Monbazillac (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Monbazillacois und Monbazillacoises genannt.

Die Gemeinde liegt an der Via Lemovicensis, einem der vier historischen Wege der Jakobspilger in Frankreich.

Geografie

Monbazillac liegt etwa 47 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 58 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa sechs Kilometer südsüdöstlich von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre am südwestlichen Rand des Départements. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Gardonnette, die es im Süden begrenzt, von den Flüsschen Ruisseau de Lespinassat und Ruisseau des Giroux sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Monbazillac liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.

Monbazillac erstreckt sich über eine wellige, waldarme, aber mit zahlreichen Weinbergen durchsetzte Landschaft, deren Erhebungen nach Süden hin zunehmen und dort meist Höhen über aufweisen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit Höhe im Westen in der Nähe des Lieu-dits le Moulin de Malfourat. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Norden mit Höhe beim Austritt eines zeitweise trockenfallenden Baches aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum befindet sich auf etwa Höhe.

Rund 90 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, rund 77 % durch Weinbau genutzt, rund 10 % sind bewaldet (Stand: 2018).

Umgeben wird Monbazillac von folgenden sechs Nachbargemeinden:

Klima Die klimatischen Bedingungen in Monbazillac werden als warm und gemäßigt eingestuft. In Monbazillac ist das ganze Jahr über Niederschlag zu verzeichnen, und selbst im trockensten Monat Juli gibt es noch erhebliche Niederschläge. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Monbazillac beträgt 13,5 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,6 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,7 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 824 mm.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Monbazillac Natürliche Risiken manifestieren sich in Monbazillac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Obwohl das Gemeindegebiet nur zu einem kleinen Teil mit Wald bedeckt ist, ist Monbazillac einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 90 % des Gemeindegebiets, im Norden von einer mittleren, im Süden von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1995, 2005, 2011 und 2017 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Monbazillac besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.

Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich im Falle von Monbazillac um ein früheres Lager für brennbare Flüssigkeiten.

Etymologie und Geschichte Der Ortsname ist erst spät, am Ende des 15. Jahrhunderts, in der latinisierten Form Monte Bazalano belegt (1482). Danach erschien er 1555 als Mons Bazalha, dann 1692 als Montbazaliat. Die Schreibweise Montbazillac ist noch im 19. Jahrhundert gebräuchlich. Die Kombinationen -lh- und -li- wurden zu -ill-. Der Name stammt von der Zusammensetzung des okzitanischen mont (aus dem lateinischen mons, montis, ) und eines gallorömischen Personennamens, Basilius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Basiliacum, Landgut des Basilius). Er bezeichnet also „den Hügel, den Berg des Basilius“.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 223–224

Die Region Monbazillac wurde um 1080 von den Mönchen der Abtei Saint-Martin in Bergerac gerodet. Im Mittelalter wurden Weinberge an den Hängen nördlich der Stadt Bergerac angelegt. Nachdem der Hundertjährige Krieg diese Weinberge verwüstet hatte, beschlossen die Honoratioren der Stadt, die Südhänge zu bewirtschaften. Am 4. September 1495 entstand die Vinée Sud, der Vorfahre des Weinbaugebiets Monbazillac.

Die lokalen Weißweine erfreuten sich rasch wachsender Beliebtheit in Frankreich und später in ganz Europa. Die Widerrufung des Edikts von Nantes (1685) verstärkte dieses Phänomen noch. Protestanten aus Bergerac fanden Zuflucht in den Niederlanden, dem damaligen Zentrum des internationalen Handels. Natürlich war es naheliegend, dass sie die Weine ihrer Heimat förderten.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Das Schloss Monbazillac wurde in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts im Stil der Renaissance erbaut und ist seit 1941 als Monument historique klassifiziert. Der rechteckige Grundriss ist an den Ecken mit Rundtürmen versehen und von einem trockenen Graben umgeben. Das Herrenhaus Fonvieille stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist seit 1948 als Monument historique eingeschrieben. Die Kirche Saint-Martin wurde mehrmals zerstört und am Ende der Herrschaft Ludwigs XIV. wieder aufgebaut. Ehemalige Windmühle Malfourat

Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) mit 95 Schülerinnen und Schülern in vier Klassen (2025) und ein öffentliches landwirtschaftliches Lycée „La Brie“.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 356 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Monbazillac erwerbstätig, entsprechend 77,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (81,2 %) höher war als bei den Frauen (73,3 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 19 Personen im Jahr 2023 sehr viel niedriger als im Jahr 2017 (41). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 10,7 % (2017) auf 5,3 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 36,0 % auf 5,0 %.

Branchen und Betriebe 72 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Monbazillac wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien79,7 %Baugewerbe56,9 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie2230,6 %Information und Kommunikation34,2 %Finanzen und Versicherungen68,3 %Immobilien68,3 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten79,7 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln912,5 %Andere Dienstleistungen79,7 %Gesamt72

Landwirtschaft Eine wichtige Einnahmensquelle stellt in Monbazillac der Weinbau dar. Das Weinbaugebiet Monbazillac produziert in erster Linie Weißweine und darf seit dem 15. Mai 1936 die Bezeichnung Appellation d’Origine Contrôlée führen.

Monbazillac liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine: Bergerac blanc, rosé und rouge, Côte de Bergerac blanc und rouge, Monbazillac und Monbazillac Sélection de grains nobles.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Weinbau. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 53 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 49 im Jahr 2000, auf 44 im Jahr 2010 und auf 43 im Jahr 2020, ein Rückgang von 18,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 1445 Hektar im Jahre 1988 auf 1357 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 27,3 Hektar auf 31,6 Hektar.

Fernwanderwege Durch Monbazillac verläuft der 1570 Kilometer lange Fernwanderweg GR 654 von Gué-d’Hossus im Département Ardennes über Vézelay nach Saint-Palais im Département Pyrénées-Atlantiques, der in seinem Verlauf der Via Lemovicensis ähnelt.

Der 1339 Kilometer lange Fernwanderweg GR 6 von Sainte-Foy-la-Grande (Département Gironde) nach Saint-Paul-sur-Ubaye (Département Alpes-de-Haute-Provence) durchquert ebenfalls das Zentrum von Monbazillac.

Verkehr Die zur Departementsstraße D 933 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 133 durchquert das nordwestliche Gemeindegebiet. Die Nationalstraße N 21 wird an der äußersten Nordostspitze des Gemeindegebiets vorbeigeführt. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Monbazillac mit den Weilern der Gemeinde und mit den Nachbargemeinden.

Persönlichkeiten Joseph Crocé-Spinelli (1845–1875), französischer Erfinder und Ballonpionier, geboren in Monbazillac

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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