mini|hochkant=1.4| mini|Klimadiagramm
Die Wostok-Station ( ‚Osten‘) ist eine am 16. Dezember 1957 eröffnete früher sowjetische, heute russische Forschungsstation im Wilkesland in der Ostantarktis. Dort wurde unter anderem gemeinschaftlich mit Frankreich ein Eiskern aus dem Eispanzer der Antarktis gebohrt, der Aussagen über die Klimabedingungen in den letzten 420.000 Jahren lieferte.
Geographische Lage Die Wostok-Station befindet sich 1287 km vom geographischen Südpol entfernt, 1260 km von der am nächsten liegenden Küste und 1410 km landeinwärts von der nächstgelegenen Mirny-Station (Hauptstation), recht nahe dem Pol der Unzugänglichkeit, aber eher weit entfernt vom antarktischen geomagnetischen Pol, dem geomagnetischen Südpol. Sie liegt auf dem Eis über dem Wostoksee auf Höhe.
Versorgung Die Wostok-Station wird durch einen jährlichen Treck von der an der Küste liegenden Mirny-Station über eine ungebahnte Schneepiste mit Lebensmitteln und 100–130 Tonnen Polardiesel versorgt. Bis in die 1990er-Jahre wurde auch die auf dem Weg liegende, mittlerweile aufgegebene Station Komsomolskaya auf diese Weise versorgt.
Neue Wostok-Station ab 2024 mini|hochkant=1.4| Im Jahr 2019 begann die russische Regierung mit dem Bau eines neuen, modernen Stationsgebäudes, um die veralteten Anlagen der Wostok-Station zu ersetzen. Die neue Anlage wurde in Sankt Petersburg gefertigt und anschließend per Schiff in die Antarktis transportiert. Aufgrund wiederholter Verzögerungen war die Inbetriebnahme zunächst frühestens für 2023 vorgesehen.
Am 28. Januar 2024 wurde der neue Überwinterungskomplex der Station offiziell in Betrieb genommen. Die Eröffnungszeremonie erfolgte per Videoübertragung, an der der russische Präsident Wladimir Putin sowie der belarussische Präsident Aljaksandr Lukaschenka teilnahmen.
Kältepol der Erde Bei der Wostok-Station werden extrem niedrige Temperaturen erreicht. Am 21. Juli 1983 – zu Zeiten der antarktischen Polarnacht – wurde mit −89,2 °C die bisher (Stand November 2018) tiefste meteorologisch bestimmte Meteorologisch bestimmt bedeutet, dass die Temperatur zwei Meter über Bodenhöhe terrestrisch gemessen wird. Lufttemperatur der Erde gemessen, weshalb die Station auch als „Kältepol der Erde“ bezeichnet wird.Minus 93 Grad – Forscher entdecken neuen Kältepol der Erde auf www.handelsblatt.de, abgerufen am 27. November 2018. Die dünne Luft in der großen Höhe scheint die winterliche Auskühlung zu begünstigen. Am 23. Juli 2004 wurde nordwestlich der Forschungsstation durch Satellitenmessungen eine Oberflächentemperatur von −98,6 °C registriert.T. A. Scambos u. a.: Ultra‐low surface temperatures in East Antarctica from satellite thermal infrared mapping: the coldest places on Earth In: Geophysical Research Letters, 2018, doi:10.1029/2018GL078133 Die Daten wurden mittels des Infrarotspektrometers MODIS an Bord des Satelliten Terra direkt auf der Eisoberfläche gemessen und sind von daher mit den an der Forschungsstation gemessenen Lufttemperaturen in der international üblichen Messhöhe von zwei Metern nicht direkt vergleichbar.Forscher entdecken kältesten Ort der Welt. Von Kai Stoppel, n-TV, 27. Juni 2018 Deshalb wurden diese Messwerte von der zuständigen Weltorganisation für Meteorologie (WMO) nicht als Kälterekord anerkannt.
Siehe auch EPICA
Weblinks
, auf aari.nw.ru Monthly mean surface temperature at Vostok station (Temperaturdaten), auf nerc-bas.ac.uk Antarktis: der Treck der Verwegenen, Bericht über den jährlichen Nachschubkonvoi zur Station, GEO-Magazin 01/2004, auf geo.de Antarctica and the southern ocean, COMNAP Antarctic Facilities Map, auf comnap.aq (englisch; PDF; 7,74 MB)
Einzelnachweise Geoklima 2.1 , auf aari.nw.ru Petit J.R., Jouzel J., Raynaud D., Barkov N.I., Barnola J.M., Basile I., Bender M., Chappellaz J., Davis J., Delaygue G., Delmotte M., Kotlyakov V.M., Legrand M., Lipenkov V.Y., Lorius C., Pépin L., Ritz C., Saltzman E., Stievenard M. (1999): Climate and atmospheric history of the past 420,000 years from the Vostok ice core, Antarctica. Nature 399: 429–436 Andreas Sanders: Antarktis: der Treck der Verwegenen Bericht über den jährlichen Nachschubkonvoi zur Station, GEO-Magazin 01/2004, auf geo.de World Weather / Climate Extremes Archive, auf wmo.asu.edu, abgerufen am 19. Dezember 2013. Artikel Neuer weltweiter Kälterekord? vom 10. Dezember 2013, auf wetteronline.de , auf aari.aq КЛИМАТИЧЕСКИЙ МОНИТОР, auf pogoda.ru.net (russisch)
Kategorie:Forschungsstation in der Antarktis Kategorie:Klimatischer Rekord Kategorie:Geologische Bohrung Kategorie:Wilkesland Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 1957