Oebisfelde-Weferlingen ist eine Stadt im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geografie Geografische Lage Teile des Drömlings liegen in der Stadt, die sich an der Landesgrenze zu Niedersachsen, am Nordostrand des Lappwalds und an der Übergangszone von der Altmark zur Magdeburger Börde befindet. Durch das Gebiet fließen die Flüsse Aller, Ohre und Spetze. Im Stadtgebiet befindet sich die Wüstung Nievoldhagen und der Großteil des Landschaftsschutzgebietes Harbke-Allertal.

Nachbargemeinden Im Norden grenzen die Stadt Klötze und die Hansestadt Gardelegen des Altmarkkreises Salzwedel an, im Osten die Gemeinden Calvörde, Flechtingen und Altenhausen, im Süden die Gemeinden Erxleben und Beendorf (Mitgliedsgemeinden der Verbandsgemeinde Flechtingen). Im Westen liegt das Land Niedersachsen mit den Samtgemeinden Grasleben, Velpke und Brome.

Stadtgliederung Die Stadt Oebisfelde-Weferlingen ist eine Einheitsgemeinde und gliedert sich in folgende Ortschaften mit zugehörigen Ortsteilen (in Klammern die Postleitzahlen): (PDF; 6,1 MB)

Geschichte Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Döhren, Eschenrode, Hödingen, Hörsingen, Schwanefeld, Seggerde, Siestedt, Walbeck und der Flecken Weferlingen aus der Verwaltungsgemeinschaft Flechtingen und die Gemeinden Bösdorf, Eickendorf, Etingen, Kathendorf, Rätzlingen und die Stadt Oebisfelde aus der Verwaltungsgemeinschaft Oebisfelde-Calvörde zur Stadt Oebisfelde-Weferlingen zusammen. (PDF; 3,5 MB) Die restlichen Gemeinden der beiden Verwaltungsgemeinschaften gründeten die Verbandsgemeinde Flechtingen. Im Wesentlichen besteht das Stadtgebiet aus den 2005 aufgelösten Verwaltungsgemeinschaften Oebisfelde und Weferlingen (außer Beendorf). Am 1. September 2010 wurde die ehemalige Gemeinde Everingen per Gesetz eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 Zunächst war sie ab dem 1. Januar 2010 von der Stadt mitverwaltet worden.

Bevölkerung Jahr Einwohner 2010 14.274 2015 13.916 2020 13.555 Jahr Einwohner 2021 13.544 2022 13.073 2023 12.997 2024 13.002 2025 12.883

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Stadtrat Der Stadtrat von Oebisfelde-Weferlingen besteht aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 62,1 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 27,8 % 8 29,9 % 8 AfD – – 18,5 % 5 Unabhängige Wählergemeinschaft Oebisfelde-Weferlingen . 6 18,0 % 5 SPD 19,4 % 5 15,2 % 4 Wir für Oebisfelde . 3 8,0 % 2 Die Linke 9,5 % 3 4,9 % 2 Bündnis 90/Die Grünen 5,7 % 2 2,9 % 1 Einzelbewerber Henry Weske – – 1,5 % 1 Einzelbewerber Christian Brauns – – 1,0 % – Einzelbewerber Martin Herrmann . 1 – – Einzelbewerberin Uta Bruns . – – – Insgesamt 100 % 28 100 % 28

Bürgermeister 2010–2017: Silke Wolf (Die Linke) 2017–2024: Hans-Werner Kraul (CDU) seit 2024: Marc Blanck (CDU)

Kraul wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 6. November 2016 mit 57,5 % der gültigen Stimmen gewählt.

Blanck wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 8. Oktober 2023 mit 63,2 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 8. Oktober 2023

Wappen Das Wappen wurde am 13. Mai 2011 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In mit vierzehn silbernen Sternen bestreutem blauen Schild, aus mit einer blauen Wellenleiste belegtem goldenen Schildfuß wachsend eine goldene Eiche mit silbernen Eicheln und goldenen Kapseln. Auf der Eiche mittig ein halb rechts gewendeter hersehender silberner Kauz, auf der Brust einen silbernen Schild, darin zwei schwarze Rauten balkenweise.“ (PDF; 664 kB)Protokoll Stadtratssitzung vom 21. September 2011

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet. Es vereint die Wappensymbole aus den Wappen von Oebisfelde (Kauz) und Weferlingen (Eiche) mit vierzehn gestreuten Sternen als Bezug auf die weiteren einstigen Gemeinden, während der Wellenbalken symbolisch für die Flüsse Aller, Ohre und Spetze steht.Jörg Mantzsch: Das Wappen der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Landkreis Börde 2011 (Gutachten: Landeshauptarchiv Magdeburg)

Die Farben der Stadt sind: Gelb-Blau

Städtepartnerschaften Die einzelnen Ortsteile haben jeweils noch Partnerschaften, die von den Orten selbst aufrechterhalten werden. So hat die Ortschaft Oebisfelde eine Städtepartnerschaft zum polnischen Lidzbark (Lautenburg) und Weferlingen seit 2000 mit dem bulgarischen Swilengrad.

Sehenswürdigkeiten und Kultur Der Aller-Radweg und die Nordroute der Straße der Romanik führt durch die Stadt. Die in der Gemeinde befindlichen Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Oebisfelde-Weferlingen eingetragen, die Bodendenkmale in der Liste der Bodendenkmale in Oebisfelde-Weferlingen.

Bauwerke Oebisfelder Innenstadt mit Rathaus und Roland Denkmalgeschützter Ortskern Weferlingen mit zahlreichen Fachwerkhäusern Burg Oebisfelde (Sumpfburg) Burgruine Weferlingen mit Grauer Hermann Ruine der Stiftskirche Walbeck Schloss Seggerde St.-Katharinen-Kirche Oebisfelde

Museen In den Ortschaften Oebisfelde und Weferlingen befinden sich jeweils Heimatmuseen, die sich speziell mit der Geschichte und Entwicklung der Region beschäftigen. Im Weferlinger Museum kann man zusätzlich die Entwicklung der ortsansässigen Adler-Apotheke besichtigen.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch das Stadtgebiet führen die Bahnstrecken Berlin–Lehrte, Oebisfelde–Magdeburg und Haldensleben–Weferlingen. Der Bahnhof Oebisfelde war lange ein bedeutender Eisenbahnknoten und von 1945 bis 1990 Grenzbahnhof an der innerdeutschen Grenze. Weferlingen ist über die teilweise im Güterverkehr bedienten Strecken Helmstedt–Oebisfelde und von Haldensleben mit dem Bahnnetz verbunden.

Außerdem befindet sich im Norden der Mittellandkanal, zu ihm besteht an der Lände Drömling ein Zugang. Im Süden quert die Bundesautobahn 2 das Stadtgebiet. Die Bundesstraße 188 verläuft nördlich von Oebisfelde, die Bundesstraße 1 ist sechs Kilometer vom Stadtteil Schwanefeld entfernt.

Bildung mini|Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Im Stadtgebiet befinden sich folgende Schulen:

Grundschule An der Aller (Oebisfelde) Grundschule Drömlingsfüchse (Oebisfelde) Grundschule Rätzlingen Grundschule Weferlingen Sekundarschule Drömlingschule (Oebisfelde) Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (Weferlingen)

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt August Stisser (1671–1741), lutherischer Theologe Kasimir Wilhelm von Hessen-Homburg (1690–1726), Prinz von Hessen-Homburg Friedrich Christian (1708–1769), Markgraf von Brandenburg-Bayreuth Sophie Christine Luise von Brandenburg-Bayreuth (1710–1739), Fürstin von Thurn und Taxis Friedrich III. (1711–1763), Markgraf von Brandenburg-Bayreuth August List (1824–1890), Reichstagsabgeordneter Reinhold von Werner (1825–1909), Vizeadmiral und Militärschriftsteller Max Peiffer Watenphul (1896–1976), Maler und Schüler am Bauhaus Wilhelm Siegmann (1898–1969), SS-Hauptsturmführer und KZ-Wächter Ernst Böse (1901–1962), Abgeordneter im Landtag von Anhalt, Lehrer an der Hamburger Polizeischule Herbert Stass (1919–1999), Schauspieler und Synchronsprecher Gerd Brüdern (1920–1968), Schauspieler und Regisseur Robert Gordian (1938–2017), Schriftsteller Hans Böttcher (* 1940), Fußballspieler Ulrich Stockmann (* 1951), Politiker (SPD), 1994–2009 Abgeordneter des Europäischen Parlaments Angela Voigt (1951–2013), Leichtathletin und Olympiasiegerin Margit Müller (* 1952), Hockey-Weltmeisterin Rüdiger Barton (* 1954), Keyboarder und Komponist der deutschen Rockband Silly Lutz Glandien (* 1954), Komponist Andrea Lüdke (* 1963), Schauspielerin

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719–1803), Dichter in der Aufklärungszeit, Kanonikus des Stifts Walbeck Carl Wallmann (* 1816; † ?), bekannter deutscher Räuber Gustav Maass (1830–1901), Botaniker und Heimatforscher, Mitgründer des Aller-Vereins Walbeck Alfred Pechau (1921–2008), deutscher Musiker und Komponist, erhielt Musikausbildung in Rätzlingen Ralph Giordano (1923–2014), Schriftsteller; Bösdorf war für einige Monate der Aufenthaltsort für ihn und seine Familie, nachdem diese im Jahre 1943 in Hamburg „ausgebombt“ worden war Fritz Streletz (1926–2025), Stellvertretender Minister für Nationale Verteidigung und Chef des Hauptstabes der Nationalen Volksarmee in der DDR, wuchs in Eschenrode auf Ulrich Mühe (1953–2007), deutscher Film- und Theaterschauspieler, starb in Walbeck

Weblinks

Website der Stadt Oebisfelde-Weferlingen

Einzelnachweise

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