Lubuntu ist ein offizielles Derivat der Linux-Distribution Ubuntu, das LXQt als Desktop-Umgebung nutzt. Es legt den Schwerpunkt auf Geschwindigkeit und Energieeffizienz, so dass auch die Anforderungen an die Hardware relativ gering sind. Durch die Verwendung des Openbox-Fenstermanagers braucht diese Linux-Distribution noch weniger Arbeitsspeicher als Xubuntu.

2011 lief die Live-CD auf einem Pentium II mit 350 MHz und 128 MB RAM (Stand 2011). Die neueren Versionen stellen höhere Anforderungen. Für Lubuntu 18.04 vom 26. April 2018 werden als Minimalanforderung 1 GB RAM und ein Pentium 4, Pentium M oder AMD K8 angegeben. Ab der Version 19.04 wurde die offizielle Unterstützung von 32-Bit-Systemen eingestellt.

Der Name Lubuntu setzt sich aus LXDE bzw. LXQt und Ubuntu zusammen, ähnlich wie bei Kubuntu (KDE und Ubuntu) und Xubuntu (Xfce und Ubuntu). Dabei ist die Desktopumgebung LXDE (Lightweight X11 Desktop Environment) bzw. LXQt im System-Image enthalten und wird standardmäßig verwendet bzw. installiert.

Geschichte Bereits seit Ubuntu 8.10 „Intrepid Ibex“ stand die Desktopumgebung LXDE über die Paketquellen zur Installation zur Verfügung. Im Februar 2009 lud Mark Shuttleworth das LXDE-Projekt ein, ein eigenständiges Projekt innerhalb der Ubuntu-Community zu werden, um langfristig ein neues offizielles Ubuntu-Derivat namens Lubuntu hervorzubringen.LXDE – Lubuntu? LXDE Meet up with Mark Shuttleworth in Berlin. 24. Juni 2009 (englisch). Lubuntu wurde im März 2009 (Ubuntu-Version 8.10 Intrepid Ibex) von Mario Behling als Community-Projekt auf Launchpad gestartet. Seit August 2009 steht eine Lubuntu-Live-CD zur Verfügung, die anfangs jedoch noch ohne Installationsmöglichkeit geliefert wurde.

Ein Ziel der Entwickler war es, von Canonical als offizielles Ubuntu-Derivat anerkannt zu werden.wiki.ubuntu.com (englisch) abgerufen am 30. Oktober 2011. Dieses Ziel wurde auf der Ubuntu Developer Summit im Mai 2011 erreicht. Die erste nun offiziell unterstützte Version ist die im Oktober 2011 erschienene Version 11.10 mit dem Codenamen „Oneiric Ocelot“. Lubuntu 12.10 „Quantal Quetzal“ folgte im Oktober 2012, diese Version erfordert erstmals eine CPU mit Physical Address Extension, was für CPUs ab den Baureihen Intel Pentium Pro und AMD Athlon (K7) zutrifft. Das Vorhandensein von PAE wird vom Installationsprogramm geprüft. Da einige Modelle der wesentlich jüngeren Intel-Pentium-M-Serie die Fähigkeit dabei jedoch nicht korrekt übermitteln, wurde ein Workaround veröffentlicht.

Am 19. Juni 2013 beschloss die Stadt München auf Antrag der ÖDP das Verteilen von 2000 Exemplaren kostenloser Lubuntu-Installations-CDs mit dem Ziel, Elektronikschrott zu vermeiden: Besitzer und Nutzer älterer Computer mit Windows XP (dessen Supportphase im Folgejahr auslaufen würde) sollten animiert werden, ihre Geräte nicht durch neuere mit XP-Nachfolgern zu ersetzen, sondern sie mit Lubuntu weiterhin zu verwenden. Da Lubuntu zu dem Zeitpunkt keine LTS-Version anbot, wurde jedoch letztlich Ubuntu 12.04 LTS verteilt.

Galerie

Versionen Version Codename Veröffentlichung Unterstützung Bemerkungen Intrepid Ibex 30. Oktober 2008 Keine eigenständige Veröffentlichung von Lubuntu. Nach der Installation von Ubuntu konnte Lubuntu als zusätzliches Paket installiert werden. Jaunty Jackalope 23. April 2009 Karmic Koala 1. September 2009 Erste eigenständige Veröffentlichung von Lubuntu in Form einer Live-CD als reine Test-CD ohne Installationsmöglichkeit. Karmic Koala 8. September 2009 Karmic Koala 26. Oktober 2009 Keine eigenständige Veröffentlichung von Lubuntu. Nach der Installation von Ubuntu konnte Lubuntu als zusätzliches Paket installiert werden. Lucid Lynx 3. Mai 2010 Erste eigenständige Veröffentlichung von Lubuntu, bei der auch eine Installation möglich ist. Maverick Meerkat 10. Oktober 2010 Erste als stabil angesehene Version. Natty Narwhal 28. April 2011 Neuerungen: Audioplayer ist Audacious, Xarchiver wurde durch das von Ubuntu her bekannte Packprogramm File Roller ersetzt und das Webcam-Programm Cheese wurde in der Standardinstallation entfernt. Als Standard-Thema kommt nun OZone zum Einsatz. Anerkennung von Lubuntu als offizielles Ubuntu-Derivat Oneiric Ocelot 13. Oktober 2011 April 2013 Erste Version, die offiziell zur Ubuntu-Familie zählt. 64-bit Live-CD. Precise Pangolin 26. April 2012 Oktober 2013 Diese Version ist – im Gegensatz zu anderen Ubuntu-Derivaten – keine Version mit Langzeitunterstützung. LightDM als Displaymanager, Lubuntu Software Center erstmals vorinstalliert. Quantal Quetzal 18. Oktober 2012 April 2014 Überarbeitung des grafischen Erscheinungsbildes. Sitzungs- und Dateimanager in neuerer Version. Tool zur Dateisuche hinzugefügt. Raring Ringtail 25. April 2013 Januar 2014 Dateimanager in neuer Version mit eigener Suchfunktion, grafische Überarbeitungen Saucy Salamander 17. Oktober 2013 Juli 2014 Neue Version des Dateimanagers. Neue Grafiken (verspätet). Verschiedene Bugfixes. Statt bisher Chromium ist nun Mozilla Firefox als Standard-Webbrowser vorinstalliert. Trusty Tahr 17. April 2014 April 2017 Erste offizielle LTS-Version von Lubuntu Utopic Unicorn 23. Oktober 2014 Juni 2015 Vivid Vervet 23. April 2015 Februar 2016Vivid Vervet Wily Werewolf 22. Oktober 2015 Juli 2016Wily Werewolf Hauptsächlich Software-Updates und Vorarbeiten für den Wechsel zu LXQt Xenial Xerus 21. April 2016 April 2019Xenial Xerus LTS-Version Yakkety Yak 13. Oktober 2016 Juli 2017Yakkety Yak Der Soundserver PulseAudio ist standardmäßig vorinstalliert. Damit gehören diesbezügliche Probleme mit Programmen wie Skype, die PulseAudio zwingend voraussetzen, der Vergangenheit an. Zesty Zapus 13. April 2017 Januar 2018 Artful Aardvark 19. Oktober 2017 Juli 2018 Bionic Beaver 26. April 2018 April 2021 LTS-Version Cosmic Cuttlefish18. Oktober 2018Juli 2019 Erste Version mit LXQt -Desktop Disco Dingo18. April 2019Januar 2020 Ab 19.04 gibt es nur noch den Netboot-Installer als 32-Bit-Version. Ansonsten wird es keine Versionen für 32-Bit-Systeme mehr geben. Eoan Ermine17. Oktober 2019Juli 2020 Focal Fossa23. April 2020April 2023LTS-VersionGroovy Gorilla22. Oktober 2020Juli 2021Hirsute Hippo22. April 2021Januar 2022Impish Indry14. Oktober 2021Juli 2022Jammy Jellyfish21. April 2022April 2025LTS-VersionKinetic Kudu20. Oktober 2022Juli 2023Lunar Lobster20. April 2023Januar 2024Mantic Minotaur22. September 2023Juli 2024 Noble Numbat 25. April 2024 April 2027 LTS-Version Oracular Oriole 10. Oktober 2024 Juli 2025 Plucky Puffin 17. April 2025 Januar 2026 Questing Quokka Oktober 2025 Juli 2026 Resolute Raccoon April 2026 April 2029 LTS-Version

Derivate DEFT,. LXLElxle.net und Peppermint OSpeppermintos.com. sind Derivate von Lubuntu.

Siehe auch Liste von Linux-Distributionen

Weblinks

Offizielle Webpräsenz (englisch) Artikel im Ubuntuusers-Wiki Artikel im Ubuntu-Wiki (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ubuntu-basierte Linux-Distribution Kategorie:Live-CD Kategorie:Ressourcenschonende Linux-Distribution