mini|Lotzen auf einer Karte des Amtes Meißen von 1750 mini|Lotzen und seine Nachbarorte auf einer Karte aus dem 19. Jahrhundert
Lotzen ist ein Ortsteil der Ortschaft Klipphausen in der gleichnamigen Gemeinde im sächsischen Landkreis Meißen.
Geographie Lotzen liegt im als Wilsdruffer Land bezeichneten Teil des Meißner Hochlands. Das Dorf ist umgeben von den anderen zu Klipphausen gehörenden Ortsteilen Lampersdorf im Norden, Sora im Nordosten und Klipphausen selbst im Osten. Westlich benachbart ist Schmiedewalde, ein Ortsteil der Gemeinde Klipphausen. Südlich von Lotzen liegt Birkenhain, ein Ortsteil der Stadt Wilsdruff. Unmittelbar südlich der Ortslage Lotzen verläuft somit die Grenze zum Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Landwirtschaftlich genutzte Hochflächen umgeben das Dorf, in nordwestlicher Richtung steigt das Gelände zur Baeyerhöhe hin an. Lotzen liegt im Tal der Kleinen Triebisch. Nach dem Flüsschen ist die Straße „An der kleinen Triebisch“ benannt, die den Ortskern des Waldzeilendorfs erschließt. Einen Kilometer südlich der Ortslage verläuft die Bundesautobahn 4 in Ost-West-Richtung, knapp zwei Kilometer südöstlich steht der Funkturm Wilsdruff, eine bekannte Landmarke.
Geschichte Im Jahre 1594 fand „der Lotze“, ein Vorwerk, Erwähnung in einer Urkunde. Der Name leitet sich ab von „Lutz“, einer Kurzform von Ludwig, und geht wahrscheinlich auf einen frühen Besitzer dieses Vorwerks zurück.Ernst Eichler und Hans Walther: Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Bd. 1, Berlin 2001. S. 622. Es gehörte im 16. Jahrhundert zum Rittergut im nahen Limbach. Um 1600 ging es an das Rittergut Wilsdruff über. Im frühen 17. Jahrhundert entstand um das Vorwerk herum eine Siedlung für landwirtschaftliche Arbeiter, die 1696 „Lotzen“ und 1724 „Loczen“ hieß. Ein „Lotzen Forwerg“ wird 1791 wieder genannt. Die Flur um die Siedlung wurde aus der Lampersdorfer Flur herausgenommen und umfasste im Jahre 1900 nur 37 Hektar.
Eingepfarrt ist Lotzen seit seiner Gründung ins benachbarte Sora. Die Verwaltung des Dorfes oblag zunächst dem Amt Dresden. Im Jahre 1856 war es zum Gerichtsamt Wilsdruff gehörig und kam danach zur Amtshauptmannschaft Meißen, aus der der gleichnamige Landkreis hervorging. Seine Eigenständigkeit verlor Lotzen am 1. Juli 1950 durch seine Eingemeindung nach Sora, das am 1. März 1974 seinerseits nach Klipphausen eingemeindet wurde.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
Mehrere Gebäude im Ort sind als Kulturdenkmal geschützt (siehe Liste der Kulturdenkmale in Lotzen).
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1748 12 Häusler 1834 76 1871 70 1890 70 1910 59 1925 59 1939 52 1946 64 1950 siehe Sora
Weblinks
Ortsteil Gauernitz In: Webauftritt der Gemeinde Klipphausen. Ortsgeschichte von Sora, Lampersdorf und Lotzen Denkmal für Lotzener Kriegsgefallene in Sora
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Klipphausen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Meißen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1950