelegten Studie von 2017 fand die Psychologin Monica A. Riordan heraus, dass die Verwendung von Emojis Nachrichten mit positivem Inhalt nochmals positiver wirken lässt. Dabei war zum Teil auch die Anzahl der Emojis ausschlaggebend für die Wirkung auf den Rezipienten. Je mehr Emojis an das Ende einer Textnachricht gesetzt wurden, umso positiver wurde diese wahrgenommen.

Gleiche Effekte ließen sich auch bei Nachrichten mit negativem Inhalt feststellen. Zwar wurden diese weiterhin als negativ aufgefasst, die Verwendung von Emojis hat den Grad der empfundenen Intensität der Textnachricht jedoch verringert.