mini|Dorfkirche Oberglaucha mit Storchennest. mini|hochkant|Dorfkirche Niederglaucha.

Glaucha ist ein Ortsteil der Gemeinde Zschepplin im Landkreis Nordsachsen in Sachsen.

Geografie Glaucha liegt an der Bundesstraße 107 zwischen den Städten Eilenburg und Bad Düben. Eine nicht klassifizierte Straßenverbindung führt von Glaucha nach Hohenprießnitz. Östlich des Ortes fließt die Mulde vorbei. Durch Glaucha verläuft der Muldentalradwanderweg. Der Ortsteil gliedert sich in die zwei Siedlungsbereiche Ober- und Niederglaucha.

Geschichte Das Rittergut In Glaucha befand sich über mehrere Jahrhunderte ein Rittergut, in der Hand der Adelsfamilien von Zaschnitz, von Schütz, von Lochow, von Minckwitz sowie über fünf Generationen der von Hohenthal. Von etwa 1721 bis 1782 war das Gut zwischenzeitlich in bürgerlichen Händen der Koch. Über Heirat der Tochter Koch mit Peter Hohmann-Edler von Hohenthal gelangte das Rittergut Nieder-Glaucha und Teile von Ober-Glaucha in den Besitz der nachfolgend in den Grafenstand nobilitierten Familie von Hohenthal, Linie Hohenprießnitz. Bekannt wurde später der Politiker Graf Moritz von Hohenthal-Hohenprießnitz, er wurde Mitglied des Preußischen Herrenhauses und kgl. preuß. Rittmeister a. D.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflicher Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941. Jahrgang 114, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 202. Sein Besitz, zum Schloss Hohenprießnitz zugehörig, Rittergut Nieder-Glaucha in Glaucha hatte einen Umfang von 185 ha, dazu gehörte ein 24 ha-Anteil in Ober-Glaucha, beide Anfang der 1920er Jahre verpachtet an Arthur Grothe.Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S., In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 120–125.

Verwaltungsgeschichte Ober- und Niederglaucha gehörten bis 1815 zum kursächsischen, später königlich-sächsischen Amt Eilenburg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 56–57. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen beide Orte zu Preußen. Sie wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten.

Die Gemeinde Glaucha entstand am 20. Juli 1950 aus dem Zusammenschluss der beiden Landgemeinden Oberglaucha und Niederglaucha. Im Zuge der zweiten Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Glaucha dem Kreis Eilenburg im Bezirk Leipzig angeschlossen, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging. Am 1. Januar 1999 wurde Glaucha mit vier weiteren Gemeinden zur Gemeinde Zschepplin zusammengeschlossen.StBA-Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999.

Einwohnerentwicklung  Jahr  OberglauchaAngaben zur Geschichte von Oberglaucha im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen NiederglauchaAngaben zur Geschichte von Niederglaucha im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen 1818 93 248 1880 166 241 1895 158 208 1910 153 213 1925 140 170 1939 128 190 1946 199 325   GlauchaAngaben zur Geschichte von Glaucha im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen. 1950 460 1964 368 1990 338

Sehenswürdigkeiten Kirche in Oberglaucha: Die Kirche in Oberglaucha stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie besitzt einen kleinen Turm mit einer kleinen und einer größeren Glocke. Die kleine stammt aus der Zeit um 1300, die größere wurde 1488 gegossen.Kirchenkreis Eilenburg (Hrsg.): Spuren im Stein - Kirchen im Kirchenkreis Eilenburg, Leipzig 1997, ISBN 3-00-001722-4. Kirche in Niederglaucha: Die barocke Kirche in Niederglaucha stammt aus dem Jahr 1703, die Orgel stammt aus dem Jahre 1784. Ein Vorgängerbau aus der Zeit um etwa 1220 gehörte dem hiesigen Rittergut. Von 1984 bis 1989 wurde die Kirche saniert.

Weblinks

Architektur Blicklicht: Glaucha-Rittergut Niederglaucha (bei Leipzig).

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Nordsachsen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Nordsachsen) Kategorie:Zschepplin Kategorie:Gemeindegründung 1950 Kategorie:Gemeindeauflösung 1999